Schluss, Ende, Aus: CargoLifter wird stillgelegt

Nach der Absage von finanzieller Hilfe vom Bund macht der Luftschiffbauer CargoLifter endgültig dicht. Von Dienstag an sind fast alle verbliebenen 260 Mitarbeiter freigestellt.

Optimisten halten ein Technologiezentrum für möglich: Werfthalle von Cargolifter
DPA

Optimisten halten ein Technologiezentrum für möglich: Werfthalle von Cargolifter

Potsdam/Brand - Eine Restmannschaft aus 30 Beschäftigten bleibe, um das Gelände und die Halle im brandenburgischen Brand zu sichern, sagte eine Firmensprecherin am Montag. Was aus dem Unternehmen werde, sei noch nicht klar. Der Insolvenzverwalter wolle in den kommenden Tagen mit dem Vorstand über verschiedene Möglichkeiten reden.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU) hatte zuvor im InfoRadio Berlin-Brandenburg gesagt, ein Aus des Luftschiffbauers bedeute nicht zwangsläufig das Ende der Technologie. Mit dem Kreis könne versucht werden, ein Technologiezentrum zu erhalten. Dies müsse aber noch mit dem Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning und allen Beteiligten abgesprochen werden. Die Aktie von CargoLifter brach am Montag um mehr als die Hälfte ein und bewegte sich um die 0,45 Euro.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte dem insolventen Unternehmen am Wochenende eine Bürgschaft über 40 Millionen Euro verweigert. Es fehle an einem tragfähigen Konzept und einem privaten Investor. Insolvenzverwalter Mönning erklärte daraufhin, der Betrieb des Unternehmens müsse kurzfristig stillgelegt werden. Fürniß schloss aus, dass das Land die vom Bund abgelehnte Summe übernehmen kann.

Unterdessen starteten Aktionäre einen eigenen Rettungsversuch. Eine aus der Initiative "Zukunft in Brand" hervorgegangene Gesellschaft bündele die Interessen möglicher Großinvestoren, sagte Mitgründer Mirko Hörmann. Ersten Einschätzungen zufolge könnten sie kurzfristig rund 30 Millionen Euro zur Verfügung stellen. "Das wäre der Anteil, den der Bund als Beitrag der privater Investoren fordert", sagte Hörmann. Das Ziel sei, das Unternehmen zu erhalten, innerhalb von zwei Jahren in die schwarzen Zahlen zu kommen und ein kleineres Luftschiff auf den Markt zu bringen.

Am 1. August war das Insolvenzverfahren für CargoLifter und sechs Tochtergesellschaften eröffnet worden. Das Fortführungskonzept sah zunächst den Bau einer kleineren Test-Version eines Last-Luftschiffes und die Konzentration auf den Transport-Ballon CL 75 vor. Dazu wären nach Einschätzung des Unternehmens bis einschließlich 2003 etwa 70 Millionen Euro frisches Kapital nötig.

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