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Alternativen für Konto und Geldanlage: Wie komme ich ohne Bank klar?

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Getty Images, SPIEGEL ONLINE

App statt Filiale, Roboter statt Berater: Neue Dienstleister wollen die klassischen Banken überflüssig machen. Doch was taugen die neuen Angebote?

An Bankgeschäften haben die wenigsten Menschen Freude: das Problem, als arbeitender Mensch einen Beratungstermin zu bekommen. Das ständige Gefühl, in dem Gespräch wie ein ahnungsloser Idiot zu wirken. Und die Furcht, sodann in überteuerte Geldanlagen zu stolpern.

Laut einer Umfrage, die der Anlegerschutzverein DSW 2015 in Auftrag gegeben hat, fühlt sich ein Drittel der Deutschen von seinem eigenen Geldhaus unfair behandelt. Ein Potenzial von Millionen wechselwilliger Bankkunden.

Auf diese Bankfrustrierten hoffen zahlreiche Start-ups aus der Finanztechnologie-Szene. "Bye Bye, Banken" tönt es von den Fintechs. Sie wollen billiger, digitaler und besser sein als die alteingesessenen Geldhäuser - und ihnen so Kunden abjagen.

Vom Konto auf dem Smartphone bis zur Geldanlage durch Roboter gibt es für fast jede Bankdienstleistung bereits einen Ersatz.

Doch welche Angebote gibt es? Und was sind die Vor- und Nachteile der neuen Banker?

Der soziale Börsenhändler – Investieren auf Trading-Plattformen

Die ersten Schritte ins Thema Börsenhandel machen keinen Spaß: Begriffe wie KGV oder Stop-Loss sollte man verstanden haben, bevor man seine erste Aktie kauft. Wer ahnungslos investiert, kann viel Geld verlieren.

Die auf jugendlich getrimmte Plattform Bux kann man zum Üben nutzen: Man kann mit virtuellem Geld zocken und gegen Freunde antreten. Wer sich sicher fühlt, kann auch echtes Geld investieren - mit Gewinn- und Verlustchance.

Hinter Bux steht die Social-Trading-Plattform Ayondo. Dort oder bei Konkurrenten wie eToro können Anleger die Strategien der Anderen verfolgen und mit einem Klick kopieren. Die Stars der Plattform, oft gewöhnliche Leute ohne Finanzhintergrund, erwirtschaften in manchen Monaten zweistellige Renditen. Wer ihnen folgt, wettet mit speziellen Finanzprodukten auf den künftigen Erfolg der Vorbilder.

Die Gebühren sind günstiger als bei einer Bank, Social Trading kann aber genauso nach hinten losgehen wie normaler Börsenhandel.

Nummer Fünf berät: Geldanlage mit dem Robo-Berater

Soll man jetzt noch Aktien kaufen? Wo gibt es das beste Festgeld? Das sind Fragen, mit denen sich wenige Menschen gerne beschäftigen.

Stattdessen kann man sein Geld auch sogenannten Robo-Beratern anvertrauen. Hinter dem etwas gruseligen Namen verstecken sich Angebote wie Scalable Capital, Vaamo oder Ginmon. Fairr bietet ein ähnliches Angebot speziell für Riester-Renten.

Der Kunde gibt Sparziele, Anlagezeitraum und Risikoneigung an, der Roboter schlägt passive Fonds vor - anders als viele Bankberater, die lieber aktiv gemanagte Fonds verkaufen, mit denen ihren Banken höhere Gebühren verdienen.

Die Kosten der Robo-Berater liegen deshalb meist weit unter denen von Banken. Auch die Pleite der Start-Ups muss kein Kunde fürchten, ihr Depot bleibt – wie bei einer Bankpleite – geschützt. Verbraucherschützer können den neuen Angeboten deshalb einiges abgewinnen. (http://www.finanztip.de/robo-advisor/)

Haste mal 10.000 Euro? Geld (ver)leihen über Kreditplattformen

Eigentlich gab es das schon immer: Der Neffe will sein erstes Auto kaufen, der Onkel weiß nicht, wo er sein Geld anlegen soll. Also verleiht er es an den Neffen. Wenn er Zinsen verlangt, machen beide gegebenenfalls ein besseres Geschäft als mit einer Bank.

Kredite zwischen Privatpersonen (Peer-to-Peer) vermitteln inzwischen mehrere Plattformen: Auxmoney, Lendico oder Smava verlangen für Darlehen bis maximal 125.000 Euro Gebühren zwischen 0,25 und fünf Prozent.

