Schmiergeld-Affäre: Siemens-Anti-Korruptionschef Noa geht

Kaum im Amt, verlässt der Chef der Siemens-Anti-Korruptionsabteilung Daniel Noa schon wieder den Konzern. Einem Bericht zufolge sucht Siemens einen international erfahrenen Experten als Nachfolger. Noas Vorgänger ist dagegen noch immer bei Siemens.

Hamburg - Siemens trennt sich offenbar bereits nach nur wenigen Monaten wieder von dem Chef seiner Anti-Korruptionsabteilung, Daniel Noa. Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, scheidet der erst Anfang Januar engagierte Stuttgarter Oberstaatsanwalt bereits zum 1. Juli wieder aus. Siemens will dem Bericht zufolge nun nach einem "international erfahrenen Experten" zur Korruptionsbekämpfung Ausschau halten. Unternehmenskreise bestätigten den Bericht.

Anti-Korruptionschef Noa: Von vornherein für befristete Zeit bei Siemens
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Anti-Korruptionschef Noa: Von vornherein für befristete Zeit bei Siemens

Noa war von vornherein für eine befristete Zeit berufen worden, wie es aus Siemens-Kreisen heißt. Allerdings wurde davon ausgegangen, dass er länger als nur ein halbes Jahr bleiben werde.

Noas Vorgänger Albrecht Schäfer, der wegen der Siemens-Schmiergeldaffäre als langjähriger Chef der Compliance-Abteilung in die Kritik geraten war, ist derweil nach wie vor im Konzern beschäftigt. Mehrere Anwaltskanzleien arbeiten daran, ihm Pflichtverletzungen nach deutschem Arbeitsrecht nachzuweisen und damit den Weg für eine Kündigung frei zu machen. Derzeit ist Schäfer in der Personalabteilung für die Betreuung der Siemens-Manager im Ausland zuständig.

An der Auswahl eines Nachfolgers Noas soll sich der "SZ" zufolge auch der neue Siemens-Chef Peter Löscher beteiligen, der als Vorbild bei der Korruptionsbekämpfung seinen früheren Arbeitgeber General Electric sehe. Korruptionsexperte Noa solle nach seinem Ausscheiden dem Konzern noch bis Ende nächsten Jahres als Berater zur Verfügung stehen, heißt es in dem Bericht.

Bis ein Nachfolger feststehe, werde der Chefsyndikus des Konzerns, Paul Hobeck, das Amt übernehmen. Noa, der über langjährige Erfahrungen in der Ermittlung von Wirtschaftskriminalität verfügt, war vom damaligen Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer berufen worden. Pierer hatte damals mit dem Land Baden-Württemberg vereinbart, dass Noa vom Staatsdienst freigestellt wird, aber ein Rückkehrrecht besitzt.

kaz/AP

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