Sturzgefahr Aldi-Lieferant ruft Rollator zurück

Nur wenige Tage nach Verkaufsstart bei Aldi Nord muss ein Lieferant des Discounters einen Rollator zurückrufen. Es bestehe Sturzgefahr, teilte das Unternehmen mit. Tausende Geräte seien betroffen. Aldi Nord nimmt das Produkt zurück.

Aldi-Information zum Rollator-Rückruf: Rückengurt kann reißen

Aldi-Information zum Rollator-Rückruf: Rückengurt kann reißen


Aldi Nord hat einen Rollator aus dem Handel genommen und nimmt bereits verkaufte Geräte zurück. Denn der Aldi-Lieferant Aspiria hat Tausende Rollatoren zurückgerufen. Diese wurden seit dem 7. Mai 2015 in allen Aldi-Nord-Filialen verkauft.

Es bestehe die Gefahr, dass der Rückengurt bei starker Belastung seitlich einreiße und dadurch ein Sturz hervorgerufen werden könne, sagte ein Sprecher der Firma Aspiria Nonfood. Bei dem Gerät führt hinter der Sitzfläche ein Gurt entlang, der zur Abstützung des Rückens dienen soll.

Konkret handelt es sich um den Rollator mit der Artikelnummer 7788, Modellnummer: ANS-14-050, EAN 29077885 des Lieferanten Aspiria.

Es werde dringend davon abgeraten, die Rollatoren weiter zu verwenden, hieß es. Aldi bestätigte den Rückruf auf seiner Webseite. Die Produkte könnten bei Aldi Nord zurückgegeben werden, der Kaufpreis werde erstattet, teilte der Discounter mit. Der Verkauf der Rollatoren sei unverzüglich gestoppt worden.

mmq/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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Holzbeinschnitzer 16.05.2015
1.
Ein kleiner Tip: kaufen Sie Ihre Medizinprodukte bitte im Fachhandel. Der Rollator kostet dann zwar das dreifache, wurde aber geprüft und getestet und stammt nicht aus Ting Tang. Aldi verhält sich in diesem Fall trotzdem vorbildlich. Lidl hat bei seiner Rollatoren-Rückrufaktion weniger öffentlichkeitswirksam gearbeitet.
sucramotto 16.05.2015
2. Made in China?
Man kann nur vermuten, wo auch dieser Discounter-Rollator herkommt. Ich tippe mal stark auf China, wenn ich mir die Webseite von Aspiria ansehe und dort explizit erwähnt wird, dass man auf die Einhaltung sozialer Standards achtet. Ein Rollator ist ein Medizinprodukt und hat nichts in einem Discounter zu suchen. Die Krankenkassen freuen sich natürlich, weil der Rollator aus dem Discounter eben günstiger ist als die qualitativ deutlich hochwertigeren Rollatoren deutscher, nordeuropäischer und amerikanischer Anbieter, die es eben nicht beim Discounter sondern im Sanitätsfachhandel gibt.
bellfleurisse 16.05.2015
3. Medizinprodukte
Zitat von sucramottoMan kann nur vermuten, wo auch dieser Discounter-Rollator herkommt. Ich tippe mal stark auf China, wenn ich mir die Webseite von Aspiria ansehe und dort explizit erwähnt wird, dass man auf die Einhaltung sozialer Standards achtet. Ein Rollator ist ein Medizinprodukt und hat nichts in einem Discounter zu suchen. Die Krankenkassen freuen sich natürlich, weil der Rollator aus dem Discounter eben günstiger ist als die qualitativ deutlich hochwertigeren Rollatoren deutscher, nordeuropäischer und amerikanischer Anbieter, die es eben nicht beim Discounter sondern im Sanitätsfachhandel gibt.
sindd auch Bandagen, Orthesen etc. So mancher kann sich eine Variante, die nicht Kassenfinanziet ist, nicht leisten. So mancher bekommt auch keine Hilfsmittel, weil die Ärzte nicht begründen (wollen oder können), so dass Kostenübernahme abgelehnt wird etc. China als Kriterium bei Herstellerproblemen? Schauen sie gelegentlich mal auf die Herkunft Ihrer Bekleidung, Schuhe, Haushaltsartikel, Teile Ihres Autos, Rades, Ihren Fußbodenbelag etc. Die Discounter sind diejenigen, welche am wenigsten Rückrufe haben. Und wenn, sind sie meist diejenigen, welche zumindest Rückrufe öffentlich machen. Ist es bekannt, dass Hexal ein Medikament zurückrufen musste und dies mindestens in den Nachrichten eine Meldung hätte wert sein müssen, da es Verschreibungspflichtig ist...Was nicht passiert war. DAS ist unverantwortlich
sucramotto 16.05.2015
4. @bellfleurisse
Sie erwähnen Hexal. Das ist ein Medikament und damit kein Medizinprodukt. Medizinprodukte unterscheiden sich jedoch sehr von Arzneimitteln und sollten daher nie in einen Topf geworfen werden. Mir ist sehr wohl bewusst, dass sehr viele Produkte aus China kommen. Dagegen ist auch grundsätzlich nichts auszusetzen. Aber Medizinprodukte gehören grundsätzlich nicht in den Discounter, sondern im Falle von Hilfsmitteln in den Sanitätsfachhandel. Es geht nämlich nie alleine um das Produkt, sondern um die Dienst- und Serviceleitung drumherum, u. a. um die Einweisung oder um die richtige Anpassung des Hilfsmittels an den Patienten/Kunden. Das kostet Geld, das die Krankenkassen nicht übernehmen wollen und froh sind, wenn sie das auf die Discounter abwälzen können. Leidtragender ist in beiden Fällen der Patient.;-)
bellfleurisse 16.05.2015
5. Der Unterschied
Zitat von sucramottoSie erwähnen Hexal. Das ist ein Medikament und damit kein Medizinprodukt. Medizinprodukte unterscheiden sich jedoch sehr von Arzneimitteln und sollten daher nie in einen Topf geworfen werden. Mir ist sehr wohl bewusst, dass sehr viele Produkte aus China kommen. Dagegen ist auch grundsätzlich nichts auszusetzen. Aber Medizinprodukte gehören grundsätzlich nicht in den Discounter, sondern im Falle von Hilfsmitteln in den Sanitätsfachhandel. Es geht nämlich nie alleine um das Produkt, sondern um die Dienst- und Serviceleitung drumherum, u. a. um die Einweisung oder um die richtige Anpassung des Hilfsmittels an den Patienten/Kunden. Das kostet Geld, das die Krankenkassen nicht übernehmen wollen und froh sind, wenn sie das auf die Discounter abwälzen können. Leidtragender ist in beiden Fällen der Patient.;-)
ist mir bewußt und steht so in meinem Kommentar Hallo sucramotto ich bin gar nicht so gegensätzlicher Meinung. Ich denke, es wäre für jeden, der ein Hilfsmittel benötigt, dieses bekommt. Vom Fachmann, angepasst, individuell. Sie und ich wissen, das ist ein Wunschtraum. Die Realität sieht anders aus. Menschen, die z.B. einen Rollator brauchen, ihn aber nicht bekommen, sind auf günstige Produkte angewiesen. Menschen, die sich angepasste Bandagen aus dem Fachhandel nicht leisten können (Rezepte nicht bekommen), greifen auf Discounter zurück. Wieviele Menschen kennen Sie, die eine optimale Versorgung bei Amputation bekommen? Bei Gehhilfen umfassend eingewiesen werden etc...Wie erklärt man es "Frau Müller" von nebenan, dass ihre Hilfsmittel nur in der "funktionalen" Variante bezahlt werden,wenn überhaupt während "Frau Geldhabe" sich die nötige kaufen kann..... Ein Aspekt ist leider auch eine ganze Reihe sehr unwilliger, wenn nicht sogar unfähiger Sanitätsfachgeschäfte- glauben Sie mir, ich weiß aus eigener, leidvoller Erfahrung, was man dort so erleben "darf". Von "wirtschaftlichen Aufleistungen- die nichts anderes sind, als dass diese Geschäfte mit dem Satz den Kassen zahlen sich nicht zufriedenstellen und diesen Aufpreis, der KEINE Verbesserung des Hilfsmttels oder des Service bedeutet, verlangen. Bis hin zu völlig falsch angepassten Orthesen oder versuchten Abrechnungsbetrug (den zum Beispiel ich durch Zufall aufdecken konnte) usw.
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