Hamburg - "Tun wir doch nicht so, als ob es das Patentrezept wäre, nur mehr zu arbeiten", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Die platte Forderung, Samstag soll mehr gearbeitet werden, ohne Zuschläge, und so den Leuten in die Tasche zu greifen, bringt überhaupt nichts."
Auch die IG Metall lehnt den Vorschlag vehement ab. "Das macht die IG Metall nicht mit - sonst ist als nächstes der Sonntag dran", sagte der neue Vorsitzende, Jürgen Peters, gegenüber der "Bild"-Zeitung.
Eine ganz andere Ansicht vertritt im selben Blatt Arbeitgeberpräsident Hundt. Längere Arbeitszeiten würden mehr Arbeitsplätze und mehr Wirtschaftswachstum schaffen und seien deswegen ein guter Vorschlag. "Herr von Pierer hat Recht", sagte Hundt. Geschäftsleitung, Arbeitnehmer und Betriebsräte sollten im Betrieb festlegen können, wann und wie lange gearbeitet wird.
FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper unterstützte den Vorschlag. "Ich glaube, dass Herr von Pierer Recht hat", sagte Pieper im ZDF. "In Deutschland werden (pro Arbeitnehmer) 1500 Stunden im Jahr gearbeitet - das liegt 20 Prozent unter der Jahresarbeitszeit vergleichbarer Industrieländer."
Von Pierer hatte in der "Bild"-Zeitung den Verzicht auf Zuschläge für Samstagsarbeit gefordert. Die Deutschen sollten sich vor dem Hintergrund wachsenden internationalen Wettbewerbdrucks mehr anstrengen. "Wir sind leider ein bisschen zu satt geworden - dagegen sollten wir ankämpfen."
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