Hamburg - Kaum einer wird die Versprechungen von Unternehmen, die ihre Produkte verkaufen wollen, für bare Münze nehmen. Trotzdem verführt uns Reklame, sie weckt Wünsche und Sehnsüchte und sie transportiert ein Bild, das es so gar nicht gibt. Nicht immer wird uns die Lücke zwischen Versprechen und Wirklichkeit bewusst.
Vor allem die Werbung für jede Form von Essen hat mit den echten Lebensmitteln nur wenig zu tun: Für die Hochglanz-Versionen bearbeiten Food-Stylisten Getränke, Obst oder warme Gerichte mit Klarlack, Sprühkleber oder Farbe.
Der Berliner Fotograf und Künstler Samuel Müller hat sich dieses Phänomen für ein Buchprojekt vorgenommen: Mehr als hundert Fertiggerichte kaufte er in deutschen Supermärkten ein und fotografierte die Verpackung. Anschließend bereitete er die Gerichte gemäß Packungsanleitung zu und fotografierte sie erneut - bevor er sie, so steht es im Vorwort, verzehrte.
Aus den Fotos ist der Bildband "Werbung gegen Realität" entstanden: Eine einfache Gegenüberstellung von der Versprechung und dem tatsächlichen Produkt. Das Buch kommt ohne Text oder Bewertung aus - es dürfte aber den Blick auch für andere Hochglanzangebote der Reklame schärfen.
nck
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