Fehlende Sozialbeiträge Staatsanwaltschaft klagt Vermittler von Ryanair-Piloten an

Beim Billigflieger Ryanair arbeiten viele Piloten als Selbstständige. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat das Modell jahrelang untersucht - und nun Anklage gegen Verantwortliche erhoben.

Ryanair-Flugzeug
AFP

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Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat mit Blick auf selbstständige Ryanair-Piloten fünf Briten angeklagt. Sie sollen als Verantwortliche zweier britischer Personaldienstleister in insgesamt 920 Fällen wissentlich keine Sozialbeiträge für von ihnen vermittelte Piloten abgeführt haben, wie die Behörde mitteilte.

Dabei geht es um 277 Ryanair-Piloten mit deutschen Heimatflughäfen, für die rund sechs Millionen Euro Sozialversicherungsbeiträge fällig gewesen wären. Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wirft der irischen Fluggesellschaft seit Längerem vor, mit scheinselbstständigen Vertragspiloten illegal Kosten gespart zu haben.

Ryanair beschäftigt einen beträchtlichen Teil seiner Piloten und Co-Piloten über ein sogenanntes Contractor-Modell. Die Flugkapitäne müssen eine Art Ich-AG gründen und Verträge mit Personalvermittlungsfirmen abschließen, ehe sie für Ryanair fliegen dürfen.

Die umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatten bereits 2011 begonnen. Im Oktober 2017 hatte Ryanair mitgeteilt, man halte sich an die europäische Gesetzgebung und unterstütze die Staatsanwaltschaft in ihrer Arbeit.

Nach Angaben der Ermittler wurde die Anklage gegen die fünf Angeschuldigten im Alter zwischen 35 und 62 Jahren bereits im September erhoben. Diese musste aber erst ins Englische übersetzt und zugestellt werden, bevor die Behörde nun die Öffentlichkeit informierte.

Falls das Landgericht Koblenz ein Hauptverfahren eröffnet, müssen die fünf Briten zum Prozess anreisen. Ihnen könnten dann laut Gesetz eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Gefängnis drohen. In Untersuchungshaft sitzt keiner der fünf Männer.

stk/dpa



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