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Streit mit EU-Kommission: Aigner sträubt sich gegen neue Gentechnik-Regeln

Agrarministerin Ilse Aigner geht auf Konfrontationskurs zu der EU-Kommission. Die CSU-Politikerin will laut "Süddeutscher Zeitung" nicht zulassen, dass die Regeln für Gentechnik in Lebensmitteln aufgeweicht werden. Ein Ende der Nulltoleranz verunsichere die Verbraucher, warnt sie.

Berlin - Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) will die von der EU-Kommission geplante Lockerung der Regeln für Gentechnik in Lebensmitteln verhindern. Das Vorhaben der EU schränke Aigner zufolge die Transparenz und die Wahlfreiheit der Verbraucher auf unzulässige Weise ein, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Kunden könnten nicht mehr eindeutig erkennen, ob sie wirklich ein gentechnikfreies Produkt kaufen.

Bisher gilt innerhalb der Europäischen Union die sogenannte Nulltoleranz. Demnach darf in Lebensmitteln nicht einmal eine Spur bisher nicht zugelassener gentechnisch veränderter Pflanzen enthalten sein. Die EU-Kommission will diese Nulltoleranz nun aufheben und einen gewissen Grad an Verunreinigung erlauben.

Mit ihrer Kritik stellt sich Aigner laut "SZ" nicht nur gegen große Teile der Lebensmittelwirtschaft. Sie provoziere auch einen neuen Koalitionsstreit, da die FDP den Vorstoß der EU befürworte.

cte/AFP

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1. x
ralf_gabriel 11.06.2012
Zitat von sysopAgrarministerin Ilse Aigner geht auf Konfrontationskurs mit der EU-Kommission. Die CSU-Politikerin will laut "Süddeutscher Zeitung" nicht zulassen, dass die Regeln für Gentechnik in Lebensmitteln aufgeweicht werden. Ein Ende der Nulltoleranz verunsichere die Verbraucher, warnt sie. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,838063,00.html
Das wäre auch mal ein Thema bei dem die Kanzlerin in der EU Rückgrad beweisen könnte. Leider stemmt sie sich nur gegen vernünftige Sachen und bei solchem Schwachsinn sagt sie nichts. Mir ist schon klar, warum die Lebensmittelindustrie da wie verrückt lobbyismus betreibt und dß das irgendwann Früchte treiben wird, aber gerade hier, wo man etwas verhindern kann, bevor es Unheil anrichtet ist ihr das Thema wohl zu lahm. Man kann ja gerade die Welt vor finanziellen Massenvernichtungswaffen retten, die man vorher selbst erschaffen hat.... Warum also nicht schon mal ein Thema für die nächste Weltrettung zusammenrühren.
2. Verbraucherrechte
walli_sp 11.06.2012
Ist es denn zuviel verlangt, wenn man als Verbraucher wissen möchte, was im Lebensmittel drin ist? Meinetwegen können die auf den Markt bringen, was sie wollen, ich möchte aber selber entscheiden, was ich kaufe und dazu sollen genveränderte Anteile bitte gekennzeichnet sein. Ich halte im allgemeinen nicht besonders viel von Frau Aigner, aber hier macht sie momentan noch einen guten Job.
3. tz tz tz
felisconcolor 11.06.2012
Zitat von sysopAgrarministerin Ilse Aigner geht auf Konfrontationskurs mit der EU-Kommission. Die CSU-Politikerin will laut "Süddeutscher Zeitung" nicht zulassen, dass die Regeln für Gentechnik in Lebensmitteln aufgeweicht werden. Ein Ende der Nulltoleranz verunsichere die Verbraucher, warnt sie. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,838063,00.html
sonst konnte man doch nicht schnell genug hinter der EU Politik aus Brüssel hinterher jabbeln. und nun ist das alles nicht mehr so schön? Tja des einen Freud ist des anderen Leid. Schliesslich sind wir hier nicht bei "Wünsch dir was " sondern bei "So isses". Den Rosinenregen wollten alle, aber die Bittermandeln dazwischen die sind jetzt "Bäh"
4. Kennzeichnung
demo_kratie 11.06.2012
Von mir aus sollen die Großkonzerne ihre Nahrungsangebote verunreinigen wie sie wollen. Nur sie müssen dazu gezwungen werden es eindeutig, gut sichtbar und ohne Ausnahme zu Kennzeichnen. Ist ja auch kein Problem, wenn alles so gesund ist oder? Im Gegenteil für Einige ist es vielleicht sogar ein Qualitätsmerkmal.
5. Na, da sind wir ja alle mal ...
sappelkopp 11.06.2012
Zitat von sysopAgrarministerin Ilse Aigner geht auf Konfrontationskurs mit der EU-Kommission. Die CSU-Politikerin will laut "Süddeutscher Zeitung" nicht zulassen, dass die Regeln für Gentechnik in Lebensmitteln aufgeweicht werden. Ein Ende der Nulltoleranz verunsichere die Verbraucher, warnt sie. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,838063,00.html
...gespannt, wie schnell die Regierung vor den Lobbyisten einknickt. Ich möchte wissen, was mir verkauft wird, was in meinem Lebensmittel drin steckt. Das ist wohl legetim. Nur wer "minderwertige Waren" zur Produktion verwendet, hat was zu verbergen. Und die Lebensmittelkonzerne haben was zu verbergen, garantiert!
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Das Erbgut
Genom
Das Genom bezeichnet das gesamte Erbgut eines Organismus. Außer bei einigen Viren besteht es immer aus DNA (Desoxyribonukleinsäure). Das Genom beinhaltet den Bauplan für die Produktion sämtlicher Proteine (Eiweißmoleküle), die ein Organismus zum Leben benötigt. Ein Gen ist ein Sequenzabschnitt auf dem Genom und beinhaltet die Erbinformation für ein Protein. Die einzelnen Bausteine der DNA sind vier verschiedene Basen: A, C, T und G.
Messenger-RNA (mRNA)
Die mRNA ist eine Art Genabschrift oder Blaupause der DNA. Nur die mRNA kann von den Proteinfabriken der Zellen, den sogenannten Ribosomen gelesen werden. Sie gibt ihnen vor, in welcher Reihenfolge Aminosäuren - die Bausteine von Proteinen - für das jeweilige Protein zu verknüpfen sind.
Codon
Ein Codon ist eine Folge von drei Bausteinen (Nukleotiden oder Basen) der DNA und analog auch der mRNA. Ein Codon steht für eine bestimmte Aminosäure oder als Stoppsignal, welches das Ende einer Bauanweisung für ein Protein kennzeichnet.
Genetischer Code
Der genetische Code ist die Zuordnung der Basen-Dreiergruppen und der Aminosäuren. Da vier verschiedene Basen zur Auswahl stehen, umfasst der genetische Code insgesamt 64 Codons. Für die meisten Aminosäuren gibt es daher mehr als ein Codon. So stehen beispielsweise die Codons CAG und CAA für die gleiche Aminosäure, die Glutaminsäure.
Transfer-RNA (tRNA)
Die tRNAs übernehmen eine Adapterfunktion beim Bau der Proteine: Jede tRNA hat auf der einen Seite jeweils ein sogenanntes Anticodon, das passend zum Codon auf der mRNA ist. Auf der anderen Seite ist sie mit der zugehörigen Aminosäure beladen. Auf diese Weise wird der genetische Code auf der mRNA abgelesen und in die entsprechende Aminosäurekette zum Protein verwandelt. Dieser Prozess geschieht in den Ribosomen.

Hintergrund
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Evolution
Die Veränderung des Erbguts und damit des Phänotyps von Individuen von Generation zu Generation.
Population
Eine Gruppe von Organismen einer Art oder auch verschiedener Arten (Mischpopulation) an einer bestimmten Örtlichkeit.
Phänotyp
Das Erscheinungsbild eines Individuums ist die Gesamtheit der durch die Erbanlagen (Genotyp) und die Einflüsse der Umwelt sich ausprägenden Merkmale eines Lebewesens.
genetische Variabilität
Die einzelnen Individuen einer Art besitzen genetische Unterschiede.
natürliche Selektion
Das Erbgut von Individuen einer Art wird nicht mit gleicher Wahrscheinlichkeit weiter gegeben. Manche Individuen einer Population vermehren sich stärker als andere - je nachdem wie überlebenstüchtig sie in einer bestimmten Umwelt sind. Selektionsfaktoren der Umwelt üben eine natürliche Selektion aus.
sexuelle Selektion
Ein Individuum bevorzugt bei seiner Partnerwahl bestimmte Merkmale. Dadurch haben nicht alle potentiellen Sexualpartner die gleichen Chancen zur Fortpflanzung, es findet somit eine Selektion statt. Die Erbanlagen, die die Merkmale hervorbringen, die fr die Partnerwahl entscheidend waren, werden dadurch weiter gegeben.
künstliche Selektion
Vom Mensch gewünschte Eigenschaften werden durch Selektion und Zucht einzelner Individuen gezielt vermehrt.
genetische Drift
Auch Gendrift genannt. Vorgang bei der Evolution, der zu einer Veränderung im Genbestand kleiner Teilpopulationen gegenüber der Ausgangspopulation führt. Je kleiner eine Population ist, umso leichter kann der Zufall eine vom allgemeinen Durchschnitt abweichende Kombination von Genen zusammenführen. Gelangen beispielsweise nur wenige Individuen einer Art in ein isoliertes Gebiet (Insel, abgeschnittenes Gebirgstal), so können sich nun von ihrem Selektionswert unabhängige Mutationen aufgrund des Zufalls durchsetzen oder verlorengehen. Dies kann zu Formen führen, die in einzelnen Merkmalen nicht angepasst sind (beispielsweise auffällige Färbung, die sie als Beutetiere mehr gefährdet). Der Wirkungsgrad der Gendrift kann durch die mathematische Statistik erfasst werden.

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