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27.05.2010
 

Treffen in Berlin

Geithner und Schäuble wollen Spekulanten bekämpfen

Finanzminister Geithner, Schäuble: Breiter Konsens über Reform der Finanzregulierung Zur Großansicht
REUTERS

Finanzminister Geithner, Schäuble: Breiter Konsens über Reform der Finanzregulierung

Die Bundesrepublik prescht bei der Finanzmarktregulierung vor, das sorgt für Verstimmung bei US-Präsident Obama: Doch sein Finanzminister bemüht sich beim Treffen mit dem deutschen Amtskollegen Schäuble um Einigkeit. Beide betonen ihren Willen, ausufernder Spekulation Einhalt zu bieten.

Berlin - Die USA und Deutschland bemühen sich, jeden Anschein von Streit zu verwischen. Man sei bei der Finanzmarktregulierung näher beieinander als dies den Anschein habe, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble. Er traf am Donnerstag seinen US-Kollegen Timothy Geithner.

Das Treffen stand unter ungünstigen Vorzeichen. Laut "Süddeutscher Zeitung" ist die US-Regierung verstimmt darüber, dass Deutschland beim Verbot von ungedeckten Wertpapier-Leerverkäufen vorgeprescht ist. In Washington gebe es Befürchtungen, dass die Deutschen mit ihren Alleingängen den Reformprozess der G-20 gefährden, zitiert die Zeitung einen Berater.

Die Staats- und Regierungschefs der 20 weltweit wichtigsten Industrie- und Schwellenländer kommen Ende Juni in Kanada zu ihrem nächsten Gipfel zusammen. Dort sollen Konsequenzen aus der Finanzkrise gezogen werden.

Geithner sagte, es gebe einen breiten Konsens über eine Reform der Finanzregulierung, die US-Regierung wolle einen strengen weltweiten Rahmen für die Märkte setzen. Schäuble sprach von "intensiven Gesprächen" und mahnte Fortschritte in Regulierungsfragen an. Weltweite Regeln seien erforderlich.

Video-Spezial: Steuern gegen Spekulanten

Foto: Corbis

Geithner lobt Deutschlands Führungsrolle

Auch bei der Bewältigung der Euro-Krise fand Geithner lobende Worte für Schäuble: Er hob Deutschlands Führungsrolle beim 750-Milliarden-Rettungsschirm hervor (siehe Infobox in der linken Spalte).

Zu einer möglichen Meinungsverschiedenheit beim Thema Schulden sagte der US-Finanzminister, alle Länder wüssten um die Bedeutung, ihre Defizite zu reduzieren. Zugleich bedürfe es enger Kooperation, um für die Erholung der Weltwirtschaft zu sorgen.

Laut "SZ" halten die USA Deutschland und anderen Staaten vor, mit ihren Sparprogrammen das globale Wachstum zu bedrohen. Es sei ungewiss, ob sich die Staats- und Regierungschefs der G-20 in Kanada auf konkrete Schritte für ein nachhaltigeres Wachstum, solidere Staatsfinanzen und stabile Märkte einigen könnten.

Während die USA auch um den Preis noch höherer Staatsschulden die globalen Wachstumsraten hoch halten wollten, halte die Bundesregierung die hohe Staatsverschuldung für eine Bedrohung der langfristigen Konjunkturaussichten und setze auf Sparen.

cte/Reuters/AP

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