Berlin - Diamanten, geschlossene Immobilienfonds in Dubai oder Schiffsanteile - der so genannte graue Markt ist für Anleger besonders riskant, denn bislang gab es hier keine staatliche Regulierung. Künftig sollen Verbraucher besser vor dubiosen Geldanlagen geschützt werden. Die Bundesregierung hat sich jetzt am Mittwoch auf Regeln zur Kontrolle des sogenannten grauen Kapitalmarkts geeeinigt. Auf dem grauen Kapitalmarkt werden spezielle Finanzprodukte ohne staatliche Regeln vertrieben.
Demnach müssen Vermittler solcher Anlagen demnächst eine professionelle Ausbildung nachweisen. Die Pflichten zu Beratung, Information und Dokumentation, die bisher schon für alle anderen Wertpapiere gelten, sollen künftig auch für den grauen Kapitalmarkt gelten. Ein entsprechender Gesetzentwurf könnte bis zum Jahresende vom Kabinett beschlossen werden.
Was sich nicht ändern wird: Die rund 80.000 Verkäufer von Finanzprodukten am grauen Kapitalmarkt bleiben der Gewerbeaufsicht unterstellt - und kommen nicht unter Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Das Wirtschaftsministerium hatte argumentiert, dass durch die Beibehaltung der Gewerbeaufsicht weniger Bürokratie und Kosten verursacht würden.
Als "grau" wird der Markt für alternative Finanzprodukte bezeichnet, weil er keiner staatlichen Aufsicht untersteht. Zwar sind nicht automatisch alle Angebote auf dem grauen Kapitalmarkt unseriös, doch gibt es viele schwarze Schafe: Oft werden die Produkte über Prospekte, Telefonwerbung oder E-Mail angeboten. Häufig sind es jedoch dubiose Angebote zu überhöhten Preisen, mit versteckten Risiken oder Fantasie-Renditen. Das Nachsehen haben die Anleger, denen sie schwere Einbußen bescheren können.
kim/AFP
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Wir erinnern uns: Die Finanzkrise haben die Banken mit ihren merkwürdigen Zertifikaten (z.B. Lehmann) heraufbeschworen, nicht der sogenannte graue Kapitalmarkt. Wir erinnern uns desweiteren, dass die Banken gerade das Vertrauen [...] mehr...
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