Luxemburg/Brüssel - Günstigere Energiepreise haben den Verbrauchern in der Euro-Zone im Oktober erneut sinkende Lebenshaltungskosten beschert. Die Verbraucherpreise gaben verglichen mit dem Vorjahr um 0,1 Prozent nach. Das teilte das Statistikamt Eurostat am Montag mit. Im September gingen die Verbraucherpreise noch um 0,3 Prozent zurück.
Analysten hatten mit diesem Rückgang gerechnet. Allein Energie kostete 8,5 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Experten rechnen jedoch damit, dass dieser Effekt in den kommenden Monaten ausläuft und die Verbraucherpreise wieder steigen.
Hintergrund ist die Entwicklung des Ölpreises: Dieser hatte im Juli 2008 ein Rekordhoch bei fast 150 Dollar je Barrel erreicht und war danach bis zum Jahresende wieder drastisch gesunken. Inzwischen kostet der wichtige Rohstoff aber wieder 80 Dollar je Barrel und damit mehr als zum Höhepunkt der Krise im Winter 2009.
Daneben entlasten die sinkenden Lebensmittelpreise die Verbraucher. Gemüse verbilligte sich binnen Jahresfrist um 4,7 Prozent. Milch, Käse und Eier kosteten 4,4 Prozent weniger als im Oktober 2008.
Verstärkt zur Kasse gebeten wurden die Konsumenten dagegen für Tabak, der 5,8 Prozent teurer wurde, für Werkstatt-Dienstleistungen mit plus 3,5 Prozent und für kulturelle Angebote mit plus 2,6 Prozent. Innerhalb der Euro-Zone unterschied sich die Preisentwicklung erheblich: Während die Lebenshaltungskosten in Irland um 2,8 Prozent binnen Jahresfrist fielen, mussten die Verbraucher in Griechenland 1,2 Prozent mehr bezahlen als im Oktober 2008.
In Deutschland gaben die Preise 0,1 Prozent nach. Binnen Monatsfrist lag die Inflation bei 0,2 Prozent. Preistreiber waren hier Kleidung und Schuhe, auch Heizöl wurde wieder teurer. Günstiger wurden dagegen Pauschalreisen, Hotelübernachtungen und Kraftstoffe.
Nach den Regeln der Europäischen Zentralbank herrscht im gemeinsamen Währungsgebiet mit 16 Ländern bei Jahresraten von bis zu 2,0 Prozent Preisstabilität.
fro/dpa/Reuters
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