Neue Technik kommt Geflügel-Lobby verspricht Ende des Kükenschredderns

Millionen männliche Küken werden direkt nach dem Schlüpfen getötet. Noch in diesem Jahr soll das Töten zumindest weniger werden. Die Geflügelwirtschaft verspricht den Einsatz neuer Techniken.

AFP


Der Zentralverband der Geflügelwirtschaft hat ein Ende des massenhaften Kükentötens in Brütereien angekündigt. Entsprechende Techniken sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. "Wir befinden uns mit zwei unterschiedlichen Verfahren zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im Ei in der Endphase der Erprobung. Bis Ende des Jahres werden die ersten Maschinen im Einsatz sein", sagte Verbandspräsident Friedrich-Otto Ripke der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Derzeit werden in Deutschland jährlich bis zu 50 Millionen männliche Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet, weil sie zum Eierlegen nicht infrage kommen. Bei den neuen Technologien wird das Geschlecht des Kükens wenige Tage nach der Befruchtung und weit vor dem Schlüpfen bestimmt. Eier mit männlichen Tieren werden dann aussortiert. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hatte das Kükenschreddern ursprünglich bereits im vergangenen Jahr mit einer praxistauglichen Alternative beenden wollen.

Geflügel-Lobbyist Ripke warnte angesichts der neuen Techniken vor überzogenen Erwartungen: "Eine solche Innovation ist nicht von heute auf morgen in allen Betrieben umzusetzen. Wir müssen Brütereien Zeit einräumen." Niemand könne derzeit sagen, wie teuer die Maschinen würden. Gegebenenfalls müsse die Anschaffung vom Staat gefördert werden. Die Bundesregierung hatte bereits die Erforschung der neuen Technologien mit Steuermitteln gefördert.

mmq/dpa

insgesamt 12 Beiträge
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irungold 29.01.2018
1. Immer das betteln um Steuergelder...
die Forschung und Entwicklung zu finanzieren kann ich noch nachvollziehen. Aber auf keinen Fall erschließt sich mir, weshalb der Steuerzahler auch noch die Anschaffung bezahlen soll ??! An den gewinnen werde ich auch nicht beteiligt, also kauft und bezahlt eure Maschinen selber! Sollte es finanziell nicht mehr drin sein... Kein Thema, nennt sich Wirtschaft dann schließt man dieses Unternehmen...
maphry 29.01.2018
2. Die Sache wird ganz einfach sein
Die Sache wird ganz einfach sein. Da nach Tierschutzgesetzen keine unnötigen Qualen der Tiere erfolgen darf, wird sobald eine reale Lösung für das Problem existiert das ganze von irgendwem vor Gericht getragen werden. Dann ist die Sache ganz einfach: Entweder der betrieb schafft die neue Technologie an, oder er wird geschlossen. Da braucht es keine Subventionen und keine Förderungen, die Eier mögen dann für ein paar Monate ein paar Cent teurer werden, aber das ganze reguliert sich dann ganz von alleine.
sandow83 29.01.2018
3. Warum vorsortieren????
Beitrag Ich verstehe nicht, warum man überhaupt vorsortiert. Verbietet die überzüchteten Legehybriden und sortiert dann später Hennen und Hänchen! Es gibt genug Hybriden, die sowohl eine gute Legeleistung als auch die nötigen Eigenschaften für die Mast mit sich bringen. Ich kenne einen guten Bio-Betrieb mit Ei- und Masthänchenproduktion. Wenn das einige wenige Betriebe können, können es auch alle!! Wir Konsumenten sind dabei natürlich in der Pflicht!
Psychotic 29.01.2018
4.
die Menschheit ist Schuldig an Milliardenfacher Sinnloser Vernichtung von Leben. dies kann durch nichts Gerechtfertigt werden!
baninchenrenner 29.01.2018
5. Wo ist der Unterschied zwischen Küken und Kaninchen?
Warum ist das Kükenschreddern grausam, wenn es im eigentlichen Sinne ein Schlachtvorgang ist? Nur weil ein flauschiges Küken so niedlich aussieht, bekommt es plötzlich einen kindchenschemagesteuerten Unantastbarkeitsbonus? Die Tiere werden, soweit ich weiß, vorher mit CO2 betäubt und anschließend zu Tiermehl verarbeitet, somit als Nahrungsmittel weiter verwertet. Nichts anderes passiert doch auch mit Hühnern, Kaninchen oder Schweinen! Die werden ebenfalls vorher betäubt, anschließend zerteilt und verzehrt. Was ja lediglich einem selben Massen-„Schreddern“, nur eben in anderen physischen Dimensionen, gleichkommt. Was passiert denn mit den 50 Millionen Eiern? Gehen die in den Verkauf, in die industrielle Weiterverarbeitung oder werden die vernichtet? Und selbst wenn sie in den Handel gehen, was ist so viel vorteilhafter daran, ca. 50 Millionen Eier mehr auf den Markt zu bringen statt wie bisher ein sehr viel gehaltvolleres Tierfutter, das nun wiederum dem Markt entzogen wird? Wir haben gesamtgesellschaftlich anerkannte, effiziente Verwertungsketten etabliert, die mittlerweile jegliche Grausamkeit bei der Schlachtung nach Möglichkeit minimieren, aber den Unterschied zwischen Küken und Ferkel kann ich hier nicht erkennen.
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