Schwaches Quartal Philips kündigt Sparprogramm an

Der Elektro-Gigant Philips kämpft mit Absatzproblemen im Markt für Heimelektronik. Ergebnis und Umsatz gehen zurück und hinterlassen enttäuschte Analysten. Nun verstärkt der Konzern seine Sparbemühungen.


Eindhoven - Philips verbucht einen schweren Ergebniseinbruch: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) fiel zwischen Juli und September um 71,2 Prozent auf 128 Millionen Euro. Damit lag der Konzern weit unter den Analysten-Schätzungen. Experten hatten mit einem EBITA von 168 Millionen Euro gerechnet.

Philips-Logo: Sparmaßnahmen ergriffen
REUTERS

Philips-Logo: Sparmaßnahmen ergriffen

Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn um 7,9 Prozent auf 357 Millionen Euro. Die Steigerung resultiert allerdings in erster Linie aus einem Buchgewinn von 302 Millionen Euro aus dem Verkauf der restlichen Anteile an der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company TSMC. Der Umsatz fiel im Berichtszeitraum um 2,2 Prozent auf 6,33 Milliarden Euro. Analysten hatten hier einen Anstieg der Erlöse prognostiziert.

Marktbeobachter nannten als Grund für den Einbruch Absatzprobleme bei Heimelektronik-Produkten. MP3-Geräte, Rasierapparate oder elektrischen Zahnbürsten verkaufen sich demnach in Nordamerika und Europa zusehends schlechter.

Derzeit sei es sehr schwierig, die aktuelle wirtschaftliche Lage einzuschätzen, konstatierte Philips-Chef Gerard Kleisterlee. "Wir haben bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Profitabilität sicherzustellen. Wir werden die Kosten weiter im Griff halten, die Investitionen weiter in Wachstumsregionen verlagern und das bestehende Effizienzprogramm in allen Sektoren beschleunigen", sagte der Manager. Ziel sei es weiterhin, das EBITA je Aktie bis zum Jahr 2010 zu verdoppeln.

Die Kosten für die zusätzlichen Sparmaßnahmen bezifferte Philips auf bis zu 230 Millionen Euro, die komplett im vierten Quartal verbucht werden sollen. Rund 50 Millionen Euro fallen in der Medizintechnik an. Im Bereich Unterhaltungselektronik rechnet der Konzern jetzt mit Restrukturierungskosten von insgesamt 190 Millionen Euro nach zuletzt 130 Millionen Euro. Der Großteil der Kosten entfällt auf das Geschäft mit Fernsehgeräten. In der Lichtsparte rechnet Philips mit Aufwendungen von bis zu hundert Millionen Euro.

Darüber hinaus will der Konzern wegen der derzeit unsicheren Lage an den Finanzmärkten das Tempo beim Aktienrückkauf drosseln. Noch sei unklar, ob das Programm wie ursprünglich geplant im kommenden Jahr abgeschlossen werde, sagte Finanzvorstand Pierre-Jean Sivignon. Bis Ende September hatte Philips eigene Aktien für rund drei Milliarden Euro zurückgekauft und damit rund 60 Prozent des derzeit laufenden Programms über fünf Milliarden Euro ausgeschöpft. Sivignon versicherte, das gesamte Rückkaufvolumen nicht kürzen zu wollen.

suc/dpa-AFX



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