Berlin Unabhängige Ermittler sollen Missstände bei S-Bahn aufklären

Jetzt reicht es der Deutschen Bahn mit ihrer Berliner Chaos-Tochter: Der Konzern hat unabhängige Ermittler beauftragt, die Missstände bei der S-Bahn aufzuklären. Die verantwortlichen Manager will der Konzern auch finanziell zur Rechenschaft ziehen.

Berliner S-Bahn: Derzeit fährt in der Hauptstadt nur ein Viertel der Züge
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Berliner S-Bahn: Derzeit fährt in der Hauptstadt nur ein Viertel der Züge


Berlin - Die Pannenserie bei der Berliner S-Bahn klingt wie eine Geschichte aus dem Tollhaus - doch inzwischen ist es selbst der Deutschen Bahn zu bunt: Der Konzern habe die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und eine Berliner Anwaltskanzlei damit beauftragt, die Unregelmäßigkeiten bei der Wartung der Züge lückenlos aufzuklären, teilte die Deutsche Bahn am Freitag in Berlin mit. Daneben sollten die Experten auch ein Konzept erarbeiten, mit dem Problemen bei der Wartung künftig vorgebeugt werden könne.

Die Bahn dulde "keinerlei Unregelmäßigkeiten" bei Vorgängen, die mit der Sicherheit von Fahrgästen zu tun hätten, erklärte Ulrich Homburg, der Vorstand für den Personenverkehr. Die Missstände sollten daher ohne Ansehen der Person aufgeklärt werden.

Klar sei, dass die Verantwortung nicht bei einzelnen Mitarbeitern in der Zugwartung liege, "sondern verantwortliche Manager möglicherweise grob fahrlässig agiert haben". Der Konzern prüfe, ob die Verantwortlichen auch finanziell zur Rechenschaft gezogen werden könnten. Der Bahn gehe es jetzt darum, das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen, erklärte Homburg. Die Untersuchung durch die externen Ermittler ergänze die Arbeit der konzerneigenen Kontrolleure.

Bei der Berliner S-Bahn gilt seit Dienstag wegen neuer schwerer technischer Mängel ein Notfall-Fahrplan. Nach Angaben der Bahn fährt nach Entdeckung mehrerer auffälliger Bremszylinder vorerst nur noch ein Viertel der Züge. Bereits im Juli hatte es in der Hauptstadt starke Einschränkungen beim S-Bahn-Verkehr gegeben. Damals waren nach einem Radbruch massive Sicherheitsmängel aufgeflogen.

böl/AFP



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