Ärger beim Wechsel: Beschwerden über Telefonanbieter häufen sich

Ärger mit Telefonanbietern: 4048 Beschwerden in einem Jahr Zur Großansicht
DPA

Ärger mit Telefonanbietern: 4048 Beschwerden in einem Jahr

Tausende Verbraucher haben sich im vergangenen Jahr über ihren Telefonanbieter beschwert. Laut "Ruhr Nachrichten" hat die Bundesnetzagentur Bußgeldverfahren gegen drei Unternehmen eingeleitet. Die Grünen kritisieren die Behörde als zu zaghaft.

Bonn - Die Bundesnetzagentur registriert laut "Ruhr Nachrichten" Tausende Beschwerden von Verbrauchern über Probleme beim Wechsel des Telefonanbieters. Zwischen dem 1. Juni 2012 und dem 30. Juni dieses Jahres habe die Netzagentur demnach in 4048 Fällen Verbrauchern helfen müssen, weil wegen eines Anbieterwechsels die Versorgung unterbrochen gewesen sei. Die Zeitung zitiert aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Bärbel Höhn.

Die Netzagentur habe inzwischen laut Bundesregierung gegen drei Anbieter Bußgeldverfahren eingeleitet, berichten die "Ruhr Nachrichten". Den Unternehmen drohten Bußgelder in einer Höhe von bis zu 100.000 Euro. Die Verfahren wollte die Bundesnetzagentur den "Ruhr Nachrichten" gegenüber nicht kommentieren.

"Wenn ein Kunde seinen Festnetzanbieter wechseln will, müssen die Anbieter miteinander kommunizieren - da das elektronische Verfahren dafür noch nicht eingeführt ist, müssen die Daten manuell ausgetauscht werden. Dabei gibt es manchmal Probleme", zitiert die Zeitung einen Sprecher der Bundesnetzagentur.

Die Grünen-Politikerin Höhn forderte ein entschiedeneres Eingreifen der Netzagentur. "Es gibt immer noch so viele Beschwerden, weil die Bundesnetzagentur nicht richtig bei den Anbietern durchgreift und Bußgelder auf breiter Front verhängt", sagte Höhn den "Ruhr Nachrichten". Die Netzagentur habe "noch die Samthandschuhe an". Die Kunden müssten das ausbaden.

cte/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 152 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Alle diese Wechselprobleme hatten wir
harald441 14.08.2013
nicht, als es noch die gut funktionierende deutsche Bundespost und das Postmonopol gaben. Merke: Ein Monopol ist nicht per se schlecht, wenn es gut geführt wird und in der Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit steht und sich im nationalen Besitz befindet, so daß Heuschrecken und Kredithaie ausgesperrt werden.
2. Babylonische Gefangenschaft
tmhamacher1 14.08.2013
Wer auf das Telefon angewiesen ist, der befindet sich in babylonischer Gefangenschaft bei der Gesellschaft, bei der er gerade ist, weil ein Wechsel bedeuten würde, ca. 4 Wochen nicht erreichbar zu sein! Das ist nicht schön!
3.
regensommer 14.08.2013
was heißt denn "Probleme beim manuellen Austausch"? Manueller Austausch, ist das per Bote? Vielleicht zu Fuß? Hat den Boten der Durst überwältigt und er ist irgendwo im Steigerwald verloren gegangen?
4. Bundesnetzagentur!
Spiegelleserin57 14.08.2013
ich habe auch nach einem halben Jahr endlich wescheln können. Die bundesnetzagentur hat mir mitgeteilt das sie für Verträge nicht zuständig ist. Damit war ich auf mich selbst gestellt und habe KEINE Unterstützung erhalten. Vodaphone war nicht in der Lage seine ABGs zu überprüfen .Erst nach langen Debatten und Mails hat sich herausgestellt welche AGB für mich bindend war. Die telekom hat mir einen Tarif verkauft dessen Leitung sie gar nicht anbieten konnte und mich nicht darüber informiert sondern einfach keine Schaltung vorgenommen. Vodaphone hat einfach meine Leitungen ohne Wechsel abgeschaltet. Ich war über eine Woche ohne jeglichen Anschluss!
5. Frau Höhn
felisconcolor 14.08.2013
soll sich einfach mal die Mühe machen und sich einen Tag mal hinter den Tresen eines Telekommunikationsanbieters stellen. Mit was dort die Mitarbeiter konfrontiert werden ist schon unterirdisch. Da kommen Kunden und sagen mein PC geht nicht und der Mitarbeiter soll was tun. nach einer geschlagenen halben Stunde hat der Mitarbeiter dann endlich aus dem Kunden die Information gequält das wohl der Internetanschluss betroffen ist und wahrscheinlich der Router defekt ist. Und ähnliches. Lesen von Telefonrechnungen ist oftmals Glücksache. Und dann werden die Kunden auch noch pampig. Wäre mal interessant wieviele Kunden nur wegen Geiz ist geil ständig ihren Anschluss wechseln und dann meinen sie könnten sofort weiter telefonieren. Ich glaube nicht das es bei den Anbietern schwarze Listen über solche Kunden gibt. In meinem Laden gäbe es sie.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Verbraucher & Service
RSS
alles zum Thema Verbraucherschutz
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 152 Kommentare
Verbraucherzentralen
Verbraucherzentralen sind gemeinnützige Vereine ohne Gewinnerzielungsabsicht. Unter dem Dach des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) sind 16 eigenständige Verbraucherzentralen in den Bundesländern sowie 25 weitere Organisationen gebündelt. Die Arbeit wird teils aus dem Verkauf von Broschüren, maßgeblich aber aus öffentlichen Mitteln bestritten. Der VZBV arbeitet als gemeinnütziger Verein und ist eigenen Angaben zufolge parteipolitisch neutral. Der Verband vertritt die Interessen der Verbraucher gegenüber der Politik. Aufgabe in den Regionen wiederum ist die direkte Beratung der Verbraucher. Die Verbraucherzentralen betreuen das Portal Lebensmittelklarheit.de. Dort können Kunden sich seit Juli 2011 über Tricks der Hersteller beschweren.