Dazu kommen die Zinsen, deren Höhe je nach Kreditwürdigkeit des Schuldners variiert, und die pro Jahr durchaus zweistellig sein können. Ein Sammelbecken für Pleitiers wollen die Plattformen aber nicht sein. Sie beteuern, noch genauer zu prüfen als die Schufa.

Sein Geld verlieren kann man dort trotzdem. In der Wirtschaftswoche klagte ein Angestellter einer Fluggesellschaft, von den 37.000 Euro, die er via AuxMoney verliehen hat, sei rund ein Zehntel ausfallgefährdet.

Die Geld-Applage – Das Smartphone-Bankkonto

Kontoeröffnung in ein paar Minuten und eine Push-Mitteilung bei jeder Abbuchung. Für das Girokonto des Berliner Start-Ups Number 26 braucht man nur ein Smartphone. Keine Auszüge auf Papier, keine TAN-Listen, keine Filialen. Die Abwicklung läuft über die Münchner Wirecard Bank. Um den Service zu nutzen, eröffnet man dort ein neues Konto.

Wer den Bankwechsel scheut, kann seine Geldgeschäfte mit Apps auch einfach etwas bequemer erledigen. Geld überweisen oder Karte sperren per Smartphone kann man auch mit anderen Bank-Apps, die eigenen Ausgaben analysieren sie meist auch. Finanztest hat im vergangenen Juni 38 Anwendungen bewertet, etwa nach Nutzerfreundlichkeit oder Datenschutz.

Besonders gut schnitten die bankenunabhängige, kostenpflichtige Outbank-App und die der Sparkasse ab. Letztere können auch Kunden anderer Banken nutzen, wenn sie einmalig 99 Cent dafür bezahlen.

Suche Dollar, biete Euro - Überweisen ins Ausland

Währungsumtausch ist für Banken ein lukratives Geschäft: Die Wechselkurse, zu denen ein Urlauber seine Hotelrechnung in Thailand bezahlt, sind wesentlich schlechter als die, zu denen sich Banken die Devisen an den Finanzmärkten einkaufen.

Unternehmen wie Currencyfair, Azimo oder Transferwise werben mit einer günstigeren Alternative zu Banken, Geldversendern wie Western Union oder PayPal. Transferwise etwa sammelt alle Überweisungswünsche in Dollar zu Euro und bringt sie mit den Euro-zu-Dollar-Überweisungen zusammen. Die Gebühren liegen zwischen 0,5 und zwei Prozent.

Um die Überweisung digital abwickeln zu können, ist aber meist ein Konto notwendig, bei Azimo zumindest ein Facebook-Account. Wer Geld etwa in entlegene Regionen Afrikas schicken will, kommt an Western Union oder einer dort ansässigen Bank doch nicht vorbei.

Herr Kaiser aus der App - Digitale Versicherungsmanager

Was zahle ich eigentlich für meine Berufshaftpflichtversicherung? Moment, habe ich überhaupt eine? Oder war das Berufsunfähigkeit? Versicherungen braucht man einige, den Überblick verlieren Finanz-Laien deshalb schnell.

Digitale Versicherungsmanager wie Knip oder Getsafe sollen das ändern. In der App hat man seine Verträge jederzeit bei sich, kann nachsehen, wie viel jeden Monat abgebucht wird, und per Chat Informationen einholen.

Doch die Unternehmen fungieren nicht als Samariter, sondern als Makler. Wer die App nutzen will, erhält seine Beratung künftig ausschließlich von den Start-Ups. Die machen auch neue Angebote, wie die meisten Makler verdienen sie an den Provisionen aus Abschlüssen.

Verbraucherschützer raten deswegen, auch die Angebote aus der App auf Vergleichsportalen gegenzuchecken. Sie schlügen nicht immer die besten Verträge vor. Immerhin: Manche reichen einen Teil ihrer Provisionen an den Kunden weiter. Getsafe verspricht sogar, seine Mitarbeiter nicht für Abschlüsse zu belohnen, sondern für Kundenzufriedenheit.

Zusammen Bauen – Immobilienfinanzierung übers Internet

Die Baugruppe ist eine alte Idee. Mehrere Bauherren und -damen in spe gründen eine Gesellschaft und organisieren gemeinsam den Bau oder Kauf eines Wohnhauses. Ohne Investor, ohne Makler. Nur: Wie findet man so viele Gleichgesinnte, die in derselben Gegend wohnen wollen?

