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29.05.2010
 

Gastronomie

Deutsche Bahn verärgert Sarah Wiener

Sarah Wiener mit Rolf Zacherl und Johann Lafer (r.) bei Johannes B. KernerZur Großansicht
DDP

Sarah Wiener mit Rolf Zacherl und Johann Lafer (r.) bei Johannes B. Kerner

Von wegen gesund und ohne Zusatzstoffe: Die TV-Köchin Sarah Wiener sieht sich von der Deutschen Bahn getäuscht. Das Unternehmen serviert in seinen Speisewagen Gerichte nach dem Rezept der Fernsehköchin - allerdings mit Aromen und entgegen getroffener Absprachen.

Hamburg - Die Fernsehköchin Sarah Wiener ärgert sich über die Deutsche Bahn - weil die sich nicht an vertragliche Absprachen gehalten haben soll. Mit der Aktion "TV-Köche tischen auf!" wirbt das Unternehmen derzeit für seine Bordrestaurants und serviert dort Gerichte von bekannten Köchen. In den Speisewagen wurde im Mai auch "Mit Kerbel-Pesto gefüllte Schweinefleischroulade mit Honig-Petersilien-Karotten und Knöpfle" nach einem Rezept von Wiener serviert. Begeisterte Kunden können sich die Anleitung sogar im Netz herunterladen.

Bei der Zubereitung hat sich die Bahn jedoch offenbar nicht ganz an die Vorgaben der TV-Köchin gehalten: Dem Gericht wurden außer gehärtetem Palmfett auch Hefeextrakt, das Verdickungsmittel Xanthan, Zitronensäure und nicht näher definierte Aromen beigesetzt, wie die Verbraucherorganisation Foodwatch vergangene Woche enthüllte.

"Mit der Bahn war vereinbart, dass etwaige Rezepturänderungen mit mir abgesprochen werden", sagt Wiener. "Da keine Änderungen kommuniziert worden sind, bin ich davon ausgegangen, dass meine Rezepte eins zu eins umgesetzt worden sind." Sie wolle die Deutsche Bahn nicht an den Pranger stellen, der Fall zeige aber deutlich, "dass wir dringend mehr Transparenz bei der Lebensmittelkennzeichnung brauchen, damit jeder Bürger versteht, was er isst".

Bei der Bahn hält man das Ganze für ein Missverständnis, die Rezeptur sei nicht verändert worden. Man habe die Gerichte in den Großküchen der beauftragten Produzenten nachkochen lassen, sie seien am Ende durch Wiener freigegeben worden. Trotzdem reagiert das Unternehmen - und will ab Juni die "Qualität bei der Produktion unserer Menükomponenten" verbessern. Zusatzstoffe wie Hefeextrakt, gehärtete Fette und Maltodextrin würden in den Gerichten der Sterneköche nicht mehr verwendet.

sam

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