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Schlechtes Quartalsergebnis: Morgan Stanley schockiert mit Milliardenminus

Kein Ende der Bankenkrise: Die US-Großbank Morgan Stanley hat im vergangenen Quartal zum dritten Mal in Folge einen Milliardenverlust gemacht. Vor allem Rückzahlungen von Staatshilfen drückten auf die Bilanz. Die viertgrößte US-Bank Wells Fargo dagegen glänzt mit Gewinn.

New York - Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung im Bankensektor hat wieder einen Dämpfer erhalten: Die US-Investmentbank Morgan Stanley Chart zeigenhat mit einem erneuten Milliardenminus ihren bereits dritten Quartalsverlust in Folge verbucht. Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Verlust von fast 1,3 Milliarden US-Dollar (917 Millionen Euro), wie die Bank am Mittwoch in New York mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Morgan Stanley noch fast 1,1 Milliarden Dollar Gewinn gemacht.

Morgan-Stanley-Zentrale in New York: Verlust von fast 1,3 Milliarden Dollar
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Morgan-Stanley-Zentrale in New York: Verlust von fast 1,3 Milliarden Dollar

Auch die Erträge brachen deutlich ein - um ein Viertel auf 2,9 Milliarden Dollar. Die Aktie von Morgan Stanley verlor im vorbörslichen Handel rund fünf Prozent.

Eine der Hauptbelastungen war nach Angaben der Bank die Rückzahlung der Milliardenhilfen an die US-Regierung. Dies habe Kosten von rund 850 Millionen Dollar verursacht, hieß es. Ohne diesen und andere Sondereffekte lag das Minus bei 159 Millionen Dollar. Zudem baute die Bank mit dem Wettbewerber Citigroup Chart zeigen das Gemeinschaftsunternehmen Smith Barney auf.

Mit dem Quartalsergebnis fällt Morgan Stanley allerdings aus dem Rahmen: Heimische Rivalen wie Goldman Sachs Chart zeigenund JPMorgan Chase Chart zeigen trumpften in den vergangenen Wochen mit Milliardengewinnen auf und schürten bei Investoren damit Hoffnungen auf ein baldiges Abflachen der Finanzkrise.

Besser als bei Morgan Stanley fiel denn auch die Bilanz von Wells Fargo aus. Die viertgrößte US-Bank konnte ihren Gewinn im zweiten Quartal auf 2,6 Milliarden Dollar steigern - ein Plus von 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Erträge der Bank verdoppelten sich fast auf ein Rekordniveau von 22,5 Milliarden Dollar. Gut ein Drittel davon sei auf die US-Großbank Wachovia zurückzuführen, die Wells Fargo im vergangenen Jahr übernommen hatte, hieß es.

Analysten hatten mit einem geringeren Quartalsergebnis gerechnet. Wells Fargo hatte jüngst angekündigt, das Investmentbanking ausbauen zu wollen. Unter anderem sollen der Aktienhandel und das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen wachsen.

An der Börse jedoch spielten allein die Morgan-Stanley-Zahlen eine Rolle - und drückten Finanzwerte ins Minus: In Frankfurt verloren vor allem Titel wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank.

yes/Reuters/dpa-Afx

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