Lärmschutz Die Bahn muss leiser werden

Die Bahn verliert ein Privileg: In zwei Jahren muss sie bei Bauprojekten schärfere Lärmschutzregelungen einhalten, entschied der Bundesrat. Der umstrittene Schienenbonus entfällt dann.

S-Bahnen in Hamburg (Archivbild): Längere Übergangsfristen für Straßenbahnen
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S-Bahnen in Hamburg (Archivbild): Längere Übergangsfristen für Straßenbahnen


Berlin - Für neue Bahnprojekte gilt ab 2015 keine Ausnahme mehr beim Lärmschutz. Für Stadt- und Straßenbahnen gilt eine längere Übergangsfrist bis 2019. Auf diesen Kompromiss zur Abschaffung des umstrittenen sogenannten Schienenbonus' hatten sich Bund und Länder im Vermittlungsausschuss geeinigt.

Der Schienenbonus räumte Zügen seit Jahren das Recht ein, fünf Dezibel lauter zu sein als Autos. Hintergrund dieser Regelung war die Annahme, dass Schienenlärm als weniger belastend wahrgenommen werde als Straßenlärm. Dies gilt inzwischen als überholt, unter anderem weil der Güterverkehr auf der Schiene zunimmt und mehr Hochgeschwindigkeitszüge unterwegs sind.

Die Regelung sieht zudem vor, dass das Eisenbahn-Bundesamt ab 2015 für das Aufstellen eines bundesweiten Lärmaktionsplans für die wichtigsten Eisenbahnstrecken des Bundes zuständig sein soll. Die bisher zuständigen kommunalen Behörden sollen von der Aufgabe entbunden werden.

mmo/AFP



insgesamt 21 Beiträge
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Ex-Kölner 03.05.2013
1. Mindestens so wichtig wäre mehr Lärmschutz an Alttrassen...
...denn dort muß die Debile Bahn momentan gar nichts tun. So bekommen die Bewohner des Rheintals dank Schienenwegen auf beiden Uferseiten Tag und Nacht Güterzuglärm in allerfeinstem Stereo. Lärmschutz? Null. Und Onkel Grube und der Müllermeister kümmern sich kaum drum...
pubsfried 03.05.2013
2. 5 dB sind fast eine Vervierfachung...
....nur mal so am Rande bemerkt ( 3dB = Verdoppelung!)
skeptiker97 03.05.2013
3. Da ist dringend was zu tun, ...
Zitat von sysopDPADie Bahn verliert ein Privileg: In zwei Jahren muss sie leiser werden. Der sogenannte Schienenbonus entfällt dann. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/bahnprojekte-bundesrat-schafft-sonderregelung-ab-a-897886.html
... denn es muß noch mehr auf die Schiene, vor allem Fracht, aber auch Personenbeförderung. Hier müßte sich die Bahn außerhalb der Städte mehr einfallen lassen. Daß sich die Bahn auch an Omnibusfernlinien beteiligt, halte ich für kontraproduktiv, sie sollte den Wettbewerb annehmen, indem sie für mehr Angebote und Effektivität incl. Fahrpreis auf der Schiene sorgt.
renatesheinzdieter 03.05.2013
4. Sind Projekte in Planung bereits
Die Ausnahmeregelung ist längst überfällig, weshalb also erst 2015. Offen ist zudem, was unter "neue" Bahnprojekte fällt. Sind die schon länger geplanten, aber noch nicht ausgeführten Bahnprojekte vielleicht sogar "alte" Projekte, für die die neuen Lärmschutzregelungen nicht beachtet werden müssen? Das wäre nicht in Ordnung, weil dann Lärmschutz erst in zig Jahren verbessert würde.
M. Michaelis 03.05.2013
5.
Ich wohne an einer Bahnstrecke und habe den Zuglärm bislang nicht als störend empfunden.
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