RWE-Vorstand Laurenz Meyers Freund wird entlassen

Gert Maichel, Vorstand bei RWE und Chef des Ablegers RWE Power, verliert seinen Job. Zuletzt war er als Förderer des zurückgetretenen CDU-Generalsekretärs Laurenz Meyer ins Gerede gekommen. Sein Abgang hat aber noch andere Gründe.


Noch-Vorstand Maichel: Selbst Mitglied der CDU
DPA

Noch-Vorstand Maichel: Selbst Mitglied der CDU

Düsseldorf - Der Aufsichtsratsbeschluss, mit dem Maichels Abgang besiegelt wird, soll bereits am 22. Februar gefällt werden. Das bestätigte RWE am Nachmittag. Zuvor hatte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" gemeldet, der 56-Jährige scheide sowohl aus dem Holdingvorstand wie auch als Vorstandsvorsitzender der Führungsgesellschaft RWE Power aus.

Maichel, zuständig für die Kraftwerkssparte, galt schon unter dem inzwischen verstorbenen Aufsichtsratschef Friedel Neuber nur noch als Vorstand auf Abruf. Auch Konzernchef Harry Roels wollte Maichel laut Bericht des "manager magazins" schon seit vielen Monaten loswerden. Die nun erfolgte Ablösung kommt also nicht überraschend. Maichel war nach der Fusion von RWE mit dem westfälischen Konkurrenten VEW, bei dem er Vorstandschef war, in das RWE-Führungsgremium aufgerückt - vor allem aus Proporzgründen.

Verstrickt in die Affäre um Laurenz Meyer

Zuletzt war Maichels Name auch häufig im Zusammenhang mit der Affäre um den CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer gefallen. Meyer hatte auf Grund öffentlicher Proteste gegen Überweisungen des Energiekonzerns auf sein Konto schließlich seinen Posten geräumt. Die Verantwortung für die Zahlungen an Meyer soll CDU-Mitglied Maichel getragen haben.

Ein RWE-Sprecher sagte dazu: "RWE hat schon im Dezember klargestellt, dass die internen Prüfungen im Fall Meyer keinen Anlass für personelle Konsequenzen im RWE-Konzern gegeben haben."

Die Nachfolge Maichels ist geregelt: Der im Holdingvorstand für Personal zuständige Jan Zilius, 58, soll den Sitz Maichels im Führungsgremium und auch dessen Posten bei RWE Power übernehmen.



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