Das Berliner Start-Up Group Estate will potentiellen Zusammen-Bauern und –Käufern die Suche erleichtern. Ähnlich wie bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter stellen sich dort einige Dutzend Projekte in ganz Deutschland vor, ein grüner Balken zeigt, wie weit sie mit ihrer Mitstreitersuche bereits sind.

Group Estate unterstützt die Bauherren mit Musterverträgen und vermittelt Experten. An deren Provisionen verdient das Unternehmen auch. Der Abschluss eines Kredits bei einer Partnerbank ist aber keine Voraussetzung, um die Plattform nutzen zu dürfen.

Münztelefon – Bezahlen mit dem Smartphone

Einmal das Smartphone über ein Zahlungsterminal halten statt Geldscheine aus dem Portemonnaie kramen. Die Anbieter bargeldloser Bezahl-Apps hoffen, dass Kunden die Zeitersparnis im Alltag so sehr schätzen, dass sie ihnen ihre Konto- oder Kreditkartendaten anvertrauen.

Die Daten sind dabei etwa so gut geschützt wie das eigene Handy - bei iPhones muss also der Pin geklaut oder die TouchID manipuliert werden. Aber Bargeld und EC-Karten können auch geklaut werden.

Dafür muss der Nutzer seltener zum Geldautomaten und huscht an der Kasse schnell durch – vorausgesetzt, die Terminals funktionieren und das Kassenpersonal weiß damit umzugehen.

Den großen Durchbruch hat Mobile Payment in Deutschland noch nicht geschafft. Das könnte sich ändern, wenn Apple, Google und Samsung ihre Bezahl-Apps in Deutschland starten, was noch in diesem Jahr passieren soll. Diese Anwendungen hätten Millionen Handybesitzer dann schon vorinstalliert.

Blitzschnell überweisen: Geld verschicken per PayPal und Co.

Der Aufstieg des E-Commerce half auch alternativen Zahlungsanbietern zu weltweiter Verbreitung. Dank PayPal und Co. können Händler ihre Ware schnell losschicken statt erst auf den Überweisungseingang zu warten. Millionen Deutsche nutzen sie schon heute.

Im Prinzip sind elektronische Geldbörsen wie PayPal oder die Konkurrenten Sofort und Giropay für Kunden kostenlos, sie leben von Gebühren der Händler. Allerdings geben viele Händler die Kosten weiter, darauf muss man bei der Auswahl der Zahlungsmethode achten.

Beim Datenschutz unterscheiden sich die Anbieter stark: Bei PayPal oder Amazon Payments hinterlegt man Konto- oder Kreditkartendaten, bei Sofort werden sogar PIN und TAN an den Betreiber weitergeleitet. Verbraucherschützer warnen deshalb vor dem Anbieter.

Wer den alternativen Zahlungsanbietern trotzdem misstraut, für den bleiben Giropay oder Paydirekt. Hinter den beiden Systemen stecken verschiedene deutsche Banken, Kontodaten haben die eh schon gespeichert. Weil sie Händlern aber die Zahlung garantieren, werden die bestellten Waren trotzdem schneller verschickt.

Einmal das Smartphone über ein Zahlungsterminal halten statt Geldscheine aus dem Portemonnaie kramen. Die Anbieter bargeldloser Bezahl-Apps hoffen, dass Kunden die Zeitersparnis im Alltag so sehr schätzen, dass sie ihnen ihre Konto- oder Kreditkartendaten anzuvertrauen.

Die Daten sind dabei etwa so gut geschützt wie das eigene Handy - bei iPhones muss also der Pin geklaut oder die TouchID manipuliert werden. Aber Bargeld und EC-Karten können auch geklaut werden.

Dafür muss der Nutzer seltener zum Geldautomaten und huscht an der Kasse schnell durch – vorausgesetzt, die Terminals funktionieren und das Kassenpersonal weiß damit umzugehen.

Den großen Durchbruch hat Mobile Payment in Deutschland noch nicht geschafft. Das könnte sich ändern, wenn Apple, Google und Samsung ihre Bezahl-Apps in Deutschland starten, was noch in diesem Jahr passieren soll. Diese Anwendungen hätten Millionen Handybesitzer dann schon vorinstalliert.

Der Aufstieg des E-Commerce half auch alternativen Zahlungsanbietern zu weltweiter Verbreitung. Dank PayPal und Co. können Händler ihre Ware schnell losschicken statt erst auf den Überweisungseingang zu warten. Millionen Deutsche nutzen sie schon heute.

