Stiftung Warentest Tester finden Schimmelpilzgifte in Nuss-Nougat-Cremes

Die Stiftung Warentest hat in mehreren Schoko-Aufstrichen sogenannte Aflatoxine nachgewiesen - allerdings unterhalb des Grenzwerts. Die krebserregenden Stoffe kamen wohl mit den Haselnüssen in die Produkte.

Nuss-Nougat-Creme
dpa/dpaweb

Nuss-Nougat-Creme


Die Stiftung Warentest hat in 16 von 21 getesteten Schokoladenaufstrichen Schimmelpilzgifte gefunden. Alle untersuchten Nuss-Nougat-Cremes hätten jedoch den europäischen Grenzwert für Aflatoxine eingehalten, berichtet die Stiftung in der April-Ausgabe ihrer Zeitung "test".

In den anderen fünf Produkten wurden keine Schimmelpilzgifte gefunden, darunter der Klassiker Nutella sowie die günstigeren Alternativen von real, Kaufland und Aldi Nord und das Bioprodukt Bionella.

Aflatoxine gehören laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu den stärksten in der Natur vorkommenden Giften und krebserzeugenden Stoffen. Sie werden von Schimmelpilzen gebildet, die häufig in der Natur vorkommen. Besonders gut besiedeln diese unter anderem ölhaltige und stärkehaltige Samen, verschiedene Nussarten, Obst, Getreide, Reis, Mais und Soja.

So können Aflatoxine entstehen, wenn falsch gelagerte oder nicht richtig getrocknete Haselnüsse schimmeln. Laut Stiftung Warentest sind diese Gifte "nicht immer vermeidbar".

Die erhöhten Aflatoxin-Gehalte in den untersuchten Nuss-Nougat-Cremes könnten demnach saisonal bedingt sein. Möglicherweise sei "mehr Ware schlechterer Qualität in den Handel gekommen", nachdem die Haselnussernte im Hauptanbauland Türkei 2014 schlecht ausgefallen sei.

2013 waren Aflatoxine in Futtermittel gefunden worden. Es gab Verkaufsstopps für Milch und Fleisch. 1997 hatte das BfR die Gifte in Pistazien nachgewiesen - damals lagen die Belastungen jedoch deutlich über dem Grenzwert.

"Mangelhaft" für zwei Cremes

Die Stiftung Warentest prüfte nicht nur den Schadstoffgehalt der 21 Schoko-Aufstriche, sondern unter anderem auch Aussehen und Geschmack sowie die Verpackungen, die darauf zu findenden Angaben und Werbeaussagen.

Neben Testsieger Nutella schnitten noch fünf weitere Nuss-Nougat-Aufstriche mit dem Gesamturteil "gut" ab - darunter vier Handelsmarken und ein Bio-Aufstrich. Zwölf Cremes beurteilten die Tester als "befriedigend", eine wurde als "ausreichend" eingestuft.

Zwei Schoko-Cremes erhielten das Gesamturteil "mangelhaft". Die mit 1,74 Euro pro 100 Gramm teuerste Creme wurde laut Stiftung Warentest wegen Schadstoffen aus dem Fett abgewertet. Die andere war demnach auf der Verpackung als "laktose- und milchfrei" deklariert worden. Sie enthielt aber "mehr als nur Spuren von Laktose und Milcheiweiß".

sep/AFP



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insgesamt 68 Beiträge
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Seite 1
tommit 23.03.2016
1. Ich bin eindeutig für
stofflose Lebensmittel.... ohne Stoff kein potentielles Gift,, ich meine es gibt ja schon Behandlungsmethoden gegen Lebensmittelabhängigkeit... Nehmt endlich den Sauerstoff aus der Luft .. der ist ein Oxidans
mr-mucki 23.03.2016
2. Die uebertriebene Analytik
Zitat: "Alle untersuchten Nuss-Nougat-Cremes hätten jedoch den europäischen Grenzwert für Aflatoxine eingehalten." Und schon wieder wird ein Lebensmittel angeklagt (diesmal Stiftung Warentest), wobei alle Grenzwerte eingehalten worden sind. Was soll das? Wenn ich mit meinen Auto 90 km/h fahre, duerfte jedoch 100 km/h fahren, bekomme ich auch keinen Strafzettel. Die Analytiker muessen langsam begreifen, dass zwar mittlerweile alles analysiert werden kann (toller Job der Forscher im Uebrigen), aber das aendert nichts daran, dass das Gefaehrungspotential bestimmter Stoffe schon ausreichend erforscht und ein Grenzwert festgelegt wurde. Dieser Grenzwert bestimmt, ob etwas legal ist oder nicht.
pauleschnueter 23.03.2016
3. Wieso Grenzwert nicht null?
Offensichtlich kann man die Pilzgifte in diesen Produkten, laut Artikel, auch ganz vermeiden. Wieso ist der Grenzwert dann nicht bei null? Da müht man sich ab auf diverse (sehr nützliche!) Weichmacher und Lösungsmittel um Schäden am Erbgut und Krebsrisiko zu minimieren und dann bekommt man diese Gifte noch mit dem Brotaufstrich verfüttert ...
diavid 23.03.2016
4.
Da ist bestimmt immer noch weniger Schimmel drinn als in jedem Kaffee oder Bio-Apfel.
MatthiasPetersbach 23.03.2016
5.
Ernährung ist immer ein Abwägen zwischen Vergiften und Verhungern. War schon immer so - und wird auch immer so bleiben.
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