Häufige Rücksendungen Amazon sperrt offenbar Kunden lebenslang aus

Ein Berliner Kunde soll zu viele bestellte Waren zurückgesendet haben. Deshalb sperrt Amazon dem Mann einem Zeitungsbericht zufolge das Konto lebenslang.

Amazon-Kartons
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Ein Berliner Familienvater hat offenbar Ärger mit Amazon: Weil er angeblich zu viele Artikel zurückgeschickt hätte, sei sein Konto bei dem Onlinehändler lebenslang gesperrt worden. Das berichtet der "Berliner Kurier".

Der Berliner Uwe R. sei seit 15 Jahren Stammkunde bei dem Versandhändler, heißt es in dem Bericht. Er habe Hunderte Waren für Tausende Euro bestellt und immer wieder von seinem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht. Das sei Amazon schließlich zu viel geworden. In einer Mail drohte der Händler wegen der "außergewöhnlich hohen Anzahl" an Rücksendungen mit der Kündigung des Kontos.

In einer weiteren Mail teilte Amazon demnach mit, dass das Konto von R. wegen unberechtigter Reklamation von Artikeln mit sofortiger Wirkung geschlossen würde. Dem Bericht zufolge nutzte R. das Prime-Angebot des Onlinehändlers, das gegen eine Jahresgebühr von 49 Euro unter anderem kostenlose Lieferung beinhaltet.

Kleidung in mehreren Größen bestellt

R. erklärte die hohe Retourenquote gegenüber der Zeitung damit, dass er für seine fünf Kinder oft Kleidung in verschiedenen Größen bestellt hätte und nicht passende Stücke zurückgesendet hätte. Besonders erbost sei R., weil auch das Konto seiner Frau gesperrt worden sei.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte den Konzern wegen der mehrfachen Kündigung von Kundenkonten bereits zuvor abgemahnt. Auch in diesen Fällen ging es um zu viele Retouren. Die Verbraucherzentrale bemängelte vor allem, dass eindeutige Regelungen in den allgemeinen Geschäftsbedingungen fehlten.

Für R. gibt es offenbar Hoffnung. Amazon teilte gegenüber der "Berliner Zeitung" mit, dass Kunden nicht wegen zu vieler Rücksendungen gesperrt würden, sondern nur, wenn ein Missbrauch vorliege. Dementsprechend wolle der Onlinehändler den Fall des Berliners noch einmal prüfen.

brt

insgesamt 240 Beiträge
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MikeNixda 28.04.2016
1. Ist so wenig in der Welt los?
Dass SPON jetzt vom TSP eine vollkommen unwichtige Nachricht abschreiben muss? Und überhaupt, wo ist da die Neuigkeit? Das Versandhändler Kunden ausschließt, die 50% oder mehr ihrer bestellten Waren zurück schicken, oft nach tagelangem Gebrauch verdreckt oder kaputt, ist nichts neues. Das Thema hatten wir schon vor Jahren....
surry 28.04.2016
2. Recht so!
Ich mag Amazon überhaupt nicht. Habe aber auch überhaupt kein Verständnis für Leute, die sich einfach so aus Lust und Dollerei Waren kommen lassen, nur um sie wieder zurückzuschicken - ich kenn da ein paar Modetölpel/innen, die betreiben dies Spiel fast professionell!
f-rust 28.04.2016
3. wie wäre es, wenn man im Laden
erst einkauft und dann genauso ift zurückbringt und sein geld verlangt? wird ein shop, der das an einer bestimmten zahl von fällen nicht mehr mitmacht, auch "an den pranger" gestellt?
rmuekno 28.04.2016
4. Kommt drauf an
Gibt ja manche die mit dem 14 Tage Rückgaberecht laut Gesetzt sowie den teils sehr großzügigen Rückgabemodellen der Internetversender Schndluder treiben. Ware bestellen, so einfach zur Gaudi oder nur zum ansehen oder auch gebrauchen und dann zurücksenden. Soll ja schon Fälle gegeben haben wo man ein Brautkleid nur für die Hochzeit gekauft hat und dann zurückgegeben hat oder Winterreifen schnell mal für den Skiurlaub etc. Solche zur sperren finde ich nur gerecht. Und niemand ist verpflichtet an jeden zu verkaufen.
robin-masters 28.04.2016
5. Gutes Recht
kann Amazon gern tun, ist ja nicht so das es keine Alternativen gibt. Finde insgesamt aber die Praxis einfach mal alles zu bestellen und dann zurückzusenden was nicht gefällt - ökonomisch und auch ökologisch fragwürdig.
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