Krankenversicherung Diese 18 Krankenkassen wollen ab Januar die Beiträge senken

Gesetzlich Krankenversicherte zahlen bald weniger: Ab Januar müssen die Arbeitgeber die Hälfte der Zusatzbeiträge übernehmen. Darüber hinaus wollen 18 Kassen die Beiträge zusätzlich senken.

Symbolbild
DPA

Symbolbild


Im Jahr 2019 wird die Krankenversicherung für die meisten gesetzlich Versicherten deutlich günstiger. So sinkt für Selbstständige mit geringem Einkommen der Mindestbeitrag: Bislang lag er bei monatlich 356 Euro, ab dem kommenden Monat sind es 160 Euro.

Viele Angestellte werden ebenfalls entlastet: In Zukunft übernehmen Arbeitgeber nicht mehr nur wie bisher die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes von 14,6 Prozent, sondern auch die Hälfte des Zusatzbeitrags, den die Versicherten bislang allein schultern mussten. Für einen Arbeitnehmer mit 3000 Euro Monatseinkommen brutto macht das bei einem Zusatzbeitrag von einem Prozent eine Ersparnis von immerhin 180 Euro im Jahr, hat die Stiftung Warentest errechnet.

Dazu kommt: Bislang 18 Kassen haben gegenüber "Finanztest" - dem Finanzmagazin der Stiftung Warentest - in Aussicht gestellt, ab Januar den Zusatzbeitrag insgesamt zu senken, den sie erheben. Zwei Kassen wollen ihre Beiträge hingegen erhöhen. Hinzu kommt die Viactiv KK. Sie taucht nicht in der Tabelle auf, weil sie die Beiträge zum Jahreswechsel konstant hält, hat aber angekündigt, ihren Beitrag ab April um 0,5 Prozentpunkte abzusenken.

In der Tabelle finden Sie die 18 Kassen, die ihre Beiträge senken wollen. Am Ende stehen die beiden Krankenkassen, die eine Erhöhung angekündigt haben. Dort, wo die Höhe der Beitragsveränderung noch unklar ist, ist die Richtung der Veränderung in Form eines Zeichens für "größer" (>) beziehungsweise "kleiner" (<) dargestellt.

Bei allen Kassen müssen die beabsichtigten Änderungen des Zusatzbeitrags allerdings noch durch den Verwaltungsrat sowie den Aufsichtsbehörden bestätigt werden. Im Detail sind also noch Abweichungen möglich.

Krankenkassen Zusatzbeiträge

Krankenkasse Beitrag ab Januar 2019 (in Prozent) davon: Zusatzbeitrag Beitrag im Dezember 2018 (in Prozent) davon: Zusatzbeitrag
AOK Bremen/ Bremerhaven 15,3 0,7 15,4 0,8
AOK Hessen 15,5 0,9 15,6 1
AOK Rheinland/ Hamburg 15,7 1,1 16 1,4
Bergische KK 15,75 1,15 15,99 1,39
Bertelsmann BKK
<15,8
<1,2
15,8 1,2
BKK Firmus 15,04 0,44 15,2 0,6
BKK Freudenberg 15,3 0,7 15,5 0,9
BKK Gildemeister Seidensticker 15,7 1,1 15,8 1,2
BKK Melitta Plus 15,5 0,9 15,7 1,1
BKK Verbund Plus
<15,3
<0,7
15,3 0,7
Continentale BKK 15,7 1,1 15,9 1,3
Debeka BKK 15,4 0,8 15,5 0,9
hkk
<15,19
<0,59
15,19 0,59
mhplus BKK 15,58 0,98 15,7 1,1
Salus BKK 15,39 0,79 15,55 0,95
Securvita 15,7 1,1 16,3 1,7
TK
<15,5
<0,9
15,5 0,9
WMF BKK 15,5 0,9 15,7 1,1
BKK Wirtschaft und Finanzen
>15,7
>1,1
15,7
1,1
TBK Thüringer BKK
15,5
0,9
15,4
0,8

Quelle: Stiftung Warentest

Laut Stiftung Warentest empfiehlt sich ein Vergleich der Konditionen - und gegebenenfalls ein Wechsel. "Jede Krankenkasse, die in Ihrem Bundesland geöffnet ist, muss Sie annehmen - unabhängig vom Alter und laufenden Behandlungen", so "Finanztest".

Zum vollständigen Kassen-Check von "Finanztest" geht's hier.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben klargestellt, dass die Senkung beziehungsweise Anhebung des Zusatzbeitrags bei allen Kassen noch durch Verwaltungsrat und Aufsichtsbehörde bestätigt werden muss. Im Detail sind daher noch Änderungen denkbar.

beb

Mehr zum Thema


insgesamt 37 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sir-timber 11.12.2018
1. Zuckerbrot und Peitsche
Auf dem Papier sieht es natürlich toll aus wenn Beiträge gesenkt werden! Das Aber eine Überarbeitung des DRG Systemes notwendig ist und nicht eine Senkung im Schnitt von 0,198% (aufgenommen wurden alle Werte welche sich reduziert haben n=14). Außerdem erscheinen die erhöhenden Krankenkassen auf den zweiten Blick schon garnicht mehr so böse... Sie gleichen halt ihren bisher geringeren Beitrag an. Für den Leser könnte noch die Differenz der jeweiligen Senkungen/Erhöhungen interessant sein! Aber man muss dem Leser ja nicht alles vorkauen ;)
derseher 11.12.2018
2. sehr witzig..
180 Euro im Jahr, machen die sich da nicht lächerlich...so wird das in D nie was, so geht es aber in allen Bereichen, bis hier auch die gelben Westen kommen, wird Zeit. Denn, alle anderen stopfen sich die Taschen voll, bloss, die "normalen" Bürger, Rentner, gucken überall in die Röhre!! Tach auch..
schlaumeier79 11.12.2018
3. Irrtum
Für eine Vielzahl von Versicherten insbesondere alle Leistungsträger der Kassen, also diejenigen die die Beitragsbemessung überschreiten, steigen selbst bei einer Senkung des Kassensatzes um 0,2 die Beiträge! Werfen sie am Besten einen Blick auf Ihren Lohnzettel Januar 19 im Vergleich zu Dez. 18.... schwach recherchiert!
Remannzipation 11.12.2018
4. Trittbrettfahrer
Zitat von schlaumeier79Für eine Vielzahl von Versicherten insbesondere alle Leistungsträger der Kassen, also diejenigen die die Beitragsbemessung überschreiten, steigen selbst bei einer Senkung des Kassensatzes um 0,2 die Beiträge! Werfen sie am Besten einen Blick auf Ihren Lohnzettel Januar 19 im Vergleich zu Dez. 18.... schwach recherchiert!
Auch die PKVen steigen gerne mit ein und fahren Trittbrett. Meine PKV, die Hallesche, hat zum wiederholten Mal die Beiträge kräftig angehoben, diesmal jedoch nur um 10%.
derechtepeter 11.12.2018
5. Wie wäre Ihr Kommentar wenn es 180 Euro mehr Beitrag wären?
Zitat von derseher180 Euro im Jahr, machen die sich da nicht lächerlich...so wird das in D nie was, so geht es aber in allen Bereichen, bis hier auch die gelben Westen kommen, wird Zeit. Denn, alle anderen stopfen sich die Taschen voll, bloss, die "normalen" Bürger, Rentner, gucken überall in die Röhre!! Tach auch..
Ja 180,- Euro Ersparnis im Jahr ist kein riesiger Betrag aber ich frage mich was Sie schreiben würden wenn der Beitrag steigen würde, egal um welchen Betrag.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.