Beschwerde über Kakerlaken: Frau muss für Lokal-Kritik 4800 Euro zahlen

Das Essen sei "wirklich schlecht", der Besitzer ein Tyrann und das Lokal voller Kakerlaken: Eine Frau in Taiwan hat in ihrem Blog heftig über ein Nudelrestaurant gelästert. Dafür muss sie nun eine Strafe von 4800 Euro zahlen. Immerhin entgeht sie damit einer drohenden Haft.

Nudeln: Der Restaurantbesucherin war das Essen einfach zu salzig Zur Großansicht
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Nudeln: Der Restaurantbesucherin war das Essen einfach zu salzig

Taipeh - Eine schlechte Kritik für ein Nudelrestaurant hat für eine Taiwanerin harte Konsequenzen: Liu Ying-hui entging nur knapp einer 30-tägigen Haftstrafe wegen Verleumdung. Der Deal: Sie zahlt dem Restaurant eine Entschädigung von umgerechnet gut 4800 Euro. Außerdem bekommt sie noch zwei Jahre auf Bewährung.

Der Grund für die Strafe: Liu hatte vor zwei Jahren in ihrem Blog geschrieben, das Essen des Nudelrestaurants sei "wirklich schlecht" und einfach "zu salzig". Der Besitzer sei ein "Tyrann" und sein Laden "unsauber mit Kakerlaken".

Die Richter zeigten für diese Beurteilung kein Verständnis: Liu habe damit "die Grenzen einer angemessenen Kritik überschritten".

