IFAW-Studie Internethandel mit bedrohten Tieren boomt

Elfenbein, Reptilien, exotische Vögel: Über das Internet gelangen laut einer Studie immer mehr bedrohte Tierarten und deren Produkte nach Europa. An der Legalität solcher Angebote gibt es oft große Zweifel.

Getötete Elefanten in Kamerun: Boomender Handel mit illegalen Tierprodukten
DPA/ IFAW

Getötete Elefanten in Kamerun: Boomender Handel mit illegalen Tierprodukten


Hamburg - Im Internet boomt das Geschäft mit bedrohten Tierarten. Bei einer Untersuchung von 280 Internetplattformen in 16 Ländern entdeckte der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) laut einer neuen Erhebung insgesamt 33.006 bedrohte Wildtiere, Wildtierteile oder -produkte. Bei einer ähnlichen Recherche im Jahr 2008 waren lediglich 7000 Angebote in elf Ländern gefunden worden.

Der Onlinehandel erhöhe die Bedrohung ohnehin gefährdeter Arten und ermögliche es Kriminellen, "unauffällig und anonym ihrem Geschäft nachzugehen", monierte Robert Kless, Kampagnenleiter für Wildtierhandel beim IFAW-Deutschland.

Allein in Deutschland fanden die Tierschützer in der aktuellen Erhebung auf 13 Internetportalen Anzeigen, in denen insgesamt 4837 geschützte Tiere oder Tierprodukte angeboten wurden. Ihr Wert: rund 497.000 Euro. Am häufigsten sollten dabei lebende Reptilien - zum Beispiel geschützte Schildkröten - sowie exotische Vögel verkauft werden.

Mehr als ein Drittel der 2014 international erfassten Anzeigen seien Elfenbein-Angebote gewesen. 54 Prozent der Verkaufsanzeigen hätten lebende Tiere feilgeboten. Den gesamten Angebotswert bezifferte der IFAW auf 7,8 Millionen Euro. Etliche Anzeigen gab die Organisation zur Weiterverfolgung an die Behörden weiter - wegen Zweifeln an der Legalität. Bei einem Großteil der Anzeigen fehlten der Studie zufolge die erforderlichen artenschutzrechtlichen Genehmigungen, teilte der IFAW mit.

Kless forderte Online-Marktplatzbetreiber auf, mit Polizei und Zoll zusammenzuarbeiten und den Verkauf bedrohter Tiere oder ihrer Produkte gänzlich zu verbieten. Von den Regierungen fordert die Organisation schärfere Gesetze.

Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife kritisierte die Einfuhr bedrohter Reptilien nach Europa. In der EU seien Wildfänge frei verkäuflich, die in ihren Herkunftsländern aber geschützt seien, berichtete Sandra Altherr, eine Mitarbeiterin der Organisation. "Professionelle Tierschmuggler haben sich auf solche Arten spezialisiert, denn dies verspricht maximalen Profit bei minimalem Risiko."

Als besonders wertvoll gelten nach ihren Angaben derzeit Borneo-Taubwarane für 8000 Euro pro Paar, neuseeländische Waldgeckos für 5300 Euro je Paar und fransige Baumschleichen aus Guatemala für 2800 Euro pro Paar.

ssu/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
vulcain 25.11.2014
1.
Leider wieder mal ein Artikel, der lediglich der Stimmungsmache dient, denn er enthält kein Wort darüber, wie viele der angebotenen Tiere, Pflanzen und Artikel legal angeboten wurden. Denn auch geschützte Tiere sowie alle Elfenbein-Arten können, sofern die entsprechenden Genehmigungen nach CITES (Washingtoner Artenschutzabkommen) vorhanden sind, problemlos und vollkommen legal gehandelt werden.
majkusz 25.11.2014
2. wie immer: die Nachfrage ist das Problem...
.. nicht das Angebot. Also, ran an die Halter und anzeigen...ja, da muß man auch mal einen Bekannten anschwärzen, wenn er/sie uneinsichtig sein sollte. Bricht die Nachfrage weg, verschwindet auch das Angebot...
k70-ingo 25.11.2014
3.
Sehr verkniffen-weichspülerhaft der Satz "An der Legalität solcher Angebote gibt es oft große Zweifel", und dadurch auch falsch. Nein, keine Zweifel, sondern Gewißheit. Solche Angebote sind immer illegal.
lampropeltis 25.11.2014
4.
Sehr schön hier wird mal wieder mit fehlenden Hintergrundimformationen gearbeitet, das spielt ideologischen "Tierrechtsorganisationen" wie Pro Wildlife natürlich schön in die Karten. Fakt ist das die überwiegende Mehrzahl der Reptilien absolut legal gehandelt wird auch wenn sie geschützt sind, zudem handelt es sich bei den meisten Tieren um Nachzuchten und nicht um Wildfänge. Falls Spon mal was über die Art und Weise wie verschiedene "Tierrechtsorganisationen" Stimmung gegen Tierhalter machen berichten möchte stehe ich gerne zur Verfügung
Newspeak 25.11.2014
5. ...
Wer kann sich sowas kaufen? Mehrheitlich doch wohl nur Reiche, die zuviel Geld haben. Man sollte diesen Personenkreis daher zum Nutzen für die Menschheit um ihr Geld erleichtern. Denn es dient keinem sinnvollen Zweck (Investitionen), sondern richtet wie anderswo (Spekulationen) nur Schaden an. Daher sollte man die Strafen so erhöhen, daß diese Personen genau einmal einen solchen Handel eingehen können und danach finanziell auf Normalmaß gestutzt sind.
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