Shanghai - Es soll eine Weltausstellung der Superlative werden. Zumindest mit der Eröffnungsfeier kam Shanghai diesem Anspruch schon einmal ganz nah. Mit einer Multimedia-Show ist die Expo 2010 eröffnet worden, Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao versprach eine "großartige und unvergessliche" Ausstellung.
"Eine Eröffnungsfeier dieser Größe für eine Weltausstellung hat es noch nie zuvor gegeben", sagte der künstlerische Leiter David Atkins.
An der Feier mit Feuerwerk, Wasserspielen und Lasershows im Ufo-förmigen Kulturzentrum der Ausstellung nahmen mehr als 20 Staats- und Regierungschefs teil. Die Expo 2010 findet unter dem Motto "Eine bessere Stadt, ein besseres Leben" statt. Mit knapp 250 Ländern und Organisationen gibt es mehr Teilnehmer als je zuvor.
Den Auftakt der Expo, die am Samstag die Pforten für Besucher öffnet, begleiteten die strengsten Sicherheitsmaßnahmen in der Geschichte der 18-Millionen-Metropole Shanghai. Überall auf den Straßen waren Polizisten präsent. In U-Bahnen, Flughäfen und Hotels wurden Taschen kontrolliert.
Deutscher Pavillon kostet 50 Millionen Euro
In den nächsten sechs Monaten werden 70 Millionen Besucher in der Hafenmetropole erwartet, darunter fünf Millionen aus dem Ausland. Bei der Expo in Hannover vor zehn Jahren waren es rund 18 Millionen. Mit fünf Quadratkilometern ist das Gelände auf beiden Seiten des Huangpu-Flusses das größte in der 159-jährigen Geschichte der Expos. Nie zuvor wurde so viel Geld in eine Weltausstellung gesteckt. Die Kosten liegen bei geschätzten 40 Milliarden Euro.
Nordkorea und die USA feiern ihre Expo-Debüts
Rund 170.000 Freiwillige, meist Studenten, sind für die Expo mobilisiert worden. Hotels, Restaurants, Geschäfte und Taxifahrer spekulieren auf gute Geschäfte. Besucher müssen sich aber auf stundenlange Wartezeiten einstellen. Ein Besuch im traditionell roten chinesischen Pavillon, der 63 Meter hohen "Krone des Orients", muss eigens gebucht werden.
Mit chinesischer Hilfe nimmt erstmals auch das verarmte Nordkorea an einer Expo teil. China hat ferner afrikanischen Nationen einen großen gemeinsamen Pavillon zur Verfügung gestellt. Mit Blick auf den lukrativen chinesischen Wachstumsmarkt sind die USA erstmals wieder mit einem eigenen Länderpavillon bei einer Expo dabei. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte 60 Millionen US-Dollar an Spenden gesammelt, da nach US-Recht keine öffentlichen Gelder ausgegeben werden dürfen.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren Chinas Regierung
Menschenrechtsgruppen kritisierten die Verfolgung von Bürgerrechtlern im Zusammenhang mit der Expo. So war die Wohnung des bekannten Kritikers Feng Zhenghui in Shanghai durchsucht worden. Seine Computer wurden beschlagnahmt. Er wollte eine "Expo der Ungerechtigkeit der Justiz" im Internet veröffentlichen. Tibetische Aktionsgruppen kritisierten den Tibet-Pavillon auf der Expo. Die Organisation Free Tibet sprach von einem "plumpen Versuch" der chinesischen Regierung, über die Menschenrechtsverletzungen in Tibet hinwegzutäuschen.
Auch Grünen-Politiker Volker Beck griff das Gastgeberland scharf an. "Mit der Expo bekommt China einmal mehr die Möglichkeit, sich triumphal zur Schau zu stellen, ohne auf die Einhaltung der Menschenrechte achten zu müssen", sagte Beck. Die teilnehmenden Unternehmen trügen dazu bei, dass China die Menschenrechte ignoriere, so der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion.
Beck warf unter anderem der Staatengemeinschaft und der für die Expo verantwortlichen Organisation "Bureau International des Expositions" (BIE) vor, China nicht genug unter Druck zu setzen, ein Mindestmaß an Menschenrechten einzuhalten.
jok/AP/Reuters/dpa
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