Konto für jedermann Banken kassieren bei den Armen ab

Flüchtlinge und Obdachlose haben das Recht auf sogenannte Basiskonten - doch ausgerechnet für diese kassieren manche Banken hohe Gebühren. Die Verbraucherzentralen haben nun sechs Institute abgemahnt.


Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) hat fünf Banken und eine Sparkasse abgemahnt. Der Grund dafür sind auffällig hohe Gebühren bei sogenannten Basiskonten, die die Institute einem jeden Verbraucher zur Verfügung stellen müssen - auch ärmeren Kunden wie Obdachlosen oder Flüchtlingen.

"Basiskonten sollten vor allem Verbrauchern, die wenig Geld haben, den Zugang zu bargeldlosem Zahlungsverkehr ermöglichen", sagt Christina Buchmüller, Finanzexpertin bei der VZBV. "Dieser Zweck wird unterlaufen, wenn Verbraucher gerade für Basiskonten mehr zahlen müssen als andere Kunden für vergleichbare Konten."

Die Abmahnungen richten sich an die Deutsche Bank, die Deutsche Postbank, die Targobank, die Sparkasse Holstein, die Volksbank Karlsruhe und die BBBank. Einige dieser Geldhäuser verlangen demnach für ihr Basiskonto weit höhere Gebühren als für andere vergleichbare Kontomodelle. Bei anderen Banken müssten die Kunden etwa für Überweisungen oder Kontoauszüge zusätzliche Gebühren zahlen.

Die Verbraucherschützer berufen sich auf das sogenannte Zahlungskontengesetz. Durch dieses hat jeder Verbraucher seit dem 19. Juni 2016 einen gesetzlichen Anspruch auf ein Girokonto auf Guthabenbasis, um Zahlungsgeschäfte abwickeln zu können.

Das sogenannte Basiskonto unterliegt speziellen Vorschriften. Insbesondere müssen die Entgelte angemessen sein. Für die Beurteilung der Angemessenheit sind laut Gesetz insbesondere die marktüblichen Entgelte sowie das Nutzerverhalten zu berücksichtigen.

Die Banken haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

ssu

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insgesamt 197 Beiträge
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Seite 1
piper.arrowii 20.09.2016
1. Habe Banden gelesen
passt aber auch irgendwie. Es ist ein Unverschämtheit der Politik, Gesetzte so wischiwaschi zu definieren das von vorneherein klar ist, das das ausgenutzt wird. Ein Basiskonto für Arme oder Geringverdiener hat kostenlos zu sein. Punkt!
ansv 20.09.2016
2. Ist das eigentlich eine Bankensubvention?
Warum muss ich unbedingt ein Konto haben und damit Kunde einer Bank werden, die dann von meinen Gebühren profitiert? Ganz egal ob angemessen oder nicht, ich werde gezwungen, der Bank Geld zu geben. Es ist gar nicht mehr möglich, Geld z. B. für einen Strafzettel (das einzige Beispiel, das mir grade einfällt ;-) ) bar einzuzahlen - warum?
gnarze 20.09.2016
3. Die andere Seite ist aber,
dass die Banken bei den Basiskonten so gut wie keine Möglichkeit haben - auch bei Überziehungen - den jeweiligen Kunden das Konto zu kündigen. Da muss schon der Mitarbeiter körperlich bedroht werden.
accessfreeze 20.09.2016
4.
ist doch typisch in der heutigen "fairen" Welt.... nehmt es den Armen, ist zum Motto der Reichen geworden.
herbert 20.09.2016
5. Die Partei die sich hier einsetzt, um die Bankenschikane zu beenden
wird richtig punkten. Es ist eine riesige Sauerei was die Banken hier abzuziehen. Ich selber bin 50 Jahre bei der Postbank und Vorgänger und darf nun als Rentner Kontogebühren bezahlen, weil ich nicht die 3000 Euro monatlich als Einkommen habe. Unsere Steuergelder haben die Banken genommen um wieder auf die Beine zu kommen und jetzt kommt die Dankes Klatsche ! Schäuble willst Du da auch wieder nur zusehen ?
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