Bankautomaten EC-Karten ohne Magnetstreifen sollen Datendiebe stoppen

Der Betrug mit gefälschten Kredit- und EC-Karten an Geldautomaten hat in Deutschland rasant zugenommen. Um die Kunden besser vor dem "Skimming" zu schützen, nimmt das Bundeskriminalamt die Banken in die Pflicht: Sie sollen den Magnetstreifen abschaffen. Die Datendiebe hätten es dann wesentlich schwerer.

dpa

Frankfurt am Main - Die Betrüger werden immer dreister: Im ersten Halbjahr 2010 registrierten die Behörden bereits so viele Skimming-Fälle wie im gesamten Jahr 2009. Und damals waren bereits mehr als 100.000 Kunden betroffen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) fordert von den Banken nun, es den Kriminellen weniger leicht zu machen. Dafür sollen die Institute flächendeckend magnetstreifenlose Debitkarten einführen. Vertreter der Behörde sagten der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", nur wenn der Magnetstreifen wegfalle, könne das Ausspähen von Kundendaten an Geldautomaten verhindert werden.

Auch nach der Umstellung auf Chiptechnologie zum 1. Januar werden die meisten Karten weiterhin einen Magnetstreifen haben. Dabei brauchen die Kunden diesen im Euro-Raum gar nicht mehr. Der Magnetstreifen ermöglicht aber, weltweit mit der Karte zu bezahlen.

Das BKA hat den Banken laut "FAS" nun eine "Zwei-Karten-Strategie" vorgeschlagen. Diese sieht vor, dass Kunden, die ihre Karte nur im Euro-Raum einsetzen, Karten ohne Magnetstreifen bekommen. Kunden, die auch außerhalb von Europa bargeldlos bezahlen wollen, können eine zweite Karte beantragen - mit Chip und Magnetstreifen. Das betrifft aber nur etwa fünf Prozent der Bankkunden in Deutschland.

Und so funktioniert das Skimming: Die Betrüger manipulieren deutsche Geldautomaten. Die dadurch gewonnenen Daten überspielen die Kriminellen fix ins Ausland, dort werden sie auf sogenannte Blanko-Karten ("White Plastics") gespeist, um dann mit diesen Karten Geld abzuheben. Erst beim Blick auf den Kontoauszug merkt der Kunde, was passiert ist.

Der Schaden wird dem Kunden in der Regel ersetzt, sagte Frank-Christian Pauli, Bankreferent beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, der Nachrichtenagentur dpa. "Allerdings zahlen alle Verbraucher über die Preise den Schaden mit, der durch diese Betrügereien entsteht."

cte

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tigerente22 02.01.2011
1. Falsch
Zitat von sysopDer Betrug mit gefälschten Kredit- und EC-Karten an Geldatomaten hat in Deutschland rasant zugenommen. Um die Kunden besser vor dem "Skimming" zu schützen,*nimmt*das Bundeskriminalamt die Banken in die Pflicht:*Sie sollen*den Magnetstreifen abschaffen.*Die Datendiebe hätten es dann wesentlich schwerer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,737370,00.html
Eine Debitkarte ist keine Karte ohne Magnetstreifen, sondern im Gegensatz zu einer Kreditkarte ein Zahlungsmittel womit eine Ausgabe sofort auf dem eigenen Konto belastet wird. Siehe z.B. auch http://de.wikipedia.org/wiki/Debitkarte
Europa! 02.01.2011
2. Das klingt gut
Fortschritte bei der Sicherheitstechnik können nicht schaden. Und wie wäre es, wenn man Kreditkarten statt mit einem Namen mit einem Foto des Inhabers versieht? Und vor allem die Nummern auch bei Internetgeschäften mit einer TAN-Nummer sichert?
Emmi 02.01.2011
3. Magnetstreifen nicht lesbar...?
Wenn seit 1.1. die Chipverarbeitung also Standard ist, müsste man ja eine Karte mit Magnetstreifen auch dann noch verwenden können, wenn der Magnetstreifen nicht lesbar (z. B. zerkratzt) ist... Ein nicht lesbarer Magnetstreifen kann auch keine Daten preisgeben und die Karte kann nicht dupliziert werden... Nur so ein Gedanke...
Europa! 02.01.2011
4. Jede leichtsinnig weggeworfene Kreditkartenabrechnung
ist eine Einladung zum Identitätsdiebstahl. Die Kreditkartenabrechnungen sollten weniger Daten enthalten! Muss man die volle Kreditkartennummer draufdrucken?
kommentor 02.01.2011
5. Tja, die Begriffe ...
Vielleicht möchte der Autor sich erstmal über banktechnische Fachausdrücke informieren. Eine "Debitkarte" ist keine technische Bezeichnung über die Ausstattung mit einem Magnetstreifen, sondern nur eine, die etwas über die kredithafte Behandlung des ausgezahlten Geldes sagt und als solche das Gegenteil von "Kreditkarte". Bei letzterer werden die Ausgaben des Inhabers über einen bestimmten Zeitraum "angehäuft" und nach dessen Ende beim Kunden kassiert. Mal auf einen Schlag, mal in Raten, der Zeitraum beträgt meistens einen Monat, der Kunde hat diese Zeit, um für Deckung des Kreditbetrags zu sorgen. Bei einer Debitkarte muß der Betrag im Moment der Zahlung verfügbar sein, sei es durch genug Kontokorrent-Guthaben, einen geeigneten Dispo oder durch Einzahlung eines Guthaben auf ein mit dieser Karte verbundenes Guthabenkonto. Er wird bei Zahlung sofort fällig. Wer nun sagt, letzteres klingt ja wie eine ganz normale EC-Karte, der hat recht. Jede "EC-Karte" (oder Maestro, wie sie heute heißt) ist eine Debitkarte. Und manche Banken geben auch Debitkarten heraus, die etwas irreführend nach klassischen Kreditkartenfirmen benannt sind, d. h. zum Beispiel "VISA" heißen, aber belastet werden wie eine EC-Karte. Mit "Magnetstreifen oder nicht" hat das alles gar nichts zu tun.
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