Zahlen der Finanzaufsicht Mehr als 16.000 Beschwerden über Anlageberater

Tausende Bankkunden fühlen sich bei der Geldanlage schlecht beraten. Bei der obersten Finanzaufsicht BaFin sind seit November 2012 mehr als 16.000 Beschwerden eingegangen - ziemlich wenige, finden Wirtschaftsverbände.

Kundengespräch bei einer Bank: Viele Kunden fühlen sich schlecht beraten
DPA

Kundengespräch bei einer Bank: Viele Kunden fühlen sich schlecht beraten


Berlin - Trotz strengerer Auflagen für Anlageberater fühlen sich viele Bankkunden schlecht beraten. Seit Einführung neuer Vorgaben im November 2012 gingen bei der Bundesfinanzanstalt für Finanzaufsicht (BaFin) 16.274 Beschwerden ein. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor.

Das "Mitarbeiter- und Beschwerderegister" war im November 2012 eingerichtet worden. Allein im ersten Halbjahr 2014 gingen dort 4234 Anzeigen ein. Verbände der Kreditwirtschaft argumentieren, dass diese Zahl eigentlich gering sei: Setze man sie ins Verhältnis zu den geführten Anlagegesprächen, komme auf etwa zehntausend Beratungen gerade mal eine Beschwerde. Zudem sei nicht klar, ob jede davon auch berechtigt sei.

Derzeit gibt es laut der BaFin deutschlandweit 158.409 Anlageberater. Sanktionen oder Bußgelder seien gegen sie in diesem Jahr noch nicht verhängt worden, so die Nachrichtenagentur dpa.

Eine Studie im Auftrag des Verbraucherschutzministeriums hatte im Juni ergeben, dass Banken und Versicherungen anscheinend regelmäßig gegen die Vorschrift verstoßen, Anlageberatungen umfassend zu dokumentieren. Von 119 Testkäufern bekam nur jeder Vierte ein Protokoll - und kein einziges war vollständig, richtig, verständlich und übersichtlich.

vet/dpa



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insgesamt 30 Beiträge
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fridericus1 27.08.2014
1. Ein sog. Anlageberater ...
... lebt nicht von der Beratung, sondern vom Verkauf. Je obskurer das Produkt, desto höher die Provision. Das sollte man wissen, wenn man sich an solche Menschen wendet, oder sich selber schlau machen. Banken sind schon lange nicht mehr vertrauenswürdig.
merapi22 27.08.2014
2. Bankberater sind Bankverkäufer!
Die Bank verkauft nicht das, was den Kunden die meiste Rendite und Sicherheit bringt, sondern was der Bank den höchsten Gewinn einbringt! Es wäre wirklich zu überlegen zu einer Öko-blank zu wechseln, die zu den Interessen der Kunden auch die Interessen von Umwelt und Klimaschutz beachtet.
chrisnie 27.08.2014
3. Liebe Leute..
..ich muss etwas schmunzeln über diesen Bericht. Was bedeutet es denn, eine Beschwerde einzureichen? Ist dies wirklich einer schlechten Anlageberatung geschuldet oder möglicherweise auch der Unzufriedenheit über den Verlauf derselbigen? Ist es womöglich wieder der Uni-Professor, der sich hinterher völlig ahnungslos über Risiken gibt? Komplettieren würde diesen Bericht eine Statistik darüber, wieviele Anlageberater wirklich zur Verantwortung gezogen wurden - die Antwort ist: eine verschwindend geringe Anzahl. Glücklicherweise kann ich meinen Vorredner fridericus1 beruhigen: eine Bank lebt schlußendlich immer von der Beratung, da der blanke Verkauf auf die Dauer keine Konstante darstellt. Eins gilt aber nach wie vor: unterschreiben tut nicht der Berater, sondern IMMER der Kunde.
mzerbe 27.08.2014
4. Die 16.000...
... sind wahrscheinlich sowieso hauptsächlich Leute die Aktien ohne Beratung über den Anlageberater ins Bankdepot kaufen und sicch dann beschweren das sie angeblich niemand gewarnt hat das z. B. Mongolische Mienenaktien ein Risiko haben. Alles schon selbst erlebt
zbv10 27.08.2014
5. Endlich weiss ich es.
In einer Welt, in der Mercedes, BMW, VW, Apple und alle anderen ihre Produkte zum Selbstkostenpreis abgeben, sind die Banken die einzigen, die mit dem Verkauf auch noch Gewinn machen wollen. Pfui!
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