Vertrauenskrise: Anleger verzichten auf Bankberatung

Das Vertrauen in Bankberater sinkt. Mehr als jeder zweite Anleger hat einer Studie zufolge schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht. Der Trend geht zum "Do-it-yourself-Anlegen", sagt ein Experte.

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Corbis

Bankberater: Das Vertrauen in sie sinkt

Hamburg - Anleger vertrauen bei ihren Entscheidungen offenbar immer weniger dem Rat von Bankberatern. 94 Prozent treffen ihre Anlageentscheidung selbst, geht aus dem "Aktionärskompass" der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervor. "Nur elf Prozent waren mit den Empfehlungen der Berater zufrieden", heißt es in der Studie, für die 940 erfahrene Privatanleger befragt wurden.

Nur 20 Prozent der Befragten greifen der Studie zufolge auf Bankberatung zurück, weitere 7,5 Prozent nehmen den Rat eines Vermögensverwalters in Anspruch. Aus Sicht vieler Anleger sei die Beratung oft nicht angemessen, heißt es in der Studie. Außerdem verfügten die Bankberater oft nicht über ausreichendes Wissen zu Finanzprodukten.

"Der Trend geht zum Do-it-yourself-Anlegen", sagte DSW-Geschäftsführer Marc Tüngler. "Externe Berater spielen eine zunehmend kleiner werdende Rolle." Als Informationsquelle nutzen Anleger vor allem Zeitschriften, Fernsehen und das Internet.

In Deutschland sank die Zahl der Aktionäre seit dem Jahr 2000 von 6,2 Millionen auf aktuell rund 3,9 Millionen. Und die brauchen nach Berechnungen des Deutschen Aktieninstituts immer mehr Geduld. Die Anlagezeiträume, die eine ansehnliche Rendite versprechen, haben sich in jüngster Vergangenheit von zehn auf 15 Jahre verlängert. Wer beispielsweise 2001 in Dax-Werte anlegte, erzielte bis Ende 2011 eine jährliche Rendite von lediglich 1,3 Prozent. Bei denjenigen, die bereits 1996 anlegten, waren es hingegen fast fünf Prozent.

lei/dapd

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