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06.09.2010
 

Banken und Sparkassen

Weitere Filialen von Schließung bedroht

In Zukunft könnte der Weg zur Hausbank für die Kunden noch ein Stück länger werden: Wie die Deutsche Bundesbank mitteilte, dünnen Deutschlands Kreditinstitute ihr Filialnetz weiter aus. Die aufwendige Kundenbetreuung ist zu teuer, jedes vierte Institut will Zweigstellen schließen.

Frankfurt/Main - Während der Finanzkrise wurden sie immer wichtiger - trotzdem sollen sie weichen: Die klassische Hausbank mit ihrer Filiale um die Ecke wird in Zukunft womöglich zur Ausnahme. Weil Online- oder Telefonbanking weniger kostet, will jede vierte Bank bis 2012 weitere Filialen dichtmachen. Das meldete die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt.

Vor elf Jahren konnten Bankkunden in Deutschland noch in beinahe 60.000 Filialen ihre Bankgeschäfte erledigen. Seither wurden immer mehr Zweigstellen geschlossen. 2009 gab es weniger als 39.500, meldete die Bundesbank. Allerdings hatte sich der Abbau der Filialen in den vergangenen Jahren verlangsamt: Im Jahr 2006 betrug der Rückgang noch 8,5 Prozent, im Jahr 2007 1,2 Prozent und 2008 nur noch 0,6 Prozent.

Damit haben die Geldhäuser sehr unterschiedliche, teils entgegengesetzte Konsequenzen aus der Finanzkrise gezogen. 41 Prozent der deutschen Banken wollen ihren Filialbetrieb im laufenden Jahr sogar ausbauen - im harten Wettbewerb um Kunden setzen sie weiterhin vor allem auf die Filiale als klassischen Vertriebskanal. Jedes vierte Institut jedoch will der Studie zufolge bis 2012 weitere Zweigstellen schließen, um Kosten zu senken.

In der Euro-Zone insgesamt sank die Zahl der Kreditinstitute stärker als in Deutschland. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) waren zum Jahresanfang 8076 Institute im Euroraum ansässig. Das waren 274 oder 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist insbesondere auf Spanien zurückzuführen, wo mit 50 Instituten mehr als jedes zehnte (10,5 Prozent) verschwand.

kim/dpa

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