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RWE: Tausende Strommasten aus der Vorkriegszeit

Erst hieß es, der massive Stromausfall kürzlich im Münsterland sei Folge einer Art Naturkatastrophe gewesen, die Energiekonzerne treffe keine Schuld. Jetzt räumt RWE ein: Ein Großteil der 44.000 Strommasten seines Hoch- und Höchstspannungsnetzes wird bereits seit mehr als 65 Jahren genutzt.

Berlin - Wie der Konzern auf Anfrage der "Berliner Zeitung" einräumte, wurden 10.300 der derzeit genutzten Hochspannungs-Masten bereits vor 1940 errichtet. Auch nach den Mastbrüchen im Münsterland, durch die kürzlich mehr als 200.000 Menschen mehrere Tage lang von der Stromversorgung abgeschnitten wurden, plane der Konzern offenkundig keinen Komplettaustausch dieses Alt-Bestandes.

Umgeknickte Strommasten nahe Münster (Ende November): Strommasten aus der Vorkriegszeit
DPA

Umgeknickte Strommasten nahe Münster (Ende November): Strommasten aus der Vorkriegszeit

Wie RWE erklärte, würden nur solche Alt-Masten ausgetauscht, die "nicht torsionssicher" seien, also extremen Zug-Belastungen eventuell nicht mehr standhalten würden. Wie aus internen RWE-Unterlagen hervorgehe, betreffe diese Austauschregelung im Wesentlichen nur jene Strommasten, die vor 1930 errichtet wurden, berichtet die Zeitung.

Der Rest gelte zunächst einmal als grundsätzlich sanierungsfähig. Nach Angaben des Konzerns handelt es sich bei der extrem langen Nutzung der Alt-Masten nicht um "ein RWE-Spezifikum". Bei anderen Unternehmen würden ähnlich lange Nutzungszeiten gelten: "Vorkriegsmasten sind in ganz Europa in großer Zahl anzutreffen."

Wie die Zeitung weiter berichtet, wurde der unter einem erhöhten Bruchrisiko stehende Thomas-Stahl von den Stromkonzernen in großem Stil auch bei der Herstellung von Strommasten für die regionalen Mittel- und Niederspannungsnetze eingesetzt. Während RWE für das Hochspannungsnetz schon 2003 ein mit 550 Millionen Euro dotiertes Sanierungsprogramm aufgelegt hat, habe das Unternehmen wie auch die anderen Stromkonzerne derzeit noch keinen Überblick darüber, wie viele Masten der Mittel- und Niederspannungsnetze wegen des erhöhten Bruchrisikos saniert oder erneuert werden müssen und wie teuer dies wird.

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