Hamburg - Die Handelskette Media-Saturn will Elektrogeräte unter eigenen Marken anbieten. Das kündigte Konzernchef Roland Weise am Donnerstag an. In diesem und im kommenden Jahr werde die Metro-Tochter in den Filialen von Media Markt und Saturn nach und nach vier selbstentwickelte Marken einführen. Die Gewinnmarge bei Eigenmarken ist in der Regel höher als bei Markenprodukten, weil das Unternehmen zwischen wechselnden Herstellern auswählen kann.
Die Geräte - vom Haarföhn über den Computer bis zum Kühlschrank - sollen vor allem in Asien von Auftragsfertigern produziert werden und etwa zehn Prozent weniger kosten als vergleichbare Markenprodukte. Zu den Herstellern gehören unter anderem Bosch Siemens und Foxconn, das wegen mieser Arbeitsbedingungen in der Kritik steht. "Wir werden in allen Segmenten mit Markenherstellern kooperieren", sagte Einkaufschef Wolfgang Kirsch.
Langfristig sollen die Eigenmarken fünf Prozent zum Umsatz beitragen. Angesichts eines Nettoumsatzes des Konzerns von 19,7 Milliarden Euro im Jahr 2009 entspricht dies etwa einer Milliarde Euro. "Es wird kein unglaublich großer Anteil sein", sagte Kirsch. Aber selbst ein, zwei oder drei Prozent brächten eine erkleckliche Summe. Über die Kosten des Projekts machte Kirsch keine Angaben.
Erste Produkte für das Weihnachtsgeschäft
Bereits im Weihnachtsgeschäft sollen in den Filialen von Media Markt und Saturn Geräte der Billigmarke ok und der im mittleren Preissegment angesiedelten Marke Koenic stehen. Diese sollen vom Eierkocher über Fernseher, Kühlschränke und Waschmaschinen das gesamte Sortiment abdecken. Die Marken Peaq für hochwertige Unterhaltungselektronik und isy für Zubehör sollen 2011 folgen.
Insgesamt werde es zunächst 60 Artikel unter den Namen der vier neuen Marken geben, später sollen es mehrere hundert werden. Pläne, andere Marken aus dem Sortiment zu nehmen, gibt es Weise zufolge nicht. "Aber wir rechnen mit Verdrängung", sagte er.
Die neuen Produkte wird es zunächst nur in Deutschland, den Niederlanden, Italien und Österreich geben. Bis 2012 soll die Einführung nach Kirschs Angaben in 16 europäischen Ländern abgeschlossen sein. Insgesamt betreibt der Konzern in diesen Ländern 845 Filialen.
Vergangene Woche hatte der Elektro-Händlerverband Euronics ebenfalls angekündigt, im kommenden Jahr eigene Marken für die Läden seiner Mitglieder herstellen zu lassen. Media-Saturn und Euronics gelten bei den Lieferanten schon bisher als harte Einkäufer auf dem Markt für Verbraucher-Elektronik.
ulz/dpa/AP/Reuters
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seit ewiger Zeit nur beim "Elektromarkt um die Ecke". Der ist zwar klein und etwas teurer, aber die Beratung, wenn ich denn mal eine brauche, ist dafür um so kompetenter. mehr...
Dieses "beraten lassen, online kaufen"-Verhalten finde ich ehrlich gesagt auch asozial, besonders bei kleinen Fachmärkten, die gute Beratung bieten. Wenn man schon kompetent informiert wird, kann man auch die paar Euro [...] mehr...
Was der Vor-Leser anregt, mache ich seit vielen Jahren. Das Konzept von Media-Markt und Genossen ist doch, ein paar Artikel zum Einstandspreis anzubieten, die Blöden in ihre Läden zu locken, um dann ihre überteuerten Produkte [...] mehr...
Das ist in der Tat nicht blöd, sondern schlichtweg asozial. Und ehrlich gesagt, sind mir dann in der Gesellschaft die "Blöden" doch lieber. mehr...
Ich kauf im Internet, da ist von Sony bis Canon alles naturgemäßg 10% günstiger als bei den Großmärkten, wenn nicht sogar noch günstiger. Im Fachhandel ist es manchmal sogar noch teurer. Gute Beratung kriegt man fast nirgends. [...] mehr...
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