AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 38/2017

Die Geldfrage Ist der Bitcoin ein Betrug?

Bitcoins werden gern für die Abwicklung krimineller Geschäfte genutzt. Für JPMorgan-Boss Jamie Dimon, dem weltweit mächtigsten Banker, ist die Digitalwährung gar "Betrug". Hat er Recht?

Bitcoin-Illustration
REUTERS

Bitcoin-Illustration


Jamie Dimon, Chef der US-Bank JPMorgan, hat eine hitzige Debatte über den Bitcoin ausgelöst. Die Digitalwährung sei "Betrug", eigne sich für Mörder oder Drogendealer und werde in sich zusammenfallen wie im Jahr 1637 die Spekulation auf Tulpenzwiebeln.

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Heft 38/2017
Eine Gebrauchsanweisung

Tatsächlich ist der Kurs des Bitcoins, der von jeher stark schwankt, in den Tagen nach Dimons Schelte eingebrochen. Aber ist die Schaffung von Bitcoins oder der Handel damit illegal, wie der vielleicht mächtigste Banker der Welt damit suggeriert?

Die kurze Antwort ist: nein. Zwar werden Bitcoins gern für die Abwicklung krimineller Geschäfte genutzt, weil keine Spuren auf Bankkonten entstehen - das gilt jedoch auch für Bargeld.

Allerdings unterscheidet sich die virtuelle Währung wesentlich von herkömmlichen Währungen. Während Euro oder Dollar von Zentralbanken ausgegeben werden, kann sich grundsätzlich jeder an der Schaffung neuer Bitcoin-Einheiten beteiligen. Sie entstehen dadurch, dass ein endloser Code fortgeschrieben wird, alle Zahlungen und Guthaben werden auf einem riesigen, dezentralen Computernetzwerk gespeichert. Weder Notenbanken noch Geschäftsbanken wie JPMorgan - die durch Kreditvergabe Geld aus dem Nichts erschaffen - haben somit direkten Einfluss auf den Bitcoin.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin stuft Bitcoins als Finanzinstrumente ein, die auf Basis privatrechtlicher Verträge als Zahlungsmittel eingesetzt werden können. In Japan sind digitale Währungen wie der Bitcoin sogar als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt.

Dagegen hat China den Handel mit Bitcoins zuletzt weiter eingeschränkt. Als daraufhin am Donnerstag eine chinesische Bitcoin-Börse ankündigte, ihren Betrieb einzustellen, stürzte der Kurs weltweit dramatisch ab. Im Moment sieht es so aus, als könnte es Bitcoin-Spekulanten durchaus so ergehen wie einst den Käufern von Tulpenzwiebeln.

Warum gibt es eine Hunde-, aber keine Katzensteuer? Liest die Bank meine Kontoauszüge? Sind Negativzinsen legal? Haben Sie auch Fragen zum Thema Geld, die viele interessieren? Dann schreiben Sie uns:
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mhs

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Seite 1
Atroc 18.09.2017
1. Natürlich sind Bitcoins ein Betrug
Bitcoins sind in sofern "Betrug" als das es aktuell pure Spekulationsobjekte sind. Wer Bitcoins kauf um damit zu zahlen ist später der Dumme. Weil hätte er sie behalten hätte er morgen oder übermorgen deutlich mehr Ware dafür bekommen. Also behält man seine Bitcoins und spekuliert. Irgendwann will aber jeder mal Kasse machen. Und Waren oder "richtiges" geld für seine Bitcoins haben. Und dann wird der Kurs schneller fallen als man seine ach so tollen Bitcoins abstoßen kann. Dumm dran sind bei einem Kurseinbruch all diejenigen die Bitcoins für teuer Geld gekauft haben. Aber, nur zu. Bloß dann bitte nicht heulen wenn es genau so kommt.
Skakesbier 18.09.2017
2. Sorgfalt und Bewertung
1) SPON-Wortlaut: "Für JPMorgan-Boss Jamie Dimon, dem weltweit mächtigsten Banker, ... ." Statt "dem" wäre richtig "den". 2) Seit wann hat J.D. denn Lloyd Blankfein als "weltweit mächtigsten Banker" vom Thron gestoßen?
ist-da-einer 18.09.2017
3. das ist aber seltsam....
Die Investmentbank JPMorgan kauft eifrig Bitcoin – obwohl ihr Chef Jamie Dimon die Kryptowährung als Betrug bezeichnet hat.
ich001 18.09.2017
4. Gut zu wissen...
Wie das US-Börsenportal Zerohedge berichtet, gehörte JPMorgan in der vergangenen Woche zu den wichtigsten Käufern des in Schweden gelisteten Bitcoin-ETNs "Bitcoin Tracker One - SEK".
syracusa 18.09.2017
5.
Zitat von AtrocBitcoins sind in sofern "Betrug" als das es aktuell pure Spekulationsobjekte sind. Wer Bitcoins kauf um damit zu zahlen ist später der Dumme. Weil hätte er sie behalten hätte er morgen oder übermorgen deutlich mehr Ware dafür bekommen. Also behält man seine Bitcoins und spekuliert. Irgendwann will aber jeder mal Kasse machen. Und Waren oder "richtiges" geld für seine Bitcoins haben. Und dann wird der Kurs schneller fallen als man seine ach so tollen Bitcoins abstoßen kann. Dumm dran sind bei einem Kurseinbruch all diejenigen die Bitcoins für teuer Geld gekauft haben. Aber, nur zu. Bloß dann bitte nicht heulen wenn es genau so kommt.
Bitcoins sind nicht mehr Spekulationsobjekte als Bargeld. Und bisher waren die Käufer der Bitcoins immer die lachenden Gewinner. Wer Bitcoins erwarb, um sich davon was zu kaufen (was ja gerade kein Spekulationsziel ist), konnte sich, wenn er nur ein paar Wochen mit dem Kauf wartete, gleich die doppelte Menge an Waren kaufen. Was ist denn mit dem, der sich heute US$ kauft, um damit später was zu bezahlen? Der ist doch ganz sicher der Dumme,. wenn Trump zwischen Ankauf und Ausgabe der US$ mal wieder einen dummen Spruch ablässt und der US$ dadurch kräftig an Wert verliert.
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