Im Prinzip sind elektronische Geldbörsen wie PayPal oder die Konkurrenten Sofort und Giropay für Kunden kostenlos, sie leben von Gebühren der Händler. Allerdings geben viele Händler die Kosten weiter, darauf muss man bei der Auswahl der Zahlungsmethode achten.

Beim Datenschutz unterscheiden sich die Anbieter stark: Bei PayPal oder Amazon Payments hinterlegt man Konto- oder Kreditkartendaten, bei Sofort werden sogar PIN und TAN an den Betreiber weitergeleitet. Verbraucherschützer warnen deshalb vor dem Anbieter.

Wer den alternativen Zahlungsanbietern trotzdem misstraut, für den bleiben Giropay oder Paydirekt. Hinter den beiden Systemen stecken verschiedene deutsche Banken, Kontodaten haben die eh schon gespeichert. Weil sie Händlern aber die Zahlung garantieren, werden die bestellten Waren aber trotzdem schneller verschickt.

Nummer Fünf berät: Geldanlage mit dem Robo-Berater

Soll man jetzt noch Aktien kaufen? Wo gibt es das beste Festgeld? Das sind Fragen, mit denen sich wenige Menschen gerne beschäftigen.

Stattdessen kann man sein Geld auch sogenannten Robo-Beratern anvertrauen. Hinter dem etwas gruseligen Namen verstecken sich Angebote wie Scalable Capital, Vaamo oder Ginmon. Fairr bietet ein ähnliches Angebot speziell für Riester-Renten.

Der Kunde gibt Sparziele, Anlagezeitraum und Risikoneigung an, der Roboter schlägt passive Fonds vor - anders als viele Bankberater, die lieber aktiv gemanagte Fonds verkaufen, mit denen ihren Banken höhere Gebühren verdienen.

Die Kosten der Robo-Berater liegen deshalb meist weit unter denen von Banken. Auch die Pleite der Start-Ups muss kein Kunde fürchten, ihr Depot bleibt – wie bei einer Bankpleite – geschützt. Verbraucherschützer können den neuen Angeboten deshalb einiges abgewinnen. (http://www.finanztip.de/robo-advisor/)

Wer bereits ein Depot bei einer Bank hat, für den wird der Wechsel unter Umständen aber recht teuer. Zu Scalable Capital etwa kann man sein Portfolio nicht einfach übertragen, alles muss verkauft und neu angelegt werden.

Eigentlich gab es das schon immer: Der Neffe will sein erstes Auto kaufen, der Onkel weiß nicht, wo er sein Geld anlegen soll. Also verleiht er es an den Neffen. Wenn er Zinsen verlangt, machen beide gegebenenfalls ein besseres Geschäft als mit einer Bank.

Kredite zwischen Privatpersonen (Peer-to-Peer) vermitteln inzwischen mehrere Plattformen: Auxmoney, Lendico oder Smava verlangen für Darlehen bis maximal 125.000 Euro Gebühren zwischen 0,25 und fünf Prozent.

Dazu kommen die Zinsen, deren Höhe je nach Kreditwürdigkeit des Schuldners variiert, und pro Jahr durchaus zweistellig sein können. Ein Sammelbecken für Pleitiers wollen die Plattformen aber nicht sein. Sie beteuern, noch genauer zu prüfen als die Schufa.

Sein Geld verlieren kann man dort trotzdem. In der Wirtschaftswoche klagte ein Angestellter einer Fluggesellschaft, von den 37.000 Euro, die er via AuxMoney verliehen hat, sei rund ein Zehntel ausfallgefährdet.

Kontoeröffnung in ein paar Minuten und eine Push-Mitteilung bei jeder Abbuchung. Für das Girokonto des Berliner Start-Ups Number 26 braucht man nur ein Smartphone. Keine Auszüge auf Papier, keine TAN-Listen, keine Filialen. Die Abwicklung läuft über die Münchner Wirecard Bank. Um den Service zu nutzen, eröffnet man dort ein neues Konto.

Wer den Bankwechsel scheut, kann seine Geldgeschäfte mit Apps auch einfach etwas bequemer erledigen. Geld überweisen oder Karte sperren per Smartphone kann man auch mit anderen Bank-Apps, die eigenen Ausgaben analysieren sie meist auch. Finanztest hat im vergangenen Juni 38 Anwendungen bewertet, etwa nach Nutzerfreundlichkeit oder Datenschutz.

