Hamburg - Verbraucher können sich derzeit nicht nur über sinkende Lebensmittelpreise freuen - sondern auch über stabile Mieten: Das ergibt der aktuelle Mietspiegelindex, den der Immobilienspezialist F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH am Mittwoch vorgelegt hat. Der Erhebung zufolge sind die Zahlungen für eine 65 Quadratmeter große Wohnung mittlerer Ausstattung und Lage im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 0,6 Prozent gestiegen. In den vergangenen Jahren waren die Mieten teils um mehrere Prozent gestiegen.
Je nach Region schwanken die Preise allerdings deutlich: In Ostdeutschland und in Nordrhein-Westfalen sind die Mietsteigerungen mit 0,4 Prozent leicht unterdurchschnittlich, in Norddeutschland gab es in der Summe sogar überhaupt keine Mietsteigerungen. In Baden-Württemberg und Bayern sind die Preise dagegen mit 1,5 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt.
Vor allem in Wirtschaftsmetropolen zahlen Mieter kräftig drauf: In München kosten Wohnungen 71 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Dieser beträgt 5,84 Euro pro Quadratmeter - in der bayerischen Landeshauptstadt zahlt man im Schnitt 9,99 Euro Nettokaltmiete. In Wiesbaden, Stuttgart, Köln oder Düsseldorf liegen die Zahlungen 20 bis 30 Prozent über Normalniveau. In Stuttgart und etwa Köln beträgt die Nettokaltmiete gut 7,40 Euro pro Quadratmeter. In Hamburg, Frankfurt am Main und Mainz beträgt die Nettokaltmiete im Durchschnitt knapp 6,80 Euro pro Quadratmeter, gut 15 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt.
Berlin noch immer unter Bundesdurchschnitt
Recht günstig dagegen wohnt man in Berlin: In der Hauptstadt liegt das Mietenniveau in den westlichen Stadtteilen derzeit sieben Prozent unter dem deutschen Mittelwert, im Ostteil sogar zwölf Prozent. Auch in vielen anderen ostdeutschen Großstädten ist das Mietniveau niedrig. In Erfurt wenden die Mieter im Durchschnitt 5,44 Euro pro Quadratmeter auf, in Halle an der Saale, Schwerin und Dresden kommen sie mit gut 5,30 Euro pro Quadratmeter aus (Übersichten der teuersten Städte für Mieter entnehmen Sie der Tabelle links und der Fotostrecke.
Zudem werden in Ost- und Westdeutschland verschiedene Wohnungstypen nachgefragt. In den westlichen Regionen gilt oft die Regel: Je jünger die Wohnung, desto höher die Miete. In Ostdeutschland dagegen sind Altbauten inzwischen teurer als Wohnungen aus der Nachkriegszeit. Erst Gebäude, die nach der Wende 1989 gebaut worden sind, haben wieder ein deutlich höheres Mietniveau.
Für die Erhebung wertet das Unternehmen F+B die Mietspiegel von 500 deutschen Gemeinden ab 10.000 Einwohnern aus. Auf der Grundlage dieser Angaben errechnen die Hamburger Spezialisten für Immobilienmarktforschung jährlich überregionale Vergleichsdaten für Wohnungsmieten.
Obwohl die Kommunen nicht dazu verpflichtet sind, Mietspiegel zu erstellen, tun dies gegenwärtig 500 Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern, das entspricht 32 Prozent aller Kommunen. Insbesondere Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern haben zu rund 85 Prozent einen Mietspiegel, bei den mittelgroßen Städten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern liegt der Verbreitungsgrad bei 75 Prozent, bei den Städten zwischen 20.000 un 50.000 Einwohnern immerhin noch bei 40 Prozent.
ssu
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