Berlin - Der Aufruf zum Warnstreik erfolgte in der Nacht zu Freitag: Seit 6 Uhr haben die Beschäftigten des Dienstleisters Globeground am Flughafen Berlin-Tegel ihre Arbeit niedergelegt. Der Spontanstreik soll dreieinhalb Stunden dauern.
Bereits angekommene Maschinen würden seit dem frühen Morgen nicht mehr entladen, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Ver.di, Jens Gröger. Für den Abflug aufgerufene Maschinen könnten nicht mehr starten, da auch die "Push-back-Fahrer" streiken. Das sind jene Vorfeldmitarbeiter, die mit speziellen Transportfahrzeugen die Flugzeuge vom Flugsteig wegziehen.
Fluggäste müssen stundenlang mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. Als die Beschäftigten vor zwei Jahren zuletzt streikten, startete in Tegel und Schönefeld nur jede dritte Maschine. Der zweite Berliner Flughafen Schönefeld ist diesmal allerdings nicht betroffen.
"Wir werden alles daran setzen, die Auswirkungen für die Passagiere so gering wie möglich zu halten", sagte der Sprecher der Berliner Flughäfen, Leif Erichsen. "Im Zweifel lassen sich Einschränkungen aber nicht verhindern." Er riet Fluggästen, sich frühestmöglich an ihre Airline zu wenden und gegebenenfalls umzubuchen. "Wir als Flughafen sind mit mehr Info-Personal vor Ort." Noch sei nicht absehbar, wie viele Flüge wegen des Warnstreiks ausfallen müssten. (Eine Übersicht aller Flüge finden Sie hier.)
Bei dem Bodendienstleister Globeground wollte man sich am Morgen zunächst nicht zu den Warnstreiks äußern. Es gelte zunächst, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen, sagte ein Sprecher.
Vier Prozent mehr Geld gefordert
In den vergangenen Wochen hatten am größten deutschen Airport in Frankfurt die Vorfeldmitarbeiter die Arbeit niedergelegt und so für Flugausfälle und Verspätungen gesorgt. Das Arbeitsgericht hatte den Streik am Mittwoch schließlich untersagt. Ein geplanter Solidaritätsstreik von Fluglotsen wurde ebenfalls gerichtlich gestoppt.
Mit dem Ausstand in Berlin will die Gewerkschaft Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen für die 1500 Globeground-Beschäftigten machen. Sie kümmern sich in Berlin um die Passagier- und Gepäckabfertigung, kontrollieren das Vorfeld und betanken die Maschinen. An dem dreieinhalbstündigen Ausstand beteiligten sich nach Angaben eines Ver.di-Sprechers zwischen 200 und 300 Mitarbeiter.
Ver.di fordert für die Globeground-Beschäftigten vier Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Globeground hat nach eigenen Angaben für die unteren Einkommen Tariferhöhungen von bis zu 18 Prozent vorgeschlagen, in höheren Einkommensgruppen aber auch Einschnitte verlangt. Der Ausstand wurde kurzfristig angekündigt, um es dem Arbeitgeber zu erschweren, Ersatzpersonal zu beschaffen.
yes/dpa
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