Besonders gut schnitten die bankenunabhängige, kostenpflichtige Outbank-App und die der Sparkasse ab. Letztere können auch Kunden anderer Banken nutzen, wenn sie einmalig 99 Cent dafür bezahlen.

Währungsumtausch ist für Banken ein lukratives Geschäft: Die Wechselkurse, zu denen ein Urlauber seine Hotelrechnung in Thailand bezahlt, sind wesentlich schlechter als die, zu denen sich Banken die Devisen an den Finanzmärkten einkaufen.

Unternehmen wie Currencyfair, Azimo oder Transferwise werben mit einer günstigeren Alternative zu Banken, Geldversendern wie Western Union oder PayPal. Transferwise etwa sammelt alle Überweisungswünsche in Dollar zu Euro und bringt sie mit den Euro-zu-Dollar-Überweisungen zusammen. Die Gebühren liegen zwischen 0,5 und zwei Prozent.

Um die Überweisung digital abwickeln zu können, ist aber meist ein Konto notwendig, bei Azimo zumindest ein Facebook-Account. Wer Geld etwa in entlegene Regionen Afrikas schicken will, kommt an Western Union oder einer dort ansässigen Bank doch nicht vorbei.

Die Baugruppe ist eine alte Idee. Mehrere Bauherren und -damen in spe gründen eine Gesellschaft und organisieren gemeinsam den Bau oder Kauf eines Wohnhauses. Ohne Investor, ohne Makler. Nur: Wie findet man so viele Gleichgesinnte, die in derselben Gegend wohnen wollen?

Das Berliner Start-Up Group Estate will potentiellen Zusammen-Bauern und –Käufern die Suche erleichtern. Ähnlich wie bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter stellen sich dort einige Dutzend Projekte in ganz Deutschland vor, ein grüner Balken zeigt, wie weit sie mit ihrer Mitstreitersuche bereits sind.

Group Estate unterstützt die Bauherren mit Musterverträgen und vermittelt Experten. An deren Provisionen verdient das Unternehmen auch. Der Abschluss eines Kredits bei einer Partnerbank ist aber keine Voraussetzung, um die Plattform nutzen zu dürfen.

Was zahle ich eigentlich für meine Berufshaftpflichtversicherung? Moment, habe ich überhaupt eine? Oder war das Berufsunfähigkeit? Versicherungen braucht man einige, den Überblick verlieren Finanz-Laien deshalb schnell.

Digitale Versicherungsmanagern wie Knip oder Getsafe sollen das ändern. In der App hat man seine Verträge jederzeit bei sich, kann nachsehen, wie viel jeden Monat abgebucht wird, und per Chat Informationen einholen.

Doch die Unternehmen fungieren nicht als Samariter, sondern als Makler. Wer die App nutzen will, erhält seine Beratung künftig ausschließlich von den Start-Ups. Die machen auch neue Angebote, wie die meisten Makler verdienen sie an den Provisionen aus Abschlüssen.

Verbraucherschützer raten deswegen, auch die Angebote aus der App auf Vergleichsportalen gegenzuchecken. Sie schlügen nicht immer die besten Verträge vor. Immerhin: Manche reichen einen Teil ihrer Provisionen an den Kunden weiter. Getsafe verspricht sogar, seine Mitarbeiter nicht für Abschlüsse zu belohnen, sondern für Kundenzufriedenheit.

Die ersten Schritte ins Thema Börsenhandel machen keinen Spaß: Begriffe wie KGV oder Stop-Loss sollte man verstanden haben, bevor man seine erste Aktie kauft. Wer ahnungslos investiert, kann viel Geld verlieren.

Die auf jugendlich getrimmte Plattform Bux kann man zum Üben nutzen: Man kann mit virtuellem Geld zocken und gegen Freunde antreten. Wer sich sicher fühlt, kann auch echtes Geld investieren - mit Gewinn- und Verlustchance.

Hinter Bux steht die Social-Trading-Plattform Ayondo. Dort oder bei Konkurrenten wie eToro können Anleger die Strategien der Anderen verfolgen und mit einem Klick kopieren. Die Stars der Plattform, oft gewöhnliche Leute ohne Finanzhintergrund, erwirtschaften in manchen Monaten zweistellige Renditen. Wer ihnen folgt, wettet mit speziellen Finanzprodukten auf den künftigen Erfolg der Vorbilder.

Die Gebühren sind günstiger als bei einer Bank, Social Trading kann aber genauso nach hinten losgehen wie normaler Börsenhandel.

Grafik: Michael Niestedt, Katja Braun, Aída Márquez

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