Berlin - Wer Biolebensmittel kauft, tut Gutes. "Er investiert in eine ökologische, tiergerechte und nachhaltige Landwirtschaft", sagte Ina Bockholt im Deutschlandradio. Die Mitarbeiterin der Stiftung Warentest macht Ökoanhängern mit diesem Argument ein wenig Mut. Das dürfte freilich nötig sein, denn das Fazit der Tester ist insgesamt enttäuschend für die Biobranche.
Insgesamt 85 Lebensmitteluntersuchungen seit 2002 haben die Tester ausgewertet - und kommen zu dem Schluss: Bio ist nicht unbedingt gesünder oder schmackhafter als normale Kost. Im Durchschnitt gebe es keine qualitativen Unterschiede.
Schwache Ergebnisse erhielten die Biolebensmittel mehrfach bei Geschmack und Nährstoffgehalt, etwa von Babymenüs. 13 von 15 getesteten Produkten waren hier aus ökologischer Produktion - alle bekamen im Bereich Ernährungsphysiologie nur ein "befriedigend", sagte Bockholt dem Deutschlandradio. Der Grund: Sie enthielten zu wenig Fett und teilweise auch zu wenig Eisen.
Insgesamt liegen die konventionell erzeugten Lebensmittel knapp vor der Bioware. 45 Prozent der normalen Produkte bekamen eine gute oder sehr gute Bewertung, bei den Ökoprodukte waren es 41 Prozent. Die Note "mangelhaft" vergaben die Tester an 15 Prozent der Bio- und an 14 Prozent der Standardlebensmittel. Bioprodukte schnitten bei Tee, Vollmilch und Würzölen besser ab, bei nativem Rapsöl dagegen die konventionellen Produkte.
Allerdings bietet die Ökokost neben der Nachhaltigkeit einen großen Vorteil: Pestizide kommen wesentlich seltener vor. "75 Prozent der Bioprodukte waren pestizidfrei", sagte Testerin Bockholt dem Deutschlandradio. Bei den konventionellen Lebensmitteln waren es dagegen nur 16 Prozent der getesteten Produkte.
Bockholt sagt daher, wer Wert auf eine Landwirtschaft mit möglichst wenig Pestiziden lege, sei mit Bioware am besten dran. "Allerdings muss man sagen, dass Bioware ihren Preis hat: Sie ist etwa 30 Prozent teurer."
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es unter Berufung auf das Deutschlandradio, dass die Biolebensmittel bei den Noten "gut" und "sehr gut" knapp vorne liegen. Dies ist auf einen Zahlendreher des Deutschlandradios zurückzuführen. Tatsächlich liegen die konventionellen Produkte knapp vorne. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
cte/AFP
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Man kann der Spiegel-Redaktion bestenfalls vorwerfen, dass man nicht gründlich gegen gelesen hat, was einem da serviert wurde. mehr...
Unklarer (und damit tendenziöser) kann man wohl nicht berichten: Im Titel ist von "gleich auf" die Rede - im Text werden dann "Kriterien" wie Gesundheit, Geschmack und nachhaltige Landwirtschaft auf's [...] mehr...
Na ja, na ja. Eine differenzierte Betrachtungsweise hilft. Nichtkonventionelle Anbaumethoden pauschal als ineffizient zu bezeichnen, greift zu kurz. Im Hopfen-Anbau z.B. gibt es sehr gute Ergebnisse mit dem Verzicht auf [...] mehr...
Ich schau mir oft die Herkunftsbezeichnungen an und lese da mit erstaunen, dass da Kartoffeln aus Russland dabei sind. Gleichzeitig sehe ich in Nachrichtensendungen, oder Reiseberichten, dass gerade in Russland ganze Landstriche [...] mehr...
Interessant... Milch die pasteurisiert ist, wird nicht mehr sauer, da durch die Pasteurisierung (üblicherweise Erhitzen der Milch für 15 Sekunden auf 74.3ºC) die für das Sauerwerden verantworlichen Milchsäurebakterien [...] mehr...
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