Musterfeststellungsklage Mehr als 300.000 Dieselfahrer schließen sich Klage gegen VW an

Kurz vor Verjährung der Schadensersatzansprüche haben sich Tausende Besitzer eines VW-Diesel in die Liste der Klage gegen VW eintragen lassen. Es ist die erste Musterfeststellungsklage für Verbraucher in Deutschland.

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Deutlich mehr als 300.000 Besitzer von Volkswagen-Kfz mit manipulierter Abgassteuerung beteiligen sich an der Musterfeststellungsklage (MFK) gegen den Konzern. Bis zum 28. Dezember hätten sich 294.000 VW-Besitzer in die Liste für die MFK eingetragen, sagte der Sprecher des Bundesamts für Justiz, Thomas Ottersbach.

In den drei Tagen bis zum 31. Dezember hätten sich noch viele weitere Menschen bei der vom Bundesamt geführten Liste angemeldet, sodass die Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen von deutlich mehr als 300.000 Menschen getragen werde. Die Schadensersatzansprüche gegen Volkswagen sind am 31. Dezember verjährt. Mit dem Eintrag in die Liste wird die Verjährung unterbrochen.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hatte am 1. November mit der Klage gegen den Dax-Konzern die bundesweit erste Musterfeststellungsklage von Verbrauchern eingereicht. Die Organisation will feststellen lassen, dass der Autobauer wegen manipulierter Abgassteuerung für den Schaden von VW-Besitzern mit bestimmten Dieselmotoren geradestehen muss. Die Klage wird vom ADAC unterstützt. Das Instrument der Musterfeststellungsklage war erst am selben Tag in Kraft getreten. Im Oktober hatten Anwälte noch mit der Beteiligung von lediglich mehreren Zehntausend Dieselfahrern an der Klage gerechnet.

Mit der Musterfeststellungsklage können Verbraucherschützer stellvertretend für viele Betroffene gegen Unternehmen klagen. Die Verbraucher selbst tragen dabei kein finanzielles Risiko. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen will mit seiner Klage erreichen, dass Dieselfahrer, die vom Rückruf bei Volkswagen betroffen sind, für den Wertverlust ihrer Fahrzeuge entschädigt werden.

mmq/mal/Reuters

insgesamt 86 Beiträge
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claus7447 02.01.2019
1. VW hat sich einen Bärendienst erwiesen
Warten wir es ab - aber VW wird über lange zeit juristisch umklammert sein, etliche Fachabteilungen werden ausser Gutachten, Gegengutachten blockiert sein. Es wäre unterm Strich finanziell wie für das Image besser gewesen, man hätte eine gütliche Lösung angestrebt. VW verdient (noch) viel Geld. Aber der Prozess, wie die laufenden Prozesse in Braunschweig und Stuttgart werden den Laden lähmen!
dirkcoe 02.01.2019
2. Viel Glück wünsche ich den Betrogenen
Dieses Verfahren kann immerhin den Glauben an den Rechtsstaat wieder herstellen. Mit Ausnahme der Manager des VW Konzerns versteht wohl kein Bürger, wie sich der Konzern bisher gegen die Betroffenen gestellt hat, die in gutem Glauben ein Auto gekauft haben.
hubie 02.01.2019
3. VW hat auf Jahrzehnte seinen Ruf verspielt
Nicht nur der Betrug an sich, sondern auch der Umgang mit den Folgen und mit dem Kunden sprechen Bände. Schon vor einem Jahr hat VW versucht glaubhaft zu vermitteln, dass die Verjährungsfrist schon eingetreten wäre... Ich persönlich (hab noch nie ein Auto besessen) werde mir, nachdem ich Jahrzehnte lang VWs von meinen Eltern gekannt habe, in meinem Leben jedenfalls kein Auto mehr von dieser Firma kaufen.
wasistlosnix 02.01.2019
4. Schade
mein guter Euro5 Diesel hat leider keine bekannte Manipulation. Was nichts daran ändert das er gerade nahezu unverkäuflich ist oder nur mit hohem Wertverlust. Bin praktisch passiv Geschädigter des Dieselskandals und dem Konzern ist das egal. Mir auch das Auto fahr ich bis es auseinander fällt danach wird es kein Fahrzeug aus dem Konzern.
jogola 02.01.2019
5. Umweltbundesamt 2013 zum Thema „NOx- und NO2-Schleudern“
Zitat von dirkcoeDieses Verfahren kann immerhin den Glauben an den Rechtsstaat wieder herstellen. Mit Ausnahme der Manager des VW Konzerns versteht wohl kein Bürger, wie sich der Konzern bisher gegen die Betroffenen gestellt hat, die in gutem Glauben ein Auto gekauft haben.
https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/warum-sind-dieselmotoren-nox-no2-schleudern Wer es wissen wollte hätte es wissen können.
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