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Bezahlen per Funkchip: Sparkassen lassen alle EC-Karten austauschen

In den kommenden vier Jahren wollen die deutschen Sparkassen alle EC-Karten ihrer Kunden austauschen - 45 Millionen an der Zahl. Danach soll es möglich sein, Einkäufe per Funkchip zu bezahlen. Ein erster Feldversuch startet Ende 2011 in der Region um Hannover, Braunschweig und Wolfsburg.

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DPA

EC-Karte der Sparkasse: Bald Bezahlen per Funkchip möglich?

Berlin - Die Sparkassen wollen in den nächsten vier Jahren alle 45 Millionen EC-Karten ihrer Kunden austauschen und so die Voraussetzung für das kontaktlose Bezahlen per Funkchip an der Ladenkasse schaffen. "Spätestens bis Ende 2015 hat jeder Sparkassen-Kunde eine Karte, die kontaktlos funktioniert", sagte Wolfgang Adamiok, verantwortlich für Zahlungsverkehr und Kartenstrategie beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der "Welt am Sonntag".

Der Austauschprozess beginnt Ende des Jahres in der Region um Hannover, Braunschweig und Wolfsburg. Dort würden für einen Feldversuch knapp eine Million der neuen Sparkassen-Karten verteilt, berichtete die Zeitung weiter. Ab Februar 2012 sollen die Kunden dann in einzelnen Geschäften zahlen können, ohne dass die Karte noch in ein Lesegerät geschoben werden muss. "Bis zu einem Betrag von 20 Euro wird der Kunde keine PIN eingeben müssen", sagte Adamiok.

Bislang stehe die Supermarktkette Edeka als Partner fest. Mit einem großen Tankstellenbetreiber und zwei Drogerieketten liefen noch Verhandlungen. Auf Seiten der Kreditwirtschaft würden zudem Genossenschaftsbanken und einzelne Privatbanken mit bis zu 100.000 Karten teilnehmen.

Die Banken reagieren damit auf den zunehmenden Kampf um das Bezahlverfahren der Zukunft. Die Wettbewerber sind längst nicht mehr nur Kreditkartenunternehmen wie MasterCard und Visa. Vor allem Internet- und Telekommunikationsunternehmen haben dieses Feld für sich entdeckt. Der Suchmaschinenbetreiber Google startete zuletzt mit Google Wallet ein mobiles Bezahlverfahren, bei dem der Kunde mit seinem Smartphone direkt an der Kasse bezahlen kann. Auch die Sparkassen bereiten sich darauf vor. "Wir gehen davon aus, dass spätestens ab 2014 Sparkassen-Kunden per Handy zahlen können", sagte Adamiok der Zeitung.

ffr/dpa/dapd

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Da kommt Freude auf
ich_bins, 20.06.2011
Wie lange dauert es wohl, bis die Datenströme abgehört und entschlüsselt werden können? 1 Tag? oder doch eher 3, weil die Hacker noch in aller Ruhe ihr Bier austrinken und nochmal aufs Klo gehen? Aber die deutschen Gerichte werden die Banken schon beschützen. Funktioniert mit der unsicheren PIN bisher auch ganz gut.
2. xxx
lokia 20.06.2011
Bekommwn die Banken dann Provisionen von den Dieben - muss ja so sein - oder warum sollten sie es diesen so einfach machen? Sicher sind jetzt bereits "Bastler" dabei kleine Geräte zu bauen, mit denen man einfach beim Spaziergang in der Stadt ein kleines Vermögen zusammenbekommt. Bis 20 € braucht man ja nicht zu unterschreiben. Oder ist das wieder eine Gemeinheit der Politik, will man sicher sein, daß der Bürger überhaupt nicht mehr frei über sein Geld verfügen kann - im Falle des Falles genügt ein Knopfdruck und alles ist weg - nein es hat nur jemand anderes. Fragen über Fragen. Big Brother lässt grüßen.
3. aha...
fritz_64 20.06.2011
W-LAN...bis 20 Euro kein PIN...gibt sicher die Möglichkeit das Netz zu hacken und dann von allen Karten im Spot mal schnell 19,99 Euro abzubuchen...natürlich auch von denen die noch in den Börsen in der Warteschlange stecken...und wer wird das ganze bezahlen...klar der Kunde über neue Gebühren, und ob der Vorgang an der Kasse dadurch schneller wird?
4. Ja sind die die denn noch zu retten? Strafanzeige!
hman2 20.06.2011
---Zitat--- Ab Februar 2012 sollen die Kunden dann in einzelnen Geschäften zahlen können, ohne dass die Karte noch in ein Lesegerät geschoben werden muss. "Bis zu einem Betrag von 20 Euro wird der Kunde keine PIN eingeben müssen", sagte Adamiok. ---Zitatende--- Das heißt im Klartext: Jeder kann mit einem geeigneten Lesegerät 20 Euro ohne jede Autorisierung vom Konto eines anderen ziehen, und das noch dazu berührungslos und damit völlig unbemerkt? Ja, sind die noch zu retten? Staatsanwaltschaft, bitte übernehmen.
5. ...
Frederik72 20.06.2011
Wenn sie RFID Chips einführen muss sich keiner mehr um die Sicherheit an Geldautomaten kümmern. Und wer möchte kann mit einem entsperechenden Netz an RFID Scannern alle Bewegungsprofile derer die eine solche Karte haben aufzeichnen. Das hätte sich selbst Orwell nicht träumen lassen. Meine Kündigung ist jedenfalls sicher, wenn diese Karte kommt.
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