Lebensmittelwerbung: Mogelpackung auf dem Teller

Wer der Werbung glaubt, ist selbst schuld. Aber wer lässt sich nicht von Bildern leiten? Und wer vergleicht schon die Bilder auf den Packungen von Fertiggerichten mit der Realität? Der Fotograf Samuel Müller hat es getan - und ein unterhaltsames und lehrreiches Bilderbuch veröffentlicht.

Bildband: Werbung gegen Realität Fotos
Samuel Müller

Hamburg - Kaum einer wird die Versprechungen von Unternehmen, die ihre Produkte verkaufen wollen, für bare Münze nehmen. Trotzdem verführt uns Reklame, sie weckt Wünsche und Sehnsüchte und sie transportiert ein Bild, das es so gar nicht gibt. Nicht immer wird uns die Lücke zwischen Versprechen und Wirklichkeit bewusst.

Vor allem die Werbung für jede Form von Essen hat mit den echten Lebensmitteln nur wenig zu tun: Für die Hochglanz-Versionen bearbeiten Food-Stylisten Getränke, Obst oder warme Gerichte mit Klarlack, Sprühkleber oder Farbe.

Der Berliner Fotograf und Künstler Samuel Müller hat sich dieses Phänomen für ein Buchprojekt vorgenommen: Mehr als hundert Fertiggerichte kaufte er in deutschen Supermärkten ein und fotografierte die Verpackung. Anschließend bereitete er die Gerichte gemäß Packungsanleitung zu und fotografierte sie erneut - bevor er sie, so steht es im Vorwort, verzehrte.

Aus den Fotos ist der Bildband "Werbung gegen Realität" entstanden: Eine einfache Gegenüberstellung von der Versprechung und dem tatsächlichen Produkt. Das Buch kommt ohne Text oder Bewertung aus - es dürfte aber den Blick auch für andere Hochglanzangebote der Reklame schärfen.

nck

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1.
eduardschulz 09.04.2012
Zitat von sysopWer der Werbung glaubt, ist selbst schuld. Aber wer lässt sich nicht von Bildern leiten? Und wer vergleicht schon die Bilder auf den Packungen von Fertiggerichten mit der Realität? Der Fotograf Samuel Müller hat es getan - und ein unterhaltsames und lehrreiches Bilderbuch veröffentlicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,826042,00.html
Gab's da nicht mal einen Film, in dem der Protagonist in eine Burgerrestaurantfiliale stürmte und die Angestellten unter Vorhalt einer Waffe aufforderte, ihm einen Burger zu machen, der genau so aussehe, wie ihn die Bildchen auf der Speisekarte präsentieren? Das Thema ist so alt wie die Werbung. Deshalb wird sich auch nie was daran ändern. Wenn jeder weiß, dass er beschissen wird, ist es kein Beschiss mehr.
2.
no-panic 09.04.2012
Zitat von sysopWer der Werbung glaubt, ist selbst schuld. Aber wer lässt sich nicht von Bildern leiten? Und wer vergleicht schon die Bilder auf den Packungen von Fertiggerichten mit der Realität? Der Fotograf Samuel Müller hat es getan - und ein unterhaltsames und lehrreiches Bilderbuch veröffentlicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,826042,00.html
Wenn er sie wirklich alle gegessen hat, ist er leidensfähig. Daraus eine Performance zu machen, käme dem Kunstbegriff wohl näher, als ein Fotoalbum zu erstellen. Was ist die Intention? Aufklären? Warnen? Verbraucher schützen? Lebensmittelfälscher entlarven? Oder doch nur mit wenig Aufwand Geld verdienen?
3. Werbung
dr. kaos 09.04.2012
Zitat von sysopWer der Werbung glaubt, ist selbst schuld. Aber wer lässt sich nicht von Bildern leiten? Und wer vergleicht schon die Bilder auf den Packungen von Fertiggerichten mit der Realität? Der Fotograf Samuel Müller hat es getan - und ein unterhaltsames und lehrreiches Bilderbuch veröffentlicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,826042,00.html
Das gilt für dieses Buch genauso. Vielleicht hätte ein wenig aufhellender Text zu seiner Arbeit als Food-Fotograf dazu beigetragen, Einblick in diese Art der Werbung zu bekommen. Zudem: Alle auf den Verpackungen gezeigten Bilder nennen sich 'Serviervorschlag', und das bedeutet für mich, mehr als nur 'rin in die Mikro, aus aufn Tisch' bei der Zubereitung zu tun. Die Pampe schmeckt doch eh überall gleich, egal was auf der Packung steht.
4.
uschikoslowsky 09.04.2012
Zitat von sysopWer der Werbung glaubt, ist selbst schuld. Aber wer lässt sich nicht von Bildern leiten? Und wer vergleicht schon die Bilder auf den Packungen von Fertiggerichten mit der Realität? Der Fotograf Samuel Müller hat es getan - und ein unterhaltsames und lehrreiches Bilderbuch veröffentlicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,826042,00.html
Ach was?! Steht aus diesem Grunde nicht auf allen Verpackungen bei den Produktbilder "Serviervorschlag"?
5. Vorher - Nachher?
mynona4 09.04.2012
Zitat von sysopWer der Werbung glaubt, ist selbst schuld. Aber wer lässt sich nicht von Bildern leiten? Und wer vergleicht schon die Bilder auf den Packungen von Fertiggerichten mit der Realität? Der Fotograf Samuel Müller hat es getan - und ein unterhaltsames und lehrreiches Bilderbuch veröffentlicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,826042,00.html
Der Fotograf war so mutig, all die Fertiggerichte auch nach der Zubereitung zu essen. Wurde das Bild von ihm selbst vor oder nach diesem Selbstversuch aufgenommen?
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