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Schokoladenstreit: Ritter Sport siegt gegen Stiftung Warentest

Ritter-Sport-Schokolade: Niederlage für die Stiftung Warentest Zur Großansicht
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Ritter-Sport-Schokolade: Niederlage für die Stiftung Warentest

Nach langem Ringen ist das Urteil gefallen: Die Stiftung Warentest hat im Rechtsstreit um Aromen in einer Ritter-Sport-Schokolade gegen den Hersteller verloren. Für die Stiftung ist es eine seltene Niederlage vor Gericht.

München - Keiner der Beteiligten war vor Ort, Schock und Jubel wurden nicht öffentlich geäußert: Die Richter am Münchner Landgericht entschieden im wochenlangen Schokoladenstreit zugunsten des Schokoladenherstellers Alfred Ritter. Stiftung Warentest darf künftig nicht mehr behaupten, das Unternehmen verwende chemisch hergestelltes Aroma in seiner Voll-Nuss-Schokolade. Bei Zuwiderhandlung drohten bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld. Die Stiftung Warentest kündigte umgehend an, in Berufung zu gehen.

Das Münchner Landgericht bestätigt mit seinem Urteil die einstweilige Verfügung von Ende November. Stiftung Warentest hatte damals Testergebnisse von 26 Nuss-Schokoladen veröffentlicht. Nach Auffassung der Prüfer führt Ritter Sport Verbraucher in die Irre: Auf der Schokoladenverpackung deklariere der Hersteller "natürliches Aroma", in Wirklichkeit aber nutze er chemisch hergestelltes Aroma, hieß es. Ritter Sport und auch der Aromenhersteller Symrise hatten die Behauptung stets zurückgewiesen und darauf bestanden, ausschließlich einen aus Pflanzen gewonnenen natürlichen Aromastoff zu benutzen.

Es folgte ein zäher Rechtsstreit: Der letzte Verhandlungstag im Dezember hatte neun Stunden gedauert. Die Richter hatten den Kontrahenten dringend zu einem Vergleich geraten, Ritter und Stiftung Warentest lehnten das aber ab. Die Urteilsverkündung wurde deshalb auf Januar verschoben.

Konkret geht es um den Aromastoff Piperonal. Dieser kann natürlich gewonnen, aber auch chemisch hergestellt werden. Auch die Lebensmittelüberwachung des Landkreises Holzminden - dort sitzt der Aromenhersteller Symrise - lässt den umstrittenen Stoff derzeit untersuchen. Allerdings ist Piperonal auch nach Aussagen von Verbraucherschützern prinzipiell unbedenklich, unabhängig von der Herstellungsweise.

nck

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 592 Beiträge
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1. Stiftung Warentest
MichaelKlein 13.01.2014
Ich vertraue weiterhin auf Stiftung Warentest. Sie haben gezeigt, dass sie der Lebensmittelindustrie die Stirn bieten. Dafür Danke!
2. Außerdem interessant:
harryklein 13.01.2014
muss die Stiftung Warentest nun auch seine Testergebnisse anpassen, die ja auf der nun beanstandeten Feststellung beruhen?
3. Einfach lächerlich
Der Terraner 13.01.2014
Piperonal ist Piperonal und das synthetisch hergestellte ist mit Sicherheit deutlich reiner als das natürliche. Aber der Verbraucher liebt ja den Selbstbetrug und glaubt tatsächlich, die Natur ist nur an seinem Wohlergehen interessiert. Ganz im Gegenteil. Die meisten und schlimmsten Gifte sind alle natürlichen Ursprungs.
4. Gratulation
mischamai 13.01.2014
Gratulation an Ritter Sport,hoffentlich wehren sich auch andere Unternehmen gegen willkürliche Testergebnisse die oftmals nicht das Papier wert sind auf dem diese stehen.An die Verbraucher appelliere ich etwas mehr Vorsicht walten zu lassen und nicht unvoreingenommen alles zu übernehmen was Stiftung Warentest den Verbrauchern so vortestet.
5.
l.augenstein 13.01.2014
Zitat von sysopDPANach langem Ringen ist das Urteil gefallen: Die Stiftung Warentest hat im Rechtsstreit um Aromen in einer Ritter-Sport-Schokolade gegen den Hersteller verloren. Für die Stiftung ist es ist eine seltene Niederlage vor Gericht. Aromen-Streit: Ritter Sport gewinnt gegen Stiftung Warentest - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/aromen-streit-ritter-sport-gewinnt-gegen-stiftung-warentest-a-943171.html)
Ein Streit um's Prinzip also! Trotzdem hat unter dem Strich wohl Ritter verloren, weil schon die Behauptung von Irreführung bei vielen Verbrauchern hängenbleiben wird. Und der Rechtsstreit hat das sogar noch vertieft. Da hat Ritter sich ein Eigentor geschossen.
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