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Russlands Ex-Finanzminister Kudrin: "Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone ist denkbar"

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REUTERS

Ex-Finanzminister Kudrin: "Jede Lösung kommt teuer"

Russlands Ex-Finanzminister Alexej Kudrin ist ein Anhänger des Euro - dennoch schließt der enge Vertraute Putins den Zusammenbruch der Währungsunion nicht aus. Deutschland müsse sich entscheiden, ob es bereit für Opfer sei.

SPIEGEL ONLINE: Herr Kudrin, Sie sind mehrmals zum besten Finanzminister der Welt gewählt worden, als Experte für Finanz- und Währungsfragen werden Sie über Russlands Grenzen hinaus geschätzt. Wie kann der Euro gerettet werden?

Kudrin: Russland hofft, dass die Euro-Zone ihre Probleme in den Griff bekommt. Allerdings tut Europa dafür zu wenig. Die Defizite in Ländern wie Griechenland sind immer noch zu hoch. Auch Spanien steckt in gewaltigen Schwierigkeiten. Beide Länder sind faktisch bankrott. Griechenland und Spanien können aus eigener Kraft ihre Schulden nicht bedienen. Ihnen hilft die Europäische Zentralbank (EZB), indem sie Staatsanleihen aufkauft.

SPIEGEL ONLINE: Ist das der richtige Weg aus der Krise?

Kudrin: Die EZB kauft lediglich Zeit, die Situation aber wird sich so weiter verschlechtern. Die Europäische Union muss entschiedener vorgehen, um das Defizit zu verringern.

SPIEGEL ONLINE: Wäre es nicht besser, die Schulden einfach abzuschreiben?

Kudrin: Das halte ich für eine Möglichkeit, wenn man etwas zur Abfederung der Gläubigerbanken tut. Das wäre sicher ein Schritt weg vom Abgrund und hin zur Stabilisierung der Märkte.

SPIEGEL ONLINE: War es überhaupt richtig, den Euro einzuführen?

Kudrin: Aber sicher. Ich war damals begeistert. Allerdings sehen wir heute, dass nicht alles zu Ende gedacht war. Die Regeln, um Schulden zu verhindern, wurden nicht hart genug durchgesetzt. Die Produktivität in einigen Ländern ist zu gering.

SPIEGEL ONLINE: Fällt die Euro-Zone auseinander?

Kudrin: Das kann man nicht ausschließen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise kann schnell in eine politische Krise umschlagen. Die Menschen im Westen sind nicht zu drastischen Einschränkungen ihres Lebensstandards bereit. Russland immerhin hat das in den neunziger Jahren friedlich geschafft. Ich bin nicht sicher, dass dies in Europa gelingt. Die Europäer leben über ihre Verhältnisse. Der Sozialstaat in seiner heutigen Form ist nicht zu halten.

SPIEGEL ONLINE: Gilt das auch für Deutschland?

Kudrin: Ich fürchte ja, auch wenn es Deutschland heute noch gutgeht. Nehmen wir an, die Euro-Krise kostete Deutschland hundert Milliarden Euro im Jahr. Was würden die Deutschen machen, wenn noch einmal fünfzig Milliarden dazukommen? Um den Euro zu retten und zu bewahren, braucht es eine starke Fiskalunion. Ist das deutsche Volk bereit, dass irgendwelche Kommissare in Brüssel über seine Staatsausgaben und Steuern entscheiden?

SPIEGEL ONLINE: Halten Sie einen Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone für denkbar?

Kudrin: Ja. Jede Lösung kommt Deutschland teuer, den Euro zu retten oder aus dem Euro auszutreten. Diese schwere politische Entscheidung steht Ihrem Land erst noch bevor.

SPIEGEL ONLINE: Europa diskutiert gerade ein 17-Milliarden-Euro-Rettungspaket für Zypern. Was halten Sie von der Kritik, dass da nur russischen Oligarchen geholfen werde, die ihr Geld dort parken?

Kudrin: Sie ist übertrieben. Und sie lenkt davon ab, dass die Mittelmeerinsel auch für Firmen aus dem Westen lange eine bequeme Steueroase war. Weltweit nutzen westliche Unternehmen Offshore-Modelle so gerne wie das russische Unternehmen in Zypern tun. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sich der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy über die Steuerflucht seiner Unternehmen aufregte.

Das Interview führten Christian Neef und Matthias Schepp in Moskau

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1. Währungsunion
kdshp 24.01.2013
Zitat von sysopAPRusslands Ex-Finanzminister Alexej Kudrin ist ein Anhänger des Euro - dennoch schließt der enge Vertraute Putins den Zusammenbruch der Währungsunion nicht aus. Deutschland müsse sich entscheiden, ob es bereit für Opfer sei. http://www.spiegel.de/wirtschaft/russland-ex-finanzminister-kudrin-im-interview-a-879078.html
Der mann hat recht denn der EURO sollte die länder gleich machen und das heißt das die die wenig haben bekommen und die die haben geben. Am ende sind die die wenig haben reicher und die die mehr haben ärmer sind. Ich denke das haben viele deutsche noch nicht verstanden denn deutschland wird ärmer werden damit andere reicher werden.
2. deutschland muss aussteigen
schlob 24.01.2013
im klartext heisst das: deutschland muss aussteigen- was es sonst bezahlen müsste,würde hier nicht auch nur zu 10 % toleriert werden.- die frage ist nur noch: wann mit wem ist der schaden am geringsten.- warum- zum ... wird das im bundestag nicht diskutiert?
3. Muessen wir
didiastranger 24.01.2013
jetzt auch noch so etwas ueber uns ergehen lassen . Aber je ulkiger die Bericterstattung desto mehr setzt SPON drauf.
4. Opferbereitschaft!
hxk 24.01.2013
Zitat von sysopAPRusslands Ex-Finanzminister Alexej Kudrin ist ein Anhänger des Euro - dennoch schließt der enge Vertraute Putins den Zusammenbruch der Währungsunion nicht aus. Deutschland müsse sich entscheiden, ob es bereit für Opfer sei. http://www.spiegel.de/wirtschaft/russland-ex-finanzminister-kudrin-im-interview-a-879078.html
Die deutschen Politiker werden die gemeinsame Währung bis zum letzten Euro der deutschen Mittelschicht verteidigen! Das ist sichere als das Amen in der Kirche.
5.
kannmanauchsosehen 24.01.2013
Zitat von sysopAPRusslands Ex-Finanzminister Alexej Kudrin ist ein Anhänger des Euro - dennoch schließt der enge Vertraute Putins den Zusammenbruch der Währungsunion nicht aus. Deutschland müsse sich entscheiden, ob es bereit für Opfer sei. http://www.spiegel.de/wirtschaft/russland-ex-finanzminister-kudrin-im-interview-a-879078.html
Die Meinung eines russischen Ex-Finanzministers ist hier natürlich absolut relevant. Was sagt eigentlich Neu-Russe Gerard Depardieu (Obelix) zum Euro!!!
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Zur Person
Alexej Kudrin, 52 war von 2000 bis 2011 Finanzminister in Moskau. Er gilt als aussichtsreichster Kandidat für den Posten des Premierministers, falls der angeschlagene Dmitrij Medwedew stürzen sollte.

Fläche: 17.098.200 km²

Bevölkerung: 143,972 Mio.

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

Regierungschef: Dmitrij Medwedew

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