cte/AFP

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1. in Deutschland nicht anders
syracusa 24.06.2011
Zitat von sysopDas Essen sei "wirklich schlecht", der Besitzer ein Tyrann und das Lokal voller Kakerlaken: Ein Frau in Taiwan hat in ihrem Blog heftig über ein Nudelrestaurant gelästert. Dafür muss sie nun eine Strafe von 4800 Euro zahlen. Immerhin entgeht sie damit einer drohenden Haft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,770331,00.html
Naja, die Frau konnte die kritischen Aussagen wohl nicht belegen. Das wäre bei uns dann auch kaum anders ausgegangen. Ich bin derzeit mit einer Einstweiligen Verfügung belegt, die mir verbietet, über bestimmte Produkte eines Händlers von Esoterik-Produkten, die angeblich der Energieeinsparung dienen, zu behauptenn, dass der zur Werbung für diese Produkte herbeigezerrte wissenschaftliche Zusammenhang völlig unsinnig sei, und dass das Produkt, wenn es die Werbeversprechen erfüllte, ein Perpetuum Mobile sei. Verstoße ich gegen die EV, dann drohen mir 6 Monate Haft und/oder 250.000 € Strafe. In dem Fall, der sich in Deutschland abspielt, geht es also sogar noch um viel mehr. Ob das Ding ein Perpetuum Mobile ist, kann ein Richter nämlich gar nicht entscheiden. Entweder ist es eins oder eben nicht, und es wird auch eins bleiben, wenn der Richter das anders sieht. Das ist ungefähr so, als wollte man mir die Behauptung verbieten, dass die Erde keine Scheibe sei. So weit entfernt von der katholischen Inquisition ist unser Rechtssystem also leider auch noch nicht. Justitia ist blind - und das auch gegenüber der anerkannten Wissenschaft.
2. Hä?
GeorgAlexander 24.06.2011
Zitat von syracusaNaja, die Frau konnte die kritischen Aussagen wohl nicht belegen. Das wäre bei uns dann auch kaum anders ausgegangen. Ich bin derzeit mit einer Einstweiligen Verfügung belegt, die mir verbietet, über bestimmte Produkte eines Händlers von Esoterik-Produkten, die angeblich der Energieeinsparung dienen, zu behauptenn, dass der zur Werbung für diese Produkte herbeigezerrte wissenschaftliche Zusammenhang völlig unsinnig sei, und dass das Produkt, wenn es die Werbeversprechen erfüllte, ein Perpetuum Mobile sei. Verstoße ich gegen die EV, dann drohen mir 6 Monate Haft und/oder 250.000 € Strafe. ...
3. Ev
autocrator 24.06.2011
Zitat von syracusaNaja, die Frau konnte die kritischen Aussagen wohl nicht belegen. Das wäre bei uns dann auch kaum anders ausgegangen. Ich bin derzeit mit einer Einstweiligen Verfügung belegt, die mir verbietet, über bestimmte Produkte eines Händlers von Esoterik-Produkten, die angeblich der Energieeinsparung dienen, zu behauptenn, dass der zur Werbung für diese Produkte herbeigezerrte wissenschaftliche Zusammenhang völlig unsinnig sei, und dass das Produkt, wenn es die Werbeversprechen erfüllte, ein Perpetuum Mobile sei. Verstoße ich gegen die EV, dann drohen mir 6 Monate Haft und/oder 250.000 € Strafe. In dem Fall, der sich in Deutschland abspielt, geht es also sogar noch um viel mehr. Ob das Ding ein Perpetuum Mobile ist, kann ein Richter nämlich gar nicht entscheiden. Entweder ist es eins oder eben nicht, und es wird auch eins bleiben, wenn der Richter das anders sieht. Das ist ungefähr so, als wollte man mir die Behauptung verbieten, dass die Erde keine Scheibe sei. So weit entfernt von der katholischen Inquisition ist unser Rechtssystem also leider auch noch nicht. Justitia ist blind - und das auch gegenüber der anerkannten Wissenschaft.
Leider haben Sie den Charakter einer "Einstweiligen Verfügung" anscheinend nicht verstanden. Zum Nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Einstweilige_Verfügung#Einstweilige_Verf.C3.BCgung Und ein Richter kann sehr wohl entscheiden, ob es ein Perpetuum Mobile gibt oder nicht - Das lässt sich sicherlich mit einem Gutachten eines durchschnittlich begabten Physikers wissenschaftlich und justizfest eruieren.
4. Hä?
GeorgAlexander 24.06.2011
Zitat von syracusaNaja, die Frau konnte die kritischen Aussagen wohl nicht belegen. Das wäre bei uns dann auch kaum anders ausgegangen. Ich bin derzeit mit einer Einstweiligen Verfügung belegt, die mir verbietet, über bestimmte Produkte eines Händlers von Esoterik-Produkten, die angeblich der Energieeinsparung dienen, zu behauptenn, dass der zur Werbung für diese Produkte herbeigezerrte wissenschaftliche Zusammenhang völlig unsinnig sei, und dass das Produkt, wenn es die Werbeversprechen erfüllte, ein Perpetuum Mobile sei. Verstoße ich gegen die EV, dann drohen mir 6 Monate Haft und/oder 250.000 € Strafe. ...
Wenn jemand im Prinzip behauptet, das Perpetuum Mobile erfunden zu haben, dann kann eigentlich kein Richter der Welt einen dafür bestrafen, dass er auf die unter seriösen Wissenschaftlern unumstrittene Tatsache hinweist, dass es das Perpetuum Mobile nicht geben kann. Für eine einstweilige Verfügung muss es deshalb einen anderen Grund geben?
5. Mal sehen wieviel "Die Kochprofis" zahlen müssten....
thepunisher75 24.06.2011
Zitat von sysopDas Essen sei "wirklich schlecht", der Besitzer ein Tyrann und das Lokal voller Kakerlaken: Ein Frau in Taiwan hat in ihrem Blog heftig über ein Nudelrestaurant gelästert. Dafür muss sie nun eine Strafe von 4800 Euro zahlen. Immerhin entgeht sie damit einer drohenden Haft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,770331,00.html
...wenn sie das gleiche Restaurant unter die Lupe nehmen würden. Vielleicht glaubt man denen eher als einem einfachen Gast. ;)
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