Hamburg - Das Motto könnte lauten: "Geld oder Patient!" Laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" kassieren immer mehr Ärzte von Krankenhäusern Geld für die Einweisung von Patienten. "Das sind nicht mehr nur Einzelfälle wie vor zwei oder drei Jahren", zitiert die Zeitung Rudolf Kösters, den Präsidenten der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Ärzte setzten Krankenhausleitungen zusehends unter Druck, zum Teil organisierten sie sich dafür in Vereinen. Insider würden diese Bezahlungen "Kopfgeld", "Zuweisungsprovisionen" oder "Fangprämien" nennen, berichtet die Zeitung.
Befördern dürfte dieses System der verschärfte Wettbewerb zwischen den Kliniken. Seit einigen Jahren werden Krankenhäuser nicht mehr nach Liegetagen bezahlt, sondern bekommen je Fall einen zuvor ausgehandelten, landesweit identischen Betrag. Hinzu kommen Überkapazitäten bei Krankenhäusern, durch die sich der Kampf um Patienten stark erhöht hat.
Gängige Praxis in ganzen Regionen
Laut Manfred Wirth, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie und Klinikdirektor in Dresden, gibt es ganze Regionen, in denen solche Prämien inzwischen gängige Praxis seien. Er kenne Fälle, in denen einweisende Ärzte vom Krankenhaus "das Zehn- bis Zwanzigfache angeboten bekommen, was ihnen die Kassenärztliche Vereinigung für den Patienten für das ganze Quartal überweist". Dadurch entstehe die "Gefahr, dass Patienten nicht mehr in das für sie optimale Krankenhaus eingewiesen werden". Auch das Vertrauensverhältnis zum Arzt könne leiden.
Private Klinikbetreiber wiesen den Vorwurf, Prämien zu kassieren, von sich. Tatsächlich sind Belege für solche Praktiken kaum zu finden. Laut Kösters kaschieren Ärzte ihre Forderungen an die Krankenhäuser, indem sie Leistungen dafür anführten. Die Entlohnung liefe etwa nach dem Motto: "Übertragt uns die Vordiagnostik zu üppigen Sätzen, oder ihr bekommt von uns keine Patienten mehr."
Die Einweisung eines Patienten etwa, der eine neue Hüfte bekommt, hätten sich Krankenhäuser bis zu 1000 Euro kosten lassen, berichtet die "FAZ". Einen Teil davon hätten sie sich anschließend bei "ausgewählten" Reha-Einrichtungen zurückgeholt.
Dem Bericht zufolge bereiten die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Krankenhausgesellschaft derzeit ein gemeinsames Rundschreiben vor, das den Abrechnungswildwuchs beschneiden soll. Geld für eine Einweisung zu nehmen, sei "total verboten", sagte Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe. Tatsächlich untersagt die Musterberufsordnung Ärzten, "für die Zuweisung von Patienten oder Untersuchungsmaterial ein Entgelt oder andere Vorteile sich versprechen oder gewähren zu lassen oder selbst zu versprechen oder zu gewähren". Allerdings gebe es zahlreiche juristische Kniffe, die Kooperationen zwischen Zuweisern und Kliniken gerechtfertigt und legal erscheinen lassen können.
ssu
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Mich würden hier mal schlicht und einfach Zahlen interessieren. Wieviele Fangprämien werden bezahlt, vom welchem Krankenhaus und vor allem wo? Hier bei uns gibt es das jedenfalls nicht. Gut, wir leben auf dem Land. Das [...] mehr...
Jetzt tun Sie so, als ob es gerade die Ärzte sind, die bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit gehen und dafür trotzdem noch am Hungertuch nagen müssen. Ich gebe zu, der Arztberuf ist nicht jedermanns Sache und er erfordert [...] mehr...
Haben Sie den Satz "Geld spielt keine Rolle." schon mal ernsthaft von Jemandem gehört, der Geld nicht im Überfluss hatte? Würden SIE ihn zu einem Privatarzt sagen, wenn die Rechnung nachher an Sie geht? Böse gesagt, [...] mehr...
1. Durch das, was gerade geschieht, durch Aufdecken. 2. Die Krankenhäuser haben anscheinend zuviel Geld. mehr...
Was meinen Sie jetzt? Das derzeitge Honorarsystem für Kassenpatienten ist so ausgelegt, dass es schlicht unmöglich ist eine ordentliche Rechnung/Quittung zu schreiben. Von mir aus kann man das sofort ändern. Feste [...] mehr...
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