Angebote im Vergleich: Wo das Konto wirklich kostenlos ist

Warum jeden Monat fünf oder zehn Euro zahlen, wenn es auch kostenlos geht? Viele Banken bieten ein Gratiskonto an. Die Zeitschrift "Finanztest" hat geprüft, ob die Angebote halten, was sie versprechen.

Auszahlung am Bankautomaten: Gebühren bis zu 7,50 Euro Zur Großansicht
dpa

Auszahlung am Bankautomaten: Gebühren bis zu 7,50 Euro

Berlin - Insgesamt 77 Banken und Sparkassen hat "Finanztest" untersucht und allein 23 Lohn-, Gehalts- und Rentenkonten gefunden, die ohne Bedingungen für Kunden kostenlos sind. Voraussetzung ist, dass die Bank keine monatliche Kontoführungsgebühr verlangt, keine Kosten für die Girocard (EC-Karte) in Rechnung stellt und auf weitere Vorgaben wie eine Mindesthöhe für den Geldeingang verzichtet.

Stellt die Bank Bedingungen an den Kunden, können diese ganz unterschiedlich ausfallen. Die Postbank zum Beispiel hat mehrere Varianten im Angebot: Einen monatlichen Geldeingang von 1000 Euro verlangt sie für ihr Konto Giro Plus. Für ihr Giro extra plus setzt sie sogar einen Geldeingang von 4000 Euro voraus. Können Kunden diese 4000 Euro vorweisen, müssen sie zum Beispiel nichts für ihre Kreditkarte zahlen. Niedriger ist die Hürde für ein kostenloses Konto bei den Sparda-Banken: Neukunden müssen meist nur für 52 Euro einen Genossenschaftsanteil kaufen, der verzinst wird.

Erfüllen Kunden die Bedingungen nicht, auf die sie sich eingelassen haben, ist es mit der kostenlosen Kontoführung allerdings schnell vorbei. Die Postbank langt dann kräftig hin: Fehlt der geforderte Geldeingang für das Konto Giro Plus sind 5,90 Euro im Monat fällig, für das Giro extra plus sind es sogar 9,90 Euro.

Wichtig bei einem neuen Konto ist neben dem Preis, dass der Kunde ohne viel Mühe kostenlos an Bargeld kommt. Das ist in der Stadt normalerweise kein Problem. Auf dem Land werden dagegen jene Kreditinstitute besonders interessant, die nicht nur ein Girokonto, sondern auch eine Kreditkarte kostenfrei anbieten, mit der Kunden an allen Geldautomaten mit Visa-Zeichen kostenlos Geld abheben können - zum Beispiel DKB, Cortal Consors und Wüstenrot Bank.

Nutzen Bankkunden mit ihrer Girocard einen Automaten außerhalb ihres Verbunds, werden Gebühren fällig. Seit Mitte Januar legt jede Bank selbst fest, wie viel fremde Kunden an ihren Automaten zahlen. Die Gebühren betragen zwischen 1,75 Euro und 7,50 Euro pro Abhebung. Seit dem 15. Januar 2011 zeigen Geldautomaten in Deutschland die Gebühr an. Der Kunde kann dann immer noch entscheiden, ob er den Vorgang fortsetzt oder zu einem anderen, für ihn günstigeren Geldautomaten wechselt.

Erhoben haben die Tester auch, bei welchen Kreditinstituten das Geld auf dem Girokonto am meisten Zinsen bringt. Je nach Anbieter und Kontomodell unterscheidet sich der Guthabenzins deutlich. Rentabel ist zum Beispiel das Konto GiroDirekt der PSD Hessen-Thüringen, bei dem es ohne weitere Bedingungen 1 Prozent Guthabenzins gibt. Bei der netbank bekommen Inhaber des Kontos giroLoyal sogar 1,6 Prozent, sofern sie einen regelmäßigen Lohn-, Gehalts- oder Renteneingang haben.

Zusätzlich hat Finanztest sämtliche Preise für die Gehalts- und Rentenkonten der untersuchten Kreditinstitute in einer großen Tabelle aufbereitet. Dabei sind die Tester von einem Musterkunden mit durchschnittlichen Bedürfnissen ausgegangen. Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie hier im Überblick:

Kontoführungsgebühren
Alle Details

Finanztest hat die Angebote von Banken und Sparkassen untersucht. Neben den Gratiskonten ohne Bedingungen gibt es viele weitere Angebote, die kostenlos sind, wenn die Kunden bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Im Test waren überregionale Großbanken, Direktbanken ohne Filialnetz sowie regionale Kreditinstitute wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Sie alle sind mit ihren spezifischen Bedingungen in einer übersichtlichen Tabelle aufgelistet. Das macht die Wahl eines neuen Anbieters ganz leicht. Die Kontogebühren von 77 Banken und Sparkassen finden Sie

Im Test
Tipps
Auswahl: Bei 23 Banken aus dem Test bekommen Sie ein Konto für Ihr Gehalt oder Ihre Rente mit Girocard, ohne dafür weitere Bedingungen erfüllen zu müssen. Die meisten Angebote sind Onlinekonten. Nur das Top-Girokonto der norisbank können Sie bundesweit auch über eine Filiale führen. Regional bieten fünf PSD-Banken ein Gratiskonto für Online- und Filialkunden an.
Kreditkarte: Verlangt die Bank Ihrer Wahl für eine Kreditkarte eine Gebühr, können Sie sich einfach woanders eine besorgen. Wo das am günstigsten ist, zeigt Ihnen der der aktuelle Test von Kreditkartenangeboten . Anders als bei der Girocard müssen Sie nicht die Kreditkarte Ihrer kontoführenden Bank wählen.
Kontopreis: Nicht jeder findet ein passendes Gratiskonto - zum Beispiel, weil nicht genug Geldautomaten in seiner Nähe sind. Sie sollten für ein Onlinekonto jedoch nicht mehr als 40 Euro, für ein Filialkonto nicht mehr als 80 Euro im Jahr zahlen.
Kontowechsel: Viele Banken unterstützen Neukunden, sobald das Konto eröffnet ist und stellen ihnen zum Beispiel Postkarten mit den neuen Daten zur Verfügung. Als Erstes sollten Sie Ihren Arbeitgeber oder Rententräger informieren, damit die nächste Zahlung gleich aufs neue Konto geht.
Daueraufträge: Sobald das Geld da ist, können Sie Zug um Zug zum Beispiel Daueraufträge für das alte Konto löschen und für das neue einrichten. Dauert es noch längere Zeit, bis das nächste Gehalt oder die nächste Rente kommt, sollten Sie sich vorab selbst eine kleinere Summe überweisen, um über die neue Bankverbindung erste Überweisungen erledigen zu können.
Kontokündigung: Nach dem Wechsel sollten Sie zur Sicherheit das alte und das neue Konto für etwa drei Monate parallel führen, um Fehlbuchungen zu vermeiden. Danach können Sie das alte Konto einfach formlos und ohne jede Frist kündigen. Dafür müssen Sie nichts bezahlen. Die bisherige Bank schließt das Konto und überträgt das Guthaben auf die neue Bankverbindung.
Onlinekonten: Die meisten kostenlosen Konten sind Onlinekonten. Bei fast allen Banken finden Sie heute ein sicheres Verfahren, um die Geldgeschäfte über das Internet zu erledigen. Entscheidend ist, wie Sie die Transaktionsnummer (Tan) erhalten, mit der Sie einen Auftrag am Computer bestätigen. Die Tan wechselt mit jedem neuen Vorgang. Als sicher gilt es nach heutigem Stand zum Beispiel, wenn die Bank Ihnen die Tan auf Ihr Handy sendet. Dieses Verfahren heißt je nach Bank smsTan-Verfahren oder mobileTan-Verfahren. Viele Banken bieten auch das smartTanplus oder chipTan-Verfahren an. Dafür können jedoch Kosten entstehen. test.de bietet ausführliche Informationen zur Sicherheit beim Online-Banking.

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insgesamt 31 Beiträge
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    Seite 1    
1. Geld
abby_thur 06.09.2011
Wer vergleicht wird schnell sehen, das die meisten Banken da zulangen, wo's wehtut: Gebühren für KK, keine Zinsen usw. TROTZ Kontoführungsgebühr.
2. Trickbetrug?
Herman Winterthal 06.09.2011
Folgt man dem Link "Schluss mit den Gebühren", werden 2,50 Euro an Gebühren zum Lesen des Artikels fällig.
3. Gebühren
prionic6 06.09.2011
Zitat von Herman WinterthalFolgt man dem Link "Schluss mit den Gebühren", werden 2,50 Euro an Gebühren zum Lesen des Artikels fällig.
Mir persönlich ist es lieber, ein solcher Test finanziert sich über die Nutzer. Die Alternative wäre wohl, die gestesteten schalten Werbung oder zahlen gleich Kohle um sich testen zu lassen.
4. Umsonst ist der Tod
chayra, 06.09.2011
Zitat von Herman WinterthalFolgt man dem Link "Schluss mit den Gebühren", werden 2,50 Euro an Gebühren zum Lesen des Artikels fällig.
Sie wollen für Ihre Arbeit doch auch bezahlt werden, oder? Das gleiche gilt übrigens auch für Banken und Versicherungen: Konten müssen verwaltet und Systeme am laufen gehalten werden, die Angestellten wollten Gehalt usw usf. "Kostenlos" ist ein Werbetrick, darüber sollte sich jeder mündige Bürger im klaren sein. Immerhin haben wir die Wahl, das Produkt auszuwählen, dass für unsere Zwecke am günstigsten ist.
5. ...
Alzheimer, 06.09.2011
Zitat von chayraSie wollen für Ihre Arbeit doch auch bezahlt werden, oder? Das gleiche gilt übrigens auch für Banken und Versicherungen: Konten müssen verwaltet und Systeme am laufen gehalten werden, die Angestellten wollten Gehalt usw usf. "Kostenlos" ist ein Werbetrick, darüber sollte sich jeder mündige Bürger im klaren sein. Immerhin haben wir die Wahl, das Produkt auszuwählen, dass für unsere Zwecke am günstigsten ist.
Bin auch bereit, für einen guten Service zu bezahlen. Unterm Strich kommt die "Geiz ist geil"- Mentalität teuer zu stehen, wenn man in versteckte Kostenfallen tappt.
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