Schwarzbrennerei Russland führt Mindestpreis für Wodka ein

Diese Preise könnten russischen Wodkatrinkern Kopfschmerzen bereiten: Zum neuen Jahr hat Russland einen Mindestpreis für sein Nationalgetränk festgelegt. Präsident Medwedew will so Alkoholismus und Schwarzbrennerei eindämmen.

Eisfischer beim Wodkagenuss: Von nun an gelten Mindestpreise
DPA

Eisfischer beim Wodkagenuss: Von nun an gelten Mindestpreise


Moskau - Russland hat am Freitag einen Mindestpreis von umgerechnet rund zwei Euro für einen halben Liter Wodka eingeführt. Damit will die Regierung Schwarzbrennern das Handwerk legen. "Die Maßnahme bringt Schwarzbrenner um ihren Wettbewerbsvorteil - niedrige Preise", sagte der Sprecher der Produzentenvereinigung für Alkoholprodukte, Dmitrij Dobrow, der Nachrichtenagentur Interfax.

Jedes Jahr sterben in Russland Tausende Menschen durch gepanschten Alkohol. Laut Interfax ist die Hälfte des in Russland verkauften Wodkas schwarz gebrannt. Auch die Wodkaproduzenten leiden in Russland unter der Wirtschaftskrise. In den ersten elf Monaten des Jahres 2009 ging die Produktion von Wodka und anderen Spirituosen um mehr als elf Prozent zurück.

Die neue Mindestpreisregelung tritt am heutigen 1. Januar 2010 in Kraft. Sie ist Teil einer Kampagne Präsident Medwedews zur Bekämpfung von Alkoholismus im Land. Offiziellen Zahlen nach trinken Russen durchschnittlich 18 Liter reinen Alkohol im Jahr. Erst vor einigen Tagen hatte die Polizei in Sibirien 21.000 Flaschen schwarz gebrannten Wodka beschlagnahmt.

cpa/AFP/Reuters



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