Iran-Sanktionen und Lieferausfälle Benzinpreise auf Dreijahreshoch

Die Verbraucherpreise für Benzin haben den höchsten Stand seit 2015 erreicht. Sanktionen gegen Iran und Lieferausfälle in Venezuela verknappen das weltweite Ölangebot.

dpa/dpaweb


Die Spritpreise haben ein Dreijahreshoch erreicht. Der Preis für einen Liter Diesel stieg vergangene Woche im Bundesschnitt um einen Cent auf 1,297 Euro, teilte der Automobilklub ADAC mit. Der Preis für Super E10 nahm um 0,1 Cent auf 1,467 Euro zu. Autofahrer müssen nun im Schnitt rund zwei Cent mehr pro Liter Kraftstoff zahlen als vor einem Monat.

Damit ist der Benzinpreis so hoch wie zuletzt im Juli 2015. Der Dieselpreis erreichte gar das Niveau von November 2014. Die Preise liegen aber weiterhin deutlich unter den Spitzenständen der Jahre 2011 bis 2014. Im September 2012 mussten Autofahrer für ein Liter Super E10 im Schnitt 1,67 Euro zahlen - ein Liter Diesel kostete damals 1,52 Euro.

Unsicherheiten am Ölmarkt treiben Preise hoch

Laut ADAC beeinflussen Unsicherheiten am Rohölmarkt die Entwicklung. Dieser zeigte zuletzt starke Schwankungen. So ist der Preis für ein Barrel der Sorte Brent binnen zwölf Monaten um 40 Prozent gestiegen. Bezogen auf die vergangenen drei Monate gab er aber um zehn Prozent nach.

US-Sanktionen gegen Iran sorgen derzeit für Umbrüche auf dem Ölmarkt: Die USA streben mit ihren Strafmaßnahmen an, dass der Zahlungsverkehr mit Iran ab dem 4. November eingestellt wird und Iran kein Öl mehr exportieren kann. Zudem hat die unruhige politische Situation in Venezuela zu Produktionsausfällen geführt.

Gleichzeitig versucht die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) eine gemeinsame Strategie zu fahren und so eine zu große Verbilligung von Rohöl zu verhindern.

Ein weiterer Grund für den Anstieg der Spritpreise liege in den sinkenden Wechselkursen des Euros gegenüber dem Dollar, berichtete der ADAC. Der Euro hat binnen einer Woche fast zwei Prozent an Wert verloren. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, werden die Importe für Deutschland somit teurer.

ans/AFP



insgesamt 7 Beiträge
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widower+2 16.08.2018
1. Juckt mich wenig!
Der Preis für meinen Kraftstoff ändert sich oft jahrelang nicht und schon gar nicht im Laufe einer Woche oder gar nach Tageszeit. Wenn man Autogas tankt und dabei auf die Preistafeln der Tankstellen blickt, hat man immer ein Lächeln im Gesicht. Zum Glück steigen die Leute (aus welchen Gründen auch immer) nicht massenhaft auf Autogas um. Dann würde das wohl wirklich mal signifikant teurer.
oldman2016 16.08.2018
2. Vorübergehendes ÄrgernisExploration
Zur Beruhigung aller betroffenen Autofahrer. Die Erhöhung der Preise an den Zapfsäulen ist nur temporär. Es sind in den vergangenen Jahren so viele neue und vor allem sehr ergiebige Erdöllagerstätten gefunden worden, dass bereits in wenigen Monaten die Förderung starten wird. Ich meine mich erinnern zu können, dass China sich vor Jahren auf viele Jahre die Lieferung von iranischem Erdöl zu einem "angemessen günstigen" Preis vertraglich gesichert hat. Am 4. Juli konnte ich in deutschen Medien lesen, dass China auch dem ölreichen Venezuela Milliarden Dollar zur Stärkung und Modernisierung der Erdölindustrie zugesagt hat. Wie die Gegenleistung aussieht, weiß ich auch zwar nicht, ist aber auch egal. Mich ärgert jetzt nur, dass mir die Namen der Staaten nicht einfallen, in denen neue ergiebige Erdölvorkommen gefunden worden sind.
thermo_pyle 16.08.2018
3. Täglich...
...ändern die Mineralölkonzerne willkürlich den Spritpreis um bis zu 10 ct, und das Kartellamt schaut zu...so what !? Darüber wird kein Artikel geschrieben, warum eigentlich nicht ? Das angesprochene Autogas ist eine feine Sache, wenn der Motor es denn auch verträgt (gehärtete Ventilsitze, höhere Verbrennungstemperaturen); gerade Spritschlucker können so zu moderaten Kosten bewegt werden ;-) . Ansonsten staune ich immer wieder, mit welchen Begründungen der Kraftstoff bei uns teurer wird. Der Preis ändert sich doch nicht durch Verknappung, sondern durch Spekulation. Wohl dem, der eigenen Strom erzeugen kann und elektrisch fährt...allerdings hat derjenige wohl auch das Geld um selbst 2€/ Liter Kraftstoff zu zahlen ;-)) .
wombie 16.08.2018
4. Das kratzt mich nicht..
Die Nutzung des Autos erfolgt nur beruflich und wenn es nicht zu vermeiden ist. Für die Stadt, Einkäufe und spritfressende Kurzstrecken bis ca. 10 km nutze ich das Fahrrad, da ein Auto für solche Strecken nicht geeignet ist und nur ein ineffizienter zeitfressender Ballast ist. Zudem machen die steigenden Spritkosten nur einen geringen Teil der Gesamtkosten eines Autos aus. Vielleicht bewirken steigende Spritpreise ja auch ein bewussteres ruhigeres Fahren des deutschen Automichels. Allein mir fehlt der Glaube, anstatt sich anzupassen wird lieber über die Preise gemeckert.
merkwürdig 16.08.2018
5. Maximal 1 Euro/Liter
Mehr sollte Benzin wirklich nicht kosten. Da haben alle was davon: Die Autofahrer fahren günstiger, die Automobilindustrie kann noch mehr große, schwere, fette Autos absetzen und wenn dann der Klimawandel die Temperaturen (weiter) hochtreibt, kann an der nordeutschen Küste endlich ein vernünftiger Rotwein angebaut werden. Die Küste liegt dann allerdings irgendwann auf der Höhe von Bremen. Egal; fahren wir halt mit unserem billigen Sprit irgendwo hin, wo die Welt noch in Ordnung ist.
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