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03.09.2010
 

Umstrittener Neubau

"Stuttgart-21"-Gegner besetzen Bäume

Aktivisten im Stuttgarter Schlossgarten: Protest im GeästZur Großansicht
ddp

Aktivisten im Stuttgarter Schlossgarten: Protest im Geäst

Der Protest gegen das Milliardenbahnprojekt "Stuttgart 21" ebbt nicht ab. Am Freitagabend sind erneut mehr als 30.000 Menschen auf die Straße gegangen. Einige Demonstranten stiegen im Schlossgarten auf Bäume, die wegen der Bauarbeiten gefällt werden sollen

Stuttgart - An einem Protestzug gegen das Projekt "Stuttgart 21", dem umstrittenen Neubau des Hauptbahnhofs, beteiligten sich in der Stuttgarter Innenstadt nach Angaben der Polizei am Freitag mindestens 30.000 Menschen, die Veranstalter sprachen von 65.000 Teilnehmern.

Nach Einbruch der Dunkelheit zündeten viele Teilnehmer Kerzen, Lampions und Fackeln an. Aktivisten besetzten zwei Bäume im Schlossgarten, die für die Bauarbeiten gefällt werden sollen. "Die Bäume des Schlossgartens sind, genauso wie der Nordflügel des Bahnhofs, zum Symbol geworden für alles, was durch 'Stuttgart 21' zerstört werden soll", sagte ein Baum-Besetzer.

Unterdessen rückt das geplante Spitzengespräch zwischen Befürwortern und Gegnern von "Stuttgart 21" näher: Laut der Nachrichtenagentur dpa haben nach den Kritikern auch die Träger des Projekts ihre Teilnehmer für das Treffen am kommenden Freitag benannt. Neben Bahnchef Rüdiger Grube, Ministerpräsident Stefan Mappus und Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (beide CDU) soll auch Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner (SPD) mit am Tisch sitzen.

Das Spitzengespräch könnte aber immer noch platzen, weil die Bahn es bisher ablehnt, die Forderung des Aktionsbündnisses gegen "Stuttgart 21" nach einem vorläufigen Stopp der Abrissarbeiten am Hauptbahnhof zu erfüllen. "Wir erwarten ein Zeichen von der Bahn", sagte der Sprecher der Grünen-Fraktion. Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann hatte gemeinsam mit Mappus zu dem Treffen eingeladen.

SPD-Landeschef plädiert für Stopp der Abrissarbeiten

Doch der Druck auf die Bahn wächst auch aus dem Lager der Befürworter des Bauprojekts. SPD-Landeschef Nils Schmid sprach sich dafür aus, den Abbruch vorübergehend ruhen zu lassen. "Diese Geste ist naheliegend und durchaus angebracht, um den ernsthaften Willen zu einer möglichen Verständigung deutlich zu machen", sagte Schmid. OB Schuster stemmt sich jedoch weiter gegen einen vorrübergehenden Stopp der Bauarbeiten.

Der Streit um "Stuttgart 21" sorgt auch für Krach zwischen den möglichen Koalitionspartnern SPD und Grünen. Grünen-Bundeschef Cem Özdemir kritisierte die Südwest-SPD: "Man fragt sich: Was ist der spezifische Beitrag der SPD in Baden-Württemberg?" Die Grünen seien die einzigen, die den Angriff gegen die Regierungsparteien CDU und FDP organisierten, so Özdemir.

jok/dpa

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Die neuesten Beiträge:
06.09.2010 von Fred Heine: Der reine Bonatz

Bonatz hat den Bahnhof ursprünglich ohne die beiden Seitenflügel geplant. Nur widerwillig und aus rein praktischen Erwägungen hat er sie dazugesetzt. Wenn S21 fertig ist, haben wir endlich den "reinen Bonatz", den [...] mehr...

06.09.2010 von schorschclowny: gleiche Probleme überall

Das Frankfurter Projekt 2002 scheiterte Finanzierung scheiterte und es wurde klar: Im Wesentlichen hätten Fernreisende profitiert, der Regional- und Nahverkehr wäre erneut vernachlässigt worden, es hätte längere Umsteigewege und [...] mehr...

05.09.2010 von Scheidungskind: Frankfurt 21 vs. Stuttgart 21

In Frankfurt (und München) war geplant, den Durchgangsbahnhof über 40 Meter tief unter die Erde zu legen. Reisende/Wartende da im Notfall zu evakuieren ist viel schwieriger, als im nahe der Oberfläche gelegenen S21 mit seinen [...] mehr...

05.09.2010 von Anthrophilus: Für alle, die den Stuttgarter Bahnhof so lieben ...

... wie ich, hier eine Downloadmöglichkeit (kleiner Pfeil nach unten in Kästchen unter dem Bild) für 121 hochauflösende Fotos des Stuttgarter Hauptbahnhofs aus besseren Tagen: [...] mehr...

05.09.2010 von schorschclowny: in Frankfurt schon 2002 verworfen

sehe ich genauso und eine gute Stellungnahme gibts dazu im Kommentar der Frankfurter Rundschau: das gleiche Szenario wie weiland in Stuttgart wurde in Frankfurt schon 2002 verworfen - ohne dass dort die Lichter ausgegangen sind. [...] mehr...

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Außer dem Projekt Deutsche Einheit mit dem Aus- und Neubau der Strecke Nürnberg-Berlin ist Stuttgart 21 samt der Trasse nach Ulm das größte Bauvorhaben der Bahn AG. Die Kennzahlen:

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