Chef von Steakhouse-Kette "Wir müssen lernen, weniger Fleisch zu essen"

Er leitet eine Steakhouse-Kette, doch von täglichem Fleischkonsum hält Stephan von Bülow nichts. Der Manager erzählt in einem Interview, welche Restaurantgäste ihn zur Weißglut bringen.

Fleisch in der Auslage: "Du kannst nicht jeden Tag ein Steak essen"
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Fleisch in der Auslage: "Du kannst nicht jeden Tag ein Steak essen"


Die Restaurantkette Block House verdient ihr Geld mit der Lust der Deutschen auf Steaks. Doch der Chef der Gastronomiebetriebe, Stephan von Bülow, ist kein Verfechter des täglichen Fleischverzehrs.

"Wir Menschen müssen lernen, weniger und bewusster Fleisch zu essen", sagte Bülow im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ"). "Die Welt kann gar nicht so viel produzieren, dass alle jeden Tag Fleisch essen können."

Bei ihm komme ein oder zwei Mal in der Woche Fleisch auf den Teller, sagte der Gastro-Manager. "Irgendwann ist es, ehrlich gesagt, auch genug. Du kannst nicht jeden Tag ein Steak essen." Zugleich kritisierte er, Fleisch sei in Deutschland zu günstig. "Fleisch ist hierzulande nur so billig, weil unsere Gesetze brutale Haltungsbedingungen erlauben", sagte von Bülow. Ein angemessener Preis für ein 250-Gramm-Rumpsteak im Restaurant liege aus seiner Sicht in Deutschland zwischen 25 bis 30 Euro.

Der Manager plädierte dafür, Politik müsse mehr Aufklärungsarbeit in Sachen Ernährung leisten und Produzenten strenger kontrollieren. Von Bülow kritisierte aber auch, dass Verbraucher sich zu wenig Gedanken darüber machten, wie Fleisch auf ihren Teller komme. "Es gibt Situationen, in denen ich, um es mal deutlich zu sagen, nur kotzen könnte. Etwa wenn ich erlebe, wie eine Schickimicki-Frau mit ihrem Hündchen in ein Restaurant kommt und ein Filetsteak und Salat bestellt. Sie isst dann den Salat und das Filetsteak gibt sie dem Hund", schimpfte der Manager. "Dafür muss kein Tier sterben."

Außerdem finde er es nicht in Ordnung, "wenn Gäste nicht aufessen", sagte von Bülow. "Wenn ich sehe, was da manchmal zurückgeht, habe ich den Eindruck, da fehlt der ethische und moralische Bezug zu dem, was da vorher passiert ist. Viele machen sich einfach keine Gedanken darüber, dass dafür ein Tier gestorben ist."

Die Restaurantkette Block House selbst verbraucht nach Angaben der "SZ" pro Jahr Fleisch von 160.000 Tieren, die fast alle aus Südamerika stammen. Demnach kauft der Gastro-Betrieb nur die besten Fleischstücke eines Tieres - das entspreche acht Prozent eines getöteten Rindes.

(Den Link zum gesamten Interview finden Sie hier. Der Artikel ist kostenpflichtig.)

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 142 Beiträge
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Seite 1
3daniel 26.10.2015
1. Er hat den falschen Beruf
Natürlich stimme ich ihm zu aber ehrlich gesagt glaube ich ihm nicht. Das kommt ziemlich verlogen daher. Wenn er wirklich so denkt, sollte er den Beruf wechseln, glücklich kann er bei Blockhaus meiner Meinung nach nicht werden.
wish-master 26.10.2015
2.
Wir Menschen sollten zunächst einmal lernen, einfach jedem selbst zu überlassen, was er isst. Ich kann es nicht mehr hören.
larry_lustig 26.10.2015
3. Aha, Blockhouse
die, die für die Beilagen viel Geld verlangen, gerade dafür das es Convenient-Food ist, wie beri anderen Ketten auch. Die nach eigenen Angaben nur 8% des Rindes verwenden.... Wollen uns was über vernünftigen Fleischkonsum erzählen? Ne, ist klar....
beuerlein 26.10.2015
4. Wenn er nur 8% des Fleisches
vom Rind verwertet, sollte er sich auch Gedanken machen ob sein Verhalten moralisch in Ordnung ist. Es ist heute leider so, dass nicht mehr ganzheitlich gedacht wird und jeder sich die besten Stücke sichern will.
Crom 26.10.2015
5.
Wenn die Leute nicht aufessen, dann hat's entweder nicht geschmeckt oder die Portion war zu groß. Da sollte sich der Herr von Bülow vielleicht mal selbst hinterfragen, wenn das häufiger geschieht.
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