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Verbraucherabstimmung: Bebe-Gesichtscreme ist Mogelpackung des Jahres

Versteckte Preiserhöhung durch weniger Inhalt: Mit neuen Füllmengen für eine Creme hat der Kosmetikhersteller Johnson & Johnson Verbraucher gegen sich aufgebracht. Bei einer Online-Abstimmung kürten sie das Produkt zur Mogelpackung des Jahres.

Bebe Zartcreme: Weniger Inhalt, aber auch nicht günstiger Zur Großansicht

Bebe Zartcreme: Weniger Inhalt, aber auch nicht günstiger

Über diese Auszeichnung dürfte sich Johnson & Johnson nicht freuen: Die Bebe Zartcreme des Kosmetikherstellers ist bei einer Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg zur Mogelpackung des Jahres gewählt worden. Bei dem Online-Votum sprach sich knapp ein Drittel von insgesamt mehr als 26.000 Verbrauchern dafür aus, dem Kosmetikprodukt den Negativpreis zuzusprechen. Die Bebe-Creme ist Verbraucherschützern zufolge durch neue Füllmengen um bis zu 84 Prozent teurer geworden.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale gibt es seit der Umstellung teils erhebliche Unterschiede zu den Vorgängerprodukten: Bei drei verschiedenen Packungsgrößen seien sie von 250 auf 150 Milliliter, von 75 auf 50 Milliliter und von 30 auf 25 Milliliter reduziert worden.

"Da die Dosengröße in zwei der Fälle sogar gleich blieb, fiel der geschrumpfte Inhalt kaum auf", kritisierten die Verbraucherschützer. Die Creme sei dadurch um bis zu 84 Prozent teurer geworden. Die Verbraucherschützer kritisierten zudem, dass der Creme bei der Umstellung auf die neuen Packungsgrößen der "Konservierungsstoff Phenoxyethanol untergejubelt" worden sei, während die alte Creme noch ohne Konservierungsstoff ausgekommen sei.

Hersteller verweist auf Preispolitik des Handels

Johnson & Johnson begründete die Reduzierung der Füllmengen bei der Bebe Zartcreme mit einer "Anpassung" an handelsübliche Verpackungsgrößen. Im Zuge dieser Umstellung seien auch die unverbindlichen Preisempfehlungen für die Packungsgrößen 50 und 150 Milliliter gesenkt worden. Lediglich bei der 25-Milliliter-Menge sei der Preis gleich geblieben; dabei handele es sich um die erste Preiserhöhung für eine Bebe Zartcreme seit 2010.

Für die sogenannten Regalpreise im Handel sei Johnson & Johnson nicht verantwortlich und daher auch nicht für mögliche Verteuerungen um bis zu 84 Prozent, erklärte das Unternehmen. Es bestätigte zugleich, dass bei der Umstellung ein Konservierungsstoff in die Creme eingearbeitet wurde, um sie "besser vor einer mikrobiellen Belastung" zu schützen.

Kritik an "Mogelmilch" in Kaffeekapseln

Die Verbraucherzentrale Hamburg verleiht den Negativpreis "Mogelpackung des Jahres" seit 2013. Dieses Jahr standen vom 4. bis 22. Januar insgesamt fünf Produkte zur Abstimmung. Neben der Bebe Zartcreme konnten die Teilnehmer über die Zahnpasta Dentagard von Colgate-Palmolive, den Finesse Schinken der Nestlé-Marke Herta, die "Kopfsteherflaschen" von Heinz Ketchup und die Kaffeekapseln Jacobs Latte macchiato classico von Jacobs Douwe Egberts abstimmen. Diese Produkte hatte die Verbraucherzentrale Hamburg aus zahlreichen Verbraucherbeschwerden im Jahr 2015 ausgewählt.

Auch beim Produkt Tassimo Latte macchiato classico von Jacobs Douwe Egberts kritisierte die Verbraucherzentrale eine Füllmengenreduzierung, hinzu komme noch "Qualitätsdumping". Statt echter Milch werde dem Kaffee nun "Mogelmilch" beigemischt. Das Ersatzmittel bestehe aus einzelnen Milchbestandteilen, die mit dem Verdickungsmittel Gummi arabicum (E414) zusammengehalten werden.

Beim Drittplatzierten, dem Heinz Curry Ketchup in der "Kopfsteherflasche", monierten die Verbraucherschützer eine geschrumpfte Füllmenge von 500 auf 400 Milliliter bei leicht erhöhtem Preis. Diese versteckte Preiserhöhung habe bis zu 28 Prozent betragen.

Laut Verbraucherzentrale nahmen an der diesjährigen Abstimmung sechs Mal so viele Menschen teil wie im vergangenen Jahr. Das große Interesse zeige, dass "sich immer mehr Leute über Preistricksereien der Hersteller ärgern", erklärte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Verbraucher fühlten sich hinters Licht geführt. Die Politik müsse die Hersteller verpflichten, kleinere Füllmengen vorab auf einer "Transparenzplattform" zu veröffentlichen, forderte er.

mmq/AFP

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insgesamt 58 Beiträge
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1.
jakam 25.01.2016
Der Markt produziert, was gekauft wird - also erstmal selbst nachdenken und dann vielleicht schlicht und ergreifend mal intelligenter einkaufen? Biomarkt statt Lebensmitteldiscounter, Fair Trade statt immer nur das billigste zu grapschen. Und wenn man sich nicht alles leisten kann - willkommen bei der Mehrheit des Planeten, man lebt auch so hier sehr gut, selbst wenn man sich mit manchen Dingen mal ein wenig einschränken muß, um die richtige Wahl zu treffen. "Das steht mir aber zu..." - nein, tut es nicht.
2.
maljemandanders 25.01.2016
Wie sollte es auch anders sein. Schuld sind natürlich immer die anderen...
3. Das Verhältnis von Verpackung und Inhalt sollte auch prämiert werden.
marcnu, 25.01.2016
Schokosnacks werden immer kleiner, z.T. auch mit Luft einzeln verpackt. Wie wäres mit einem Preis für Toffifee, da sind nur Halbkugeln in einer riesigen Schachtel mit viel Luft verpackt. Unnötiger Verpackungsmüll ohne Grenzen.
4. Das ist nichts Neues.
blabla55 25.01.2016
Seitdem die Verpackungsgrößen freigegeben wurden ist doch die Besch.....rei von Verbraucher Gang und Gäbe.Warte nur noch auf den Tag wo jede Scheibe Wurst einzeln verpackt angeboten wird. Der Tag ist nicht mehr fern.
5. Herr oder Frau jakam:
alexander-san 25.01.2016
Und was hat Ihr hintersinniger Kommentar mit dem Artikel zu tun? Es geht um Babycreme, nicht um Babyblabla. Einfach erst mal lesen, dann schreiben!
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