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Russisches Milliardärs-Ranking Wer Roman Abramowitsch überholt hat

Chelsea-Inhaber Abramowitsch: Teure Verpflichtungen gegenüber dem StaatZur Großansicht
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Chelsea-Inhaber Abramowitsch: Teure Verpflichtungen gegenüber dem Staat

Roman Abramowitschs Abstieg schreitet unaufhaltsam voran: Der einst reichste Russe ist in der Top-Liga der Milliardäre inzwischen auf Platz fünf gelandet - und der Abstand zu den Wohlhabendsten des Landes wächst weiter.

Es gibt nicht viele Menschen, die im vergangenen Jahr 100 Millionen Dollar verdient haben und trotzdem zu den Verlierern gehören. Russlands Liga der Superreichen aber hat andere Gesetze. Mehr als eine Dekade lange gehörte Roman Abramowitsch, 44, zu den Shooting Stars unter den Oligarchen.

Als Kind elternlos aufgewachsen schuf Abramowitsch in den neunziger Jahren ein Imperium fast aus dem Nichts. Erst handelte er mit Stofftieren, später mit Erdöl. Russischen Medien galt er gar einst als "Kassenwart der Familie", jener Clique um den Clan des ehemaligen Präsidenten Boris Jelzin und seine Tochter Tatjana, die für die Einflüsterungen der Oligarchen besonders empfänglich gewesen sein soll.

Doch jetzt sorgt sein langsamer Abstieg für Schlagzeilen: "Abramowitsch ist aus den Top drei gefallen", titelt die Moskauer Tageszeitung "Iswestija". Nach der Zählart des russischen Wirtschaftsmagazins "Finans" konnte Abramowitsch sein Vermögen 2010 zwar von 17 auf 17,10 Milliarden Dollar steigern. Das reicht jedoch nicht, um in Russlands Liga der Superreichen mithalten zu können. Abramowitsch fällt auf Platz fünf der Oligarchen-Rangliste zurück. Wladimir Lissin, 54, der das Ranking zum zweiten Mal in Folge anführt, steigerte sein Vermögen dagegen binnen eines Jahres von 18,8 auf 28,3 Milliarden Dollar. Der zweitplatzierte Michail Prochorow, 45, legte um fast fünf auf 22,7 Milliarden zu.

Höchst extravaganter Lebensstil des Absteigers

Anders als seine Kollegen, die vor allem im Metallgeschäft Erfolge feiern, habe es Abramowitsch versäumt, seine Unternehmensbeteiligungen zu diversifizieren, analysiert "Finans". Zum einen gestalte sich Abramowitschs Immobiliengeschäft in Europa und Russland äußerst schwierig. Zum anderen verfüge der Milliardär über einen "sehr großen Haushalt", über teure "Yachten, Autos, Fußball-Clubs".

Selbst für die Verhältnisse russischer Superreicher führt Abramowitsch einen extravaganten Lebensstil: So besitzt er neben dem Londoner Fußballclub Chelsea eine eigene Boing 767 namens "Bandit" sowie mehrere Yachten. Mindestens eine davon soll über ein eigenes Raketenabwehrsystem verfügen. Seiner Freundin Daria Schukowa spendierte er in Moskau eine eigene Galerie und ließ ein altes sowjetisches Bus-Depot zur neuen Szene-Location "Garage" umbauen.

Russlands Superreiche - Top 10 im Überblick*
1 Wladimir Lissin, 54 28,3 Milliarden (+ 9,5 Milliarden zum Vorjahr)
2 Michail Prochorow, 45 22,7 Milliarden (+ 4,85 Milliarden)
3 Alischer Usmanow, 57 19,9 Milliarden (+ 7,5 Milliarden)
4 Oleg Deripaska, 43 19 Milliarden (+ 5,2 Milliarden)
5 Roman Abramowitsch, 44 17,1 Milliarden (+ 0,1 Milliarden)
6 Alexej Mordaschow, 45 17,05 Milliarden (+ 7,05 Milliarden)
7 Suleiman Kerimow, 44 16,9 Milliarden (+ 2,4 Milliarden)
8 Michail Fridman, 46 16 Milliarden (+ 1,7 Milliarden)
9 Wladimir Potanin, 50 14,3 Milliarden (+ 4,35 Milliarden)
10 Wagit Alekperow, 60 10,9 Milliarden (+ 0,25 Milliarden)
*in Dollar
In den neunziger Jahren war der Oligarch ein Freund und enger Geschäftspartner des Milliardärs Boris Beresowski, des "Paten des Kreml" aus der Jelzin-Zeit. Während Beresowski aber den Machtkampf mit Putin nach dessen Amtsantritt als Präsident im Jahr 2000 suchte und verlor, arrangierte sich Abramowitsch mit den neuen Machthabern. Nun aber lasten laut "Finans" "Verpflichtungen gegenüber dem Staat" und "treuen Putin-Leuten" auf den Bilanzen von Abramowitsch.

So soll der Milliardär die Rekonstruktion eines historischen Stadtviertels in Sankt Petersburg übernehmen, das zwar marode ist, aber auch unter Denkmalschutz steht und große Mittel in Anspruch nimmt.

Mit Blohm + Voss feilschte er um einen 80-Millionen-Dollar-Preisnachlass

Abramowitschs Schwierigkeiten bekam im vergangenen Jahr schon ein deutsches Unternehmen zu spüren. Bei der Werft Blohm + Voss feilschte der Milliardär um einen Preisnachlass von 80 Millionen Euro für seine Luxusyacht. Mit 163 Metern ist die "Eclipse" fast so lang wie ein Kreuzfahrtschiff, allein die Innenausstattung soll 200 Millionen Euro gekostet haben.

Angesichts des noch immer recht stattlichen Vermögens des Russen entschied die "Finans"-Redaktion jedoch, es sei zu früh für einen Abgesang auf den Milliardär - und änderte in letzter Sekunde die Zwischenüberschrift "Tschüss Roman" in "Wer Roman überholt hat".

Auch die russische Ausgabe des US-Magazins "Forbes" protokollierte in den vergangenen Jahren bereits den Abstieg Abramowitschs: Nach Platz eins im "Forbes"-Ranking der reichsten Russen in den Jahren 2005 und 2006 rutschte der Chelsea-Besitzer in den Folgejahren sukzessive ab und erreichte zuletzt nur noch Rang vier.

Im Kampf um den Titel "Verlierer des Jahres" hat Abramowitsch ohnehin prominente Konkurrenz durch die Bauunternehmerin Jelena Baturina. Der Aufstieg von Russlands reichster Frau war eng verknüpft mit der politischen Karriere ihres Ehemanns, des langjährigen Moskauer Bürgermeisters Jurij Luschkow. Nach ihrer Hochzeit 1991 formte Baturina aus einem kleinen Hersteller für Plastikwaren einen milliardenschweren Baukonzern.

Gatte Luschkow bestritt freilich stets jeden Zusammenhang zwischen Baturinas Geschäftserfolg und seiner Amtsführung. Einmal sagte er gar, seine Frau wäre wohl gar "noch erfolgreicher", wäre er nicht Bürgermeister von Moskau.

Usmanow hat zuletzt mit dem Facebook-Deal Schlagzeilen gemacht

Seit Russlands Präsident Dmitrij Medwedew Luschkow aber im September feuerte, schickt sich Baturina an, den Beweis des Gegenteils anzutreten. Im letzten Jahr von "Finans" noch auf 2,2 Milliarden Dollar taxiert, hat sich das Vermögen von Moskaus "Beton-Prinzessin" binnen weniger Monate auf nur noch 1,1 Milliarden Dollar halbiert.

Die Gewinner sind andere: Vor einem Jahr war der stille Stahlmagnat Lissin an die Spitzenposition gestürmt, überraschend selbst für die "Finans"-Redakteure, die zuerst fürchteten, sie könnten sich verrechnet haben. Damals trennten ihn und den Zweitplatzierten Prochorow nur knapp eine Milliarde Dollar. Heute sind es bereits 5,5 Milliarden.

Lissin (Spitzname "Der Mann aus Metall") verdankt seinen Reichtum vor allem dem Stahlwerk in seiner Heimatstadt Lipezk. Sein Metallkonzern NLMK beschäftigt rund 70.000 Mitarbeiter und gilt als eines der profitabelsten Unternehmen der Branche in Russland.

Prochorow ist ein Magnat mit Playboy-Image. Er wurde dank zahlreicher Beteiligungen im Metallsektor reich, hat aber auch ein Faible für extravagante Hobbys. Zuletzt kaufte er den US-Basketballclub New Jersey Nets, mit dem er Meister werden will.

Auf Platz drei folgt Alischer Usmanow, 57, dessen Reichtum sich auf Gas- und Stahlgeschäften gründet. In den vergangenen Jahren verstand es Usmanow jedoch, sein Portfolio geschickt zu erweitern. Über die russische Mail.ru Group ist er an Facebook beteiligt, erst kürzlich erhöhten die Russen ihren Anteil an dem Social Network und trieben dessen Wert auf mehr als 50 Milliarden Dollar.

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insgesamt 8 Beiträge
SouLTransfer 14.02.2011
Der arme... es sollte ein Spendenkonto für ihn eingerichtet werden, nicht dass er sich bald in Lumpen kleiden muss
Zitat von sysopRoman Abramowitschs Abstieg schreitet unaufhaltsam voran: Der einst reichste Russe ist in der Top-Liga der Milliardäre inzwischen auf Platz*fünf gelandet - und der Abstand zu den Wohlhabendsten des Landes wächst weiter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,745479,00.html
Der arme... es sollte ein Spendenkonto für ihn eingerichtet werden, nicht dass er sich bald in Lumpen kleiden muss
onkel hape 14.02.2011
..haben sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion scham-, hemmungslos bereichert. Für diese skrupellosen Menschen, die in unverdientem Luxus leben, während es der großen Masse ihrer armen Landsleute, die z.T. am [...]
..haben sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion scham-, hemmungslos bereichert. Für diese skrupellosen Menschen, die in unverdientem Luxus leben, während es der großen Masse ihrer armen Landsleute, die z.T. am Existenzminimum dahinvegetieren, schlechter als zu kommunistischen Zeiten geht, kann man nur Verachtung empfinden. Sollte es eine Hölle geben, woran ich nicht glaube, gehörten all diese Figuren dahin!
oink_oink_weee 14.02.2011
Na logo, steht doch in der Bibel, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr kommt, als ein Reicher in den Himmel ;) Ich kannte einen Multimillionär (bereits in der Hölle), der jeden Sonntag in die Kirche ging - Leute gibts/gabs :) [...]
Zitat von onkel hape... Sollte es eine Hölle geben, woran ich nicht glaube, gehörten all diese Figuren dahin!
Na logo, steht doch in der Bibel, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr kommt, als ein Reicher in den Himmel ;) Ich kannte einen Multimillionär (bereits in der Hölle), der jeden Sonntag in die Kirche ging - Leute gibts/gabs :) Aber schön, dass solche Rankings veröffentlicht werden, damit erklärt es sich warum die Menschen immer mehr arbeiten und trotzdem immer weniger Geld in der Tasche haben und alles verwahrlost. Wenns mal eine Revolution gibt gegen diese Parasiten, werde ich ganz vorne dabei sein ;)
Hovac 14.02.2011
ist der Sinn eines solchen Artikels. Was treibt SPON dazu mit soetwas Bytes zu verschwenden. Das die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer ist auch das Ziel unseres Regierungshandels, das ist also nichts [...]
ist der Sinn eines solchen Artikels. Was treibt SPON dazu mit soetwas Bytes zu verschwenden. Das die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer ist auch das Ziel unseres Regierungshandels, das ist also nichts besonderes. Wenn mein sein Vermögen nur um 100Mio im Jahr steigert ist man aber durchaus auf dem absteigenden Ast, das muss schon gesagt werden. Ich würde die verhältnismäßig armen Fussballer am etwas Gehaltsverzicht bitten wenn ich er wäre.
_42_ 14.02.2011
Anscheinend ist das ehemalige Zentralkomitee der Sovjetunion inkl. Anhang umgezogen. Man residiert jetzt im Kontext der Wirtschaft und Geheimdienste. Denn dort wird man nämlich nicht ständig beobachtet und muss nicht erst [...]
Anscheinend ist das ehemalige Zentralkomitee der Sovjetunion inkl. Anhang umgezogen. Man residiert jetzt im Kontext der Wirtschaft und Geheimdienste. Denn dort wird man nämlich nicht ständig beobachtet und muss nicht erst mühsam den Wahlpöbel dazu bringen, einen zu wählen. Stattdessen genießt man quasi rechtliche Immunität und hat einflussreiche Kontakte zur Politik. Zur Not lässt man Konkurrenten/Spalter inhaftieren und zu engagierte Journalisten ermorden, um die Informationshoheit zu wahren. Und weil man nicht im Rampenlicht steht, muss man auch nicht so tun, als würde man nur Entscheidungen zugunsten der Allgemeinheit treffen, obwohl man eigentlich die Interessen der Sponsoren vertritt. Man lässt einfach die Politiker die Öffentlichkeitsarbeit machen, während man im Hintergrund die Fäden zieht und sich Gedanken über die eigene Forbes-Platzierung macht.
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