Hamburg - "Strompreis-Sicherung" heißt das Konzept, mit dem der Bundesumweltminister die Kosten der Energiewende für die Verbraucher begrenzen will. Das Eckpunktepapier, das CDU-Mann Peter Altmaier am Montagvormittag vorstellt, soll dafür sorgen, dass die sogenannte EEG-Umlage bis Ende 2014 nicht mehr steigt - und ihr Anstieg ab 2015 auf 2,5 Prozent pro Jahr begrenzt wird.
Die EEG-Umlage ist das zentrale Förderinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wind-, Solar- und Biogasanlagen können am Markt noch nicht mit Kohle- und Atomkraftwerken konkurrieren. Damit sie trotzdem rentabel sind, wird solchen Kraftwerken der Strom zu einem fixen Preis abgenommen. Dieser liegt deutlich über dem Preis an der Strombörse. Die Differenz von Börsenpreis und fixem Abnahmepreis zahlen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.
Durch die Energiewende gehen verstärkt Ökostromanlagen ans Netz, in den vergangenen Jahren vor allem viele besonders förderintensive Solaranlagen. Folge des Öko-Booms war ein rascher Anstieg der EEG-Umlage. Im Jahr 2006 zahlten Verbraucher pro Kilowattstunde Strom noch einen Aufschlag von 0,88 Cent, im laufenden Jahr sind es 5,28 Cent.
Um den Kostenschub künftig zu begrenzen, fordert Altmaier mehrere Maßnahmen:
Die notwendigen Gesetzesänderungen sollen noch vor der Sommerpause verabschiedet werden und zum 1. August 2013 in Kraft treten. Altmaier betont, die Kostenbremse könne eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes nicht ersetzen. Sie könne aber für Verbraucher Linderung schaffen, bis eine solche grundlegende Reform abgeschlossen sei.
Die Forderungen des Umweltministers stehen unter Vorbehalt. Damit sie wirklich Gesetz werden, müssen sowohl sein Kabinettskollege Philipp Rösler (FDP) als auch der Bundestag zustimmen. Mit massivem Widerstand ist zu rechnen.
ssu
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