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Bahnstreik: Gewerkschaftsboss will Lokführer bremsen

DGB-Chef Reiner Hoffmann: Die GDL fahre einen "aggressiven Abgrenzungs- und Konfliktkurs" Zur Großansicht
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DGB-Chef Reiner Hoffmann: Die GDL fahre einen "aggressiven Abgrenzungs- und Konfliktkurs"

DGB-Chef Hoffmann bittet den Beamtenbund um Hilfe im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn: Laut "SZ" soll die Lokführergewerkschaft GDL zur Ordnung gerufen werden - sonst drohe ein Imageschaden.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, hat den Beamtenbund einem Zeitungsbericht zufolge aufgefordert, die Lokführergewerkschaft GDL im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn zurechtzuweisen. Durch den Konflikt drohe den Gewerkschaften ein "Imageschaden", schrieb Hoffmann nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag an den Chef des Beamtenbunds, Klaus Dauderstädt. "Der aggressive Abgrenzungs- und Konfliktkurs der GDL" sei "nicht vereinbar mit einer solidarischen Interessenvertretung aller Arbeitnehmer".

Die GDL verweigere sich allen Kooperationsangeboten der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und wolle "ohne Rücksicht auf öffentliche Ansehensverluste der deutschen Gewerkschaften in ihrer Gesamtheit die eigene Einflusssphäre ausbauen", zitierte die Zeitung weiter aus dem Schreiben Hoffmanns. Nötig sei in den gegenwärtigen Tarifverhandlungen aber "ein konstruktives Miteinander".

Mehr Geld, mehr Macht

GDL und EVG konkurrieren bei der Bahn. In dem Tarifkonflikt geht es nicht nur um höhere Löhne, sondern vor allem um Macht: Sie streiten darum, wer für welche Mitarbeitergruppe die Verhandlungen führen darf. Die GDL ist Mitglied im Beamtenbund und verhandelte bislang für die 20.000 Lokführer. Die EVG, zugehörig zum DGB, streitet für die übrigen 140.000 Bahn-Mitarbeiter. Die Lokomotivführer-Gewerkschaft will dies künftig auch für die 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer übernehmen, die EVG will für die gesamte Bahn-Belegschaft zuständig sein.

Bahngewerkschaften
Welche Gewerkschaften spielen eine Rolle in der Bahnbranche?
Mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gibt es in der deutschen Bahnbranche zwei rivalisierende Gewerkschaften. Bis Ende 2010 waren es sogar drei - bis Transnet und die Verkehrsgewerkschaft GDBA zur EVG fusionierten.
Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist mit 240.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Beschäftigten in der Bahnbranche. Sie ist Ende 2010 aus der Fusion von Transnet und GDBA hervorgegangen, die zuvor schon kooperiert hatten. Die EVG gehört dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) an. Ihre Mitglieder kommen aus allen Bereichen der Deutschen Bahn sowie von privaten Bahn- und Busgesellschaften.
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GdL)
Die 1867 als Verein Deutscher Lokomotivführer gegründete GDL hat 34.000 Mitglieder. In ihr sind nach Gewerkschaftsangaben rund 75 Prozent der Lokführer bei der Deutschen Bahn und ein Drittel der Zugbegleiter organisiert. Die GDL gehört dem Beamtenbund an.
Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn ruft die GDL für Samstagmorgen zwischen 6 und 9 Uhr zum bundesweiten Warnstreik auf. Es ist der zweite Ausstand binnen einer Woche. Betroffen sind alle Fern- und Regionalzüge, die S-Bahnen in Berlin und Hamburg sowie der Güterverkehr.

hei/AFP/dpa

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1.
delta058 06.09.2014
Ich war am Montag vom Streik betroffen und trotzdem sage ich, laßt euch, werte GDL, nicht von diesem Pseudoarbeitnehmervertreter irgendetwas sagen. Ihr habt das recht da zu sein und ihr habt das recht eure Kämpfe so zu führen wie ihr es für richtig haltet. Sollen doch die Mitarbeiter entscheiden, von wem sie sich vertreten lassen wollen, und nicht die korupten Anzugvertreter.
2. Der Imageschaden ist lange da!
noelkenproettel 06.09.2014
Es ist unfassbar wie sich die Bosse der Zwei Bahngewerkschaften ein Machtduell auf kosten der Reisenden abhalten ! Diese beiden typen sind der Inbegriff des allseits verachteten Gewerkschafts Funktionär und bringen die Gewerkschaften in Verruf. Man sollte wirklich ein Gesetz machen das in einem Betrieb nicht mehrere Gewerkschaften Ihre Ihre Streiknummern Abziehen können, so wie im moment kann es einfach nicht weiter gehen das die Bürger am laufenden Band in geiselhaft genommen werden um ihre teilweise Hahnebüchenen Forderungen für eine verhäldnissmässig kleine Gruppe durchzusetzen! Man sollte GDL-Chef Claus Weselsky einfach den Reisenden zum Frass vorwerfen die eine Nacht auf einem Bahnhof übernachten dürfen.....Mal ehrlich was kommt den als nächstes? Streik dann die Gewerkschaft der Stellwerker ? und dan die Gewerkschaft derer die die Züge Startklar machen? Es muss ein Gesetz her was das eindeutig Regelt wenn notwendig mit Verfassungänderung aber so kann es doch nicht weiter gehen!
3. Ein Betrieb - eine Gewerkschaft
politik-nein-danke 06.09.2014
Das Verhalten von Minigewerkschaften wie GDL oder Cockpit ist mehr als schädlich für Betriebe und Betriebsklima. Auch die Lokführer sind letztendlich vom Gesamtkonzern abhängig. Ihr Beitrag zum Ergebnis schlägt sich jetzt schon in entsprechend höherer Bezahlung als z.B. bei Service-Kräften oder Sicherheitsleuten nieder. Es kann nicht sein, das Mini-Gewerkschaften sich gezielt einzelne Mitarbeitergruppen aussuchen, welche innerhalb der Konzernstruktur großen Schaden anrichten können und den Rest der Belegschaft lassen solche Leute wie der Wesselsky vor die Hunde gehen.
4. Es grüßt der FDGB
fredadrett 06.09.2014
Den DGB ist es suspekt wenn einzelne Gewerkschaften die Interessen ihrer Mitglieder wahrnehmen und nicht in den Hinterzimmern der Bosse einknicken. Eine Einheitsgewerkschaft wäre der Untergang der Arbeitnehmerinteressen.
5. Gewerkschaftsboss will.........
KäptnBlaubär 06.09.2014
...liebe GDL laßt euch nicht vereinnahmen von diesen Potentaten DGB und Co. Denn sie bestimmen die Gehälter der Vorstände und stimmen über Rationalisierungen ab. Verlieren dabei auch gelegentlich die Übersicht. Auch wenn ich durch den Streik selber als Fahrgast betroffen bin. Danke das er sehr human und verantwortungsvoll geführt wird. Als Bsp. Frankreich: Bahnstreik-Stillstand. Streik so lange bis euere Gehälter europaweit angepasst sind. Die Polithansels machen das vor. Viel Kraft dazu.
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